sagen:hamburgsagen122
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| + | ====== Von ochsigen Dingen ====== | ||
| + | (Um 1730.) | ||
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| + | Eine Zusammenstellung mehrer Anekdoten, wozu das alte Hamb. Lustspiel: „die Schlachteltied, | ||
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| + | Seit alten Zeiten haben die Ochsen in Hamburg einen großen Werth gehabt, wie ihr Name einen guten Klang. Neben dem Biere hatte das Ochsenfleisch den guten Ruf Hamburgs im Auslande erhöht. Und noch mehr als unsere dem Derben und Massigen minder gewogene Gegenwart, wußte die Vergangenheit den Ochsen zu schätzen. | ||
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| + | Um 1730 lebte zu Hamburg Herr Balthasar, ein Rathmann von altem Schrot und Korn, wohlbeliebt wie wohlbeleibt; | ||
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| + | Natürlich saß Herr Balthasar immer als Baas oben an, wenn die berühmten „Ossen-Mahltieden“ auf dem Baumhause (Winters alle Mittwochen 2 Uhr) gehalten wurden. Da waren alle Speisen aus Ochsenfleisch, | ||
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| + | Wenn die Schlachtzeit kam, 6 bis 8 Wochen im Herbste, wo jeder Hamburger, vornehm oder gering, wenn er nur das Geld dazu hatte, neben mehreren Schweinen auch einen oder zwei Ochsen in seinem Hause einschlachtete, | ||
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| + | Herr Balthasar hatte sich durch thätigen Fleiß zum reichen Mann emporgearbeitet; | ||
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| + | Einst that Herr Balthasar einen schweren Fall, er stürzte kopfüber eine Speichertreppe hinunter und schlug auf der Gasse mit der Stirn gegen einen Eckstein - „he slög dal ass’n Oss,“ – so daß er bewußtlos liegen blieb. Man hob ihn auf, trug ihn ins Haus, – allmählig kam er aus tiefer Ohmnacht zu sich und begrif das Vorgefallene. Seine ersten Worte aber waren, indem ein zufriedenes Lächeln fein ehrliches Antlitz verklärte: „na, nu wees ick doch ook, wie’n Ossen to Mood is, wenn he een’ vör’n Kopp krigt!“ | ||
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