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sagen:hamburgsagen076

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 Und auf solche schier unglaublich klingende Aussage hat Paulus von Eitzen den Mag. Matthäus Delius, Rector der Schule hieselbst, geholt; der war in den Historien der alten Welt trefflich belesen, und kannte aller Dinge Verlauf, und hat den Pilgrim examinirt, und dann mit größter Verwunderung bekannt, Alles, was der Fremdling angebe, sei richtig und stimme vollkommen mit den Geschichten der Evangelisten und alter Historienschreiber, und von den orientalischen Begebenheiten, Regimentsveränderungen, Kriegen und Friedensschlüssen erzähle er als ein Augenzeuge, also, daß kein Zweifel wäre, daß er wirklich Ahasverus sei, der ewige Jude, da bei Gott kein Ding unmöglich. Und auf solche schier unglaublich klingende Aussage hat Paulus von Eitzen den Mag. Matthäus Delius, Rector der Schule hieselbst, geholt; der war in den Historien der alten Welt trefflich belesen, und kannte aller Dinge Verlauf, und hat den Pilgrim examinirt, und dann mit größter Verwunderung bekannt, Alles, was der Fremdling angebe, sei richtig und stimme vollkommen mit den Geschichten der Evangelisten und alter Historienschreiber, und von den orientalischen Begebenheiten, Regimentsveränderungen, Kriegen und Friedensschlüssen erzähle er als ein Augenzeuge, also, daß kein Zweifel wäre, daß er wirklich Ahasverus sei, der ewige Jude, da bei Gott kein Ding unmöglich.
  
-Darauf ist er noch einige Zeit in Hamburg geblieben, hat Alles wohl betrachtet und sich sonst stille verhalten, nur daß er viel in den Kirchen verkehret hat, daraus ein Hochehrwürdiges Ministerium hat schließen wollen, daß er dem lutherischen Glauben sich sehr zuneige. Im Uebrigen ist von ihm noch zu bemerken, daß er die Sprache jedes Landes, dahin er gekommen, alsobald ohne Erlernung inne gehabt und fertig gesprochen hat, wie er denn auch allhier nicht nur die Hochdeutsche, sondern auch die Niederdeutsche oder Plattdeutsche Sprache geredet hat, als wenn er im Hopfensack oder beim Dovenfleth geboren sei. Ferner ist aufgefallen an ihm, daß er, wider alle Gewohnheit seiner Landsleute, das Geld ganz verachtet hat,((    Daher heißt es von ihm in einem alten Volksliede:\\ +Darauf ist er noch einige Zeit in Hamburg geblieben, hat Alles wohl betrachtet und sich sonst stille verhalten, nur daß er viel in den Kirchen verkehret hat, daraus ein Hochehrwürdiges Ministerium hat schließen wollen, daß er dem lutherischen Glauben sich sehr zuneige. Im Uebrigen ist von ihm noch zu bemerken, daß er die Sprache jedes Landes, dahin er gekommen, alsobald ohne Erlernung inne gehabt und fertig gesprochen hat, wie er denn auch allhier nicht nur die Hochdeutsche, sondern auch die Niederdeutsche oder Plattdeutsche Sprache geredet hat, als wenn er im Hopfensack oder beim Dovenfleth geboren sei. Ferner ist aufgefallen an ihm, daß er, wider alle Gewohnheit seiner Landsleute, das Geld ganz verachtet hat,((Daher heißt es von ihm in einem alten Volksliede:\\ 
-    „Der ewige Jude lauft durch die Welt,\\ +„Der ewige Jude lauft durch die Welt,\\ 
-    Spricht alle Sprachen, veracht’t das Geld.“\\)) und wenn Jemand ihm etwas ihm verehret, hat er nie mehr denn etwa 2 [Sch.]((Schilling)) angenommen, da er keines Geldes bedürfe, weil Gott ihn doch nicht Hungers sterben lasse. Und wo in Hamburg er zu Gaste geladen ist, da hat er sehr mäßig gessen und trunken, nur so viel, als zur Körpers Sättigung nöthig, daß die Hamburger sich gar sehr darüber verwundert haben. Und Fluchreden hat er ganz nicht hören können; und so Jemand bei Gottes Marter oder Christi Blut gefluchet, hat er sich heftig verbittert über solchen Mißbrauch der allerheiligsten Dinge, und hat den Frevler scharf vermahnt und ihm sein eigen Exempel unter Augen geführet. – Darnach plötzlich eines schönen Morgens ist der ewige Jude von Hamburg weggeschwunden gewesen. Wohin er dann gepilgert, das gehört nicht hieher.+Spricht alle Sprachen, veracht’t das Geld.“)) und wenn Jemand ihm etwas ihm verehret, hat er nie mehr denn etwa 2 [Sch.]((Schilling)) angenommen, da er keines Geldes bedürfe, weil Gott ihn doch nicht Hungers sterben lasse. Und wo in Hamburg er zu Gaste geladen ist, da hat er sehr mäßig gessen und trunken, nur so viel, als zur Körpers Sättigung nöthig, daß die Hamburger sich gar sehr darüber verwundert haben. Und Fluchreden hat er ganz nicht hören können; und so Jemand bei Gottes Marter oder Christi Blut gefluchet, hat er sich heftig verbittert über solchen Mißbrauch der allerheiligsten Dinge, und hat den Frevler scharf vermahnt und ihm sein eigen Exempel unter Augen geführet. – Darnach plötzlich eines schönen Morgens ist der ewige Jude von Hamburg weggeschwunden gewesen. Wohin er dann gepilgert, das gehört nicht hieher.
  
 Herr Paulus von Eitzen ist nachmalen ein großer Doctor der Theologie, auch Dom-Pastor und Superintendent allhier, später zu Schleswig, gewesen, dessen brieflich Zengniß haben gute Freunde in Druck ergehen lassen, daraus diese Geschichte genommen ist. Nach alten Chroniken ist Ahasverus später wiederum hieher gekommen; da heißt es: „Ao. 1606 Jüdischer Umblaufer kommt nacher Hamburg, der nicht sterben kann, sondern muß immerfort wandern, sintemal er das Crucifige über den Heiland geschrieen und hat den müden Herrn von seinem Hause weggestoßen, da dann der liebste Herr Christus ihm sein ruhelos pilgern bis an den jüngsten Tag vorherverkündigt hat.“  Herr Paulus von Eitzen ist nachmalen ein großer Doctor der Theologie, auch Dom-Pastor und Superintendent allhier, später zu Schleswig, gewesen, dessen brieflich Zengniß haben gute Freunde in Druck ergehen lassen, daraus diese Geschichte genommen ist. Nach alten Chroniken ist Ahasverus später wiederum hieher gekommen; da heißt es: „Ao. 1606 Jüdischer Umblaufer kommt nacher Hamburg, der nicht sterben kann, sondern muß immerfort wandern, sintemal er das Crucifige über den Heiland geschrieen und hat den müden Herrn von seinem Hause weggestoßen, da dann der liebste Herr Christus ihm sein ruhelos pilgern bis an den jüngsten Tag vorherverkündigt hat.“ 
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 //Quelle: [[autor:beneke|Otto Beneke]]: [[buch:hamburgischesagen|Hamburgische Geschichten und Sagen]]. Hamburg: Perthes-Besser & Mauke, 1854// //Quelle: [[autor:beneke|Otto Beneke]]: [[buch:hamburgischesagen|Hamburgische Geschichten und Sagen]]. Hamburg: Perthes-Besser & Mauke, 1854//
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