sagen:hamburgsagen088
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| + | ====== Die Meer-Jungfer ====== | ||
| + | (1610) | ||
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| + | Hesselii Elbestrom S. 62. | ||
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| + | Als Ao. 1610 der Hamburgische Schiffer Jan Smidt und seine Leute unfern des Französischen Hafens St. Jean de Luz bei Bayonne längs der Küste fuhren, da haben sie ein seltsames Meerwunder gesehen. Es war eben beim anbrechenden Morgenlicht, | ||
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| + | Jan Smidt aber, der Capitain, ein alter vielerfahrner Mann, hat wohl gewußt, daß solche Meerweiber, wenn sie an einen Mann kommen können, denselbigen strax in ihre Arme nehmen und ihn aus eitel Liebe so hart drücken, daß er darüber versticken muß. Maaßen nun solcher Liebkosung Niemand an Bord begehrete, hat er seine Order darnach gegeben; und dieweil die Seejungfer Anstalt gemachet, mit Gewalt ins Schiff zu steigen, haben die Leute sie mit Bootshaken und Stangen immer wieder ab- und ins Wasser treiben müssen, darüber sie endlich abgelassen hat; worauf sie ihr lieblich Angesichte in die blauen Haare gehüllet, ganz bitterlich geweinet, die weißen Arme nach ihnen ausgebreitet, | ||
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| + | Etliche meinen zwar, Jan Smidt sei zu fürwitzig zu Werke gegangen, und da er und seine Leute gar nicht wahrgenommen, | ||
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sagen/hamburgsagen088.1711537530.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
