sagen:hamburgsagen085
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Nächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:hamburgsagen085 [2024/03/27 12:04] – angelegt ewusch | sagen:hamburgsagen085 [2025/01/30 17:53] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 3: | Zeile 3: | ||
| [[sagen: | [[sagen: | ||
| + | ====== Von Würden und Bürden der Brauerknechte ====== | ||
| + | (Um 1600) | ||
| + | |||
| + | Nach Schlüter’s Tractat von den Erben S. 343 ff. | ||
| + | |||
| + | Von der Brauerknechte Heldenthum ums Jahr 1300 und von einigen damit zusammenhängenden Rechten ist zwar schon Oben (No. 34) die Rede gewesen. Es ist aber noch Manches über dieses Gewerk zu erzählen. | ||
| + | |||
| + | Die Brauerknechte bildeten eine Gilde, die nach ihrem Schutzpatron die St. Vincentii-Brüderschaft hieß, und unter vier Brauer-Herren als Alterleuten stand. Der erste und vornehmste ihres Mittels aber war der Baumtrager, der bei feierlichen Gelegenheiten einen wohlverzierten Zuber-Baum als Zeichen seiner Würde trug, und zwei Jahre lang sein Amt führte. Der von den Mitknechten erkorene Baumtrager mußte einen Eid schwören, daß er seine Genossen vertheidigen wolle „vor Bürgermeister und Rath, zwischen Ring und Mauer, vor dem Wirth und Frau,“ – worauf sie ihn wiederum Beistand, Hülfe und Treue versprachen. | ||
| + | |||
| + | Nach dem Baumtrager kamen die sechs Vorsprachen oder Vertreter der Brauerknechte, | ||
| + | |||
| + | Nach altem Deutschen Begriff ist ein guter Zecher zu allen Dingen nütze, darum bestand die erste Probe der Vorsprachen darin, daß Jeder auf übliches Zutrinken der Alten einen vergüldeten Pokal (½ Nössel groß) voll starken Bieres, nicht weniger als zehnmal austrinken mußte, und zwar je auf einen Zug, ohne abzusetzen. Jeder Zutrinker sagte dabei: „Glas, du weest, dat du hüüt mit einem schönen Rosenkranz büst beehrt, üm de Brüderschop und de Armen twee Jahr lang to bedeenen, und schalst daby dohn, ass Gott am jüngsten Dage mit diner Seelen dohn schall, darup magst du düssen Beeker empfangen, | ||
| + | |||
| + | Dann mußten sie sich auch als Männer von scharfen Zähnen und kräftigen Magen bekunden, um symbolisch zu erweisen, daß sie geschickt seien, harte Pillen zu verschlucken, | ||
| + | |||
| + | Am Johannistage kamen dann die Alterleute mit dem Baumtrager und den sechs Vorsprachen wieder zusammen, um eine kleine „Höge“ zu halten, ein fröhliches Festmahl zum Besten und auf Kosten der Brüderschaft; | ||
| + | |||
| + | Sodann waren vordem die neuen Vorsprachen auch gehalten, ihr Haupthaar ganz kurz und glatt zu scheeren und nur an jedem Ohr ein Schöpflein längerer Haare stehen zu lassen. Das war auch von wegen ihres Ehrenamtes. Denn vormals trug das Volk der Knechte, Gesellen und andere ganz geringe Leute, das Haar langwüchsig auf die Schultern fallend, wie die alten Cimbern und Teutonen; vornehme Männer aber (der Geistlichen Tonsur gar nicht zu gedenken), Rathsherren und Doctoren, hielten es fein kurz und glatt und pflegten dagegen des Bartes um Mund und Kinn als ehrsamen Männerschmuckes. Darum mußten auch die zur Würde der Vorsprachen erhobenen Brauerknechte, | ||
| + | |||
| + | //Quelle: [[autor: | ||
| + | ---- | ||
| + | {{tag> | ||
sagen/hamburgsagen085.1711537499.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
