sagen:hamburgsagen072
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| + | ====== Der Frohn mißhauet einen Uebelthäter ====== | ||
| + | (1536) | ||
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| + | Diese in mehrfacher Hinsicht lehrreiche Geschichte erzählt ein Gleichzeitiger im I. Hefte der | ||
| + | Hamb. Chroniken, herausg. von Lappenberg S. 107. | ||
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| + | In der Nacht auf den 1. Februar 1536 wurden in Hamburg drei Menschen todt gestochen; der Mörder eines derselben wurde noch selbigen Tages in Ketten und Banden gesetzt, ein ganz junger Kerl, der früh da angefangen hatte, wo andere Uebelthäter aufhören. Am 17. März wurde er von E. E. Rathe verurtheilt, | ||
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| + | Da aber das Volk dies sah, wurde es wild und meinte, sein Recht zu üben, wenn es über den ungeschickten Büttel herfiele und ihn tödtete. Als dieser aber das Ungewitter kommen sah, machte sich auf mit seinem Knechte und lies übers Borgfeld nach Hamm zu, und das wüthende Volk mit Geschrei und Steinwürfen setzte ihm nach. Die Reitendiener ritten auch nach und sprengten zwischen den Flüchtenden und dem Volk hin und her, damit sie letzteres etwas zurückhielten. So bekam der Frohn Luft und erreichte das feste Haus beim Hammerbaum und zog hinter sich die Zugbrücke auf. Während er nun verschnaufte und das Haus von Innen verrammelte, | ||
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| + | Mittlerweile hatte E. E. Rath in der Stadt diese Ereignisse vernommen, und schickte nun, was an Reitendienern und Reisigen in der Eile aufzutreiben war, mit Spießen, Schießröhren und Haken bewaffnet hinaus. Als sie zum Hammerbaum kamen, war es die höchste Zeit. Der Frohn und sein Knecht hatten sich tapfer gewehrt, ihr Leben theuer verkaufen wollen, und von oben herab Steine und Ziegel auf das Volk geworfen, davon ein Kerl todt geblieben und mehrere verwundet waren. Aber den Angriff der Reisigen hielt das Volk nicht aus, so daß der Frohn und sein Knecht, die sich schon ihres Lebens verziehen hatten, befreit, und Abends gegen 5 Uhr sicher in die Stadt geleitet werden konnten. | ||
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| + | Der arme Sünder hatte übrigens trotz dem, daß er „mißgehauen“ war, dennoch an jenen Fehlstreiche des Frohns sein junges Leben gelassen. Er blieb auch todt, trotz der Rache, die das Volk zu nehmen gedachte. Aber eine gute Folge hatte die Sache doch für ihn oder für seine Familie. Sein Körper wurde nämlich nicht wie sonst bei Enthaupteten gebräuchlich, | ||
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