sagen:hamburgsagen119
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| + | ====== Eine wunderbare Rettung ====== | ||
| + | (1710) | ||
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| + | Nach der Erzählung im „Deutschen Kundschafter, | ||
| + | Dies Buch ist die Uebersetzung eines Werkes des Thomas Lediard, der um 1725–1730 | ||
| + | bei der hiesigen Englischen Gesandtschaft als Secretair lebte und auch sonst als | ||
| + | Schriftsteller bekannt ist. | ||
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| + | Etwa im Jahre 1710 im Herbste war es, als der Hamburgische Schiffer Ulrich Janssen von London mit seiner Brigg heimkehrte. Es hatte stark aus Nord-West gestürmt und die See ging noch hoch. Da er sich der Elbmündung nähert, merkt er an den mancherlei Trümmern, die mit der Ebbe ins Meer und ihm entgegen treiben, daß die Sturmfluthen an den Elbufern übel gehaus’t und große Verheerungen gemacht haben. Noch jenseits der Insel Neuwerk war’s, Nachmittags 4 Uhr, da entdeckt er fernher etwas auf sich zutreiben, was er anfangs für ein Schiffswrack hält; mit dem Fernrohr sieht er Menschen darauf, läßt also dahin steuern; näher gekommen, gewahrt er zu seinem Erstaunen, daß es kein Wrack, sondern ein ganzes Strohdach ist, auf dessen Firste ein Mann, eine Frau und fünf Kinder rittlings sitzen, Mann und Frau an den Enden, die Kinder in der Mitte, eng aneinander geschmiegt und sich umschlungen haltend. Es kostete ihm und seinen Leuten große Mühe, diese Armen zu retten, denn die See wogte noch sehr, auch konnte sein Boot, des schrägen Daches wegen, nicht nahe heranlegen; und die Verunglückten waren fast starr und kraftlos. Endlich aber glückte es, worauf fünf Minuten später das Dach auseinander ging. Nachdem sie sich auf seinem Schiffe mit Speise und Trank erquickt und etwas erholt, berichteten sie ihm, daß sie auf einer Elb-Insel zu Hause gehörten. Daselbst hätte die entsetzliche Sturmfluth die Deiche durchbrochen und grausame Verwüstung angerichtet, | ||
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| + | Wer es ermessen kann, was es sagen will: in solcher steten Todes-Angst, | ||
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sagen/hamburgsagen119.1711537909.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
