sagen:hamburgsagen061
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| + | ====== Hamburger wollen keinen Schimpf leiden ====== | ||
| + | (1478) | ||
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| + | Handschriftl. Chronik von Beckendorp. | ||
| + | Nach Archival-Notizen scheint diese Erzählung mehr Geschichte als Sage zu sein. | ||
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| + | Um die Zeit, da Hamburg längst eine freie und mächtige Stadt war, die größte wohl nach Lübeck unter den Hansestädten, | ||
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| + | Nun war dazumal das Brauwerk ein Hauptgewerbe in Hamburg, und das schöne Bier wurde ausgeführt in alle Welt und hatte der Stadt Ruhm und Reichthum mitbegründen helfen, darum das Brauwerk von Rath und Bürgerschaft wie ein Augapfel allzeit sorglich bewacht wurde. So wohlhabend nun auch das Gewerk war, so steckten in den 531 Brauhäusern der Stadt doch manche fremde Capitalien, wie das in aller Welt so ist, daß Hauseigenthümer zum Bauen und Bessern andrer Leute Geld gegen Zins aufnehmen und in ihr Erbe einschreiben lassen. Da nun, wegen des Reichthums der Brauer, alles Capital, was in Brauerben war, am sichersten geachtet wurde, so hatten manche Holsteiner, zumal viele vom Adel, nicht unbeträchtliche Summen dort angelegt, nicht grade, um den Hamburgern einen Dienst zu thun, sondern weil sie selbst dabei am besten fuhren. | ||
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| + | Da nun dies ruchtbar wurde, begannen die Holsteiner in aller Weise unsre Bürger zu hänseln; foppten sie als Großprahler, | ||
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| + | Da nun E. E. Rath solches erfuhr, nahm er sich der Bürger gerechten Unmuth billig zu Herzen und sann auf Abhülfe. Und weil zu selbiger Zeit auch der König von Dänemark in einigen Anschreiben nicht eben fein darauf anspielte, daß sein Holsteinischer Adel mit Capital und Renten in Hamburg wohl possessionirt sei, so schlug das dem Faß den Boden aus. Darum ließ der Rath die Aeltesten der Brauerbrüderschaft fordern, imgleichen auch die vornehmsten unter den erbgesessenen Bürgern, und beredete mit denselben die Mittel und Wege, den Schimpf von dieser guten Stadt abzuwälzen, | ||
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sagen/hamburgsagen061.1711531640.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
