sagen:hamburgsagen062
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| + | ====== Von einem vollkommenen Bürgermeister ====== | ||
| + | (1466–1481) | ||
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| + | Geschichtlich. Wilckens Ehrentempel S. 8. Das Testament bei Staphorst, IV. 432. | ||
| + | Nach dem Murmester’schen Stammbaum auf dem Archiv hatte des Bürgermeisters Mutter, | ||
| + | Hilleke oder Hildegundis, | ||
| + | nicht die damals lebende Jgf. Mandüwel heirathete, sondern als Vicar im Cölibat starb. | ||
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| + | Das war Herr Hinrich Murmester, ein Hamburger von ächtem Schrot und Korn alten Gepräges, von ehrbaren Eltern zur Gottesfurcht, | ||
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| + | Das war ein Mann! Jeder Zoll ein Bürgermeister! „Ex utroque Consul,“ sagt der Geschichtschreiber Steltzner von ihm; denn er war nicht nur ein Doctor der Philosophie und der Jurisprudenz, | ||
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| + | Zuvörderst, | ||
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| + | Zum Andern, von seinen kriegerischen Thaten finden wir in den Chroniken um 1472 ein Beispiel angedeutet. Damals hatten nämlich die Schleswig’schen und Holsteinischen Marschländer, | ||
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| + | Zum Dritten ist Herr Murmester aber auch ein gar frommer, wohlthätiger Bürgermeister gewesen, der den armen Leuten viel Gutes erzeigt hat, indem er sie für seine leiblichen Kinder achtete, da seine Ehe mit Elisabeth Pott einzig in solchem Betracht nicht gesegnet war. Barmherzigkeit ist der schönste Schmuck eines jeden Regenten, er sei Fürst oder Bürgermeister. Darnach that Herr Murmester, und hat noch letztwillig milde Vermächtnisse gestiftet, die sein Andenken schon deshalb auf uns gebracht hätten, wenn er nicht auch sonst ein „vullenkamener Borgermester“ gewesen wäre. Er hat legirt: dem ältesten Bürgermeister-Amte (zu mehreren Ansehens desselben) ewige Renten zu täglichen Brodtspenden an Hausarme, auch jährliche Roggengefälle an die Dürftigen im Hospitale zum heiligen Geiste; ferner Renten zu Seelmessen und zu Spenden an die Geistlichen und Schulmeister der Kirche zu St. Nicolai, und eine jährliche Mahlzeit für 30 Scholaren der St. Nicolai-Schule, | ||
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| + | Zum Vierten ist Herr Murmester, selber ein gründlicher Gelahrter in mehr als einer Facultät, auch ein die Wissenschaften befördernder Bürgermeister gewesen, daher er auch letztwillig seine sämtlichen Bücher der durch ihn mitbegründeten Stadt-Bibliothek vermacht hat. | ||
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| + | Zum Letzten ist Herr Murmester bei allem Ernste seiner Amtswürde doch auch ein frohmüthiger Bürgermeister gewesen, der aller ehrbaren Ergötzlichkeit sich niemals abhold bezeigt hat. Und weil er gern im Kreise seiner Freunde und Amtsbrüder Gottes Gaben fröhlich genoß, so stiftete er für den Rath dieser Stadt eine jährliche vergnügte Mahlzeit am St. Hieronymus-Tage, | ||
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| + | Das war also Herr Dr. Hinrich Murmester, den man mit Recht einen „vullenkamenen Borgermester“ nennen konnte, weil er in jedem Betracht tüchtig zum Regimente war. Solcher Männer hat’s in Hamburg von jeher viele gegeben, im Rathsstuhle und außerhalb, wie wäre sonst, trotz aller Zeitläufte Ungunst und Gefährdung, | ||
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sagen/hamburgsagen062.1711537015.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
