sagen:hamburgsagen045
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| + | ====== Simon von Utrecht ====== | ||
| + | (1400–1437) | ||
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| + | Geschichtlich, | ||
| + | Auch Wilckens, Hamb. Ehrentempel. S. 6. Die das Grab betreffende Notiz: aus Archival-Nachrichten. | ||
| + | Die Inschrift das Denksteins giebt u. A. Ankelmann: Inscript. Hamb. LV. | ||
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| + | Von den Heldenthaten des tapfern Schiffshauptmanns Simon von Utrecht gegen die Piraten der Nordsee haben wir eben vernommen. Die Stadt Hamburg hat sich ihm aber auch dankbar bewiesen und ihn bei seinen Lebzeiten wie nach seinem Tode immerdar in hohen Ehren gehalten. Vermuthlich stammte er aus den Niederlanden und war schon vor 1400, in welchem Jahre er das Bürgerrecht gewann, hier eingewandert. Ob er mit seinem Schiffs-Eigenthum auch Kaufmannschaft verbunden habe, ist nicht gewiß zu sagen; er wohnte, wenigstens in den späteren Jahren, im Rödingsmarkte. Nachdem er sich nun auch durch Werke des Friedens verdient gemacht hatte, ist er in den Rath gewählt und 1433 sogar Bürgermeister geworden. Und in dieser obrigkeitlichen Eigenschaft sehen wie ihn nicht nur aus Hansatagen thätig, sondern alsbald auch wieder auf dem Kriegsschauplatze. Er machte den Hansischen Seezug gegen die Dänischen Inseln und Flensburg (1428) mit; und 1432–1433 befehligte er die Hansische Flotte, welche gegen die räuberischen Strandfriesen geschickt wurde. Er schlug dieselben zur See, zwischen der Weser und Ems, und darnach auch zu Lande, indem er ihr Raubnest, die Seebaldsburg, | ||
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| + | Als Herr Simon von Utrecht hieraus nach Hamburg zurückgekehrt war, da wurden ihm von seinen Mitbürgern die höchsten Ehren erwiesen, die es in einer freien Stadt giebt; er wurde nämlich zum Bürgermeister erwählt, und zwar zu einem außerordentlichen oder Ehren-Bürgermeister, | ||
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| + | Im Jahre 1437, als er das Ende seines thatenreichen Lebens nahe fühlte, machte er ein Testament, worin er, abgesehen von einigen Messen und Armenspenden, | ||
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| + | Am 14. October 1437 ist er gestorben und in der Nicolaikirche bestattet. Daneben wurde sodann ein Denkstein zu seiner Ehre eingemauert, | ||
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| + | Im Jahre 1566 gedachte die St. Nicolai-Kirchenbehörde das Grab, darin Herrn Simon’s Gebeine ruhten, zu verkaufen, da schon über Menschen Gedenken dasselbe nicht geöffnet und kein Erbrecht daran geltend gemacht war. Ob noch Nachkommen von ihm lebten, wußte man nicht – vielleicht wußten die etwas später als Vicare vorkommenden Johann und Georg von Utrecht nichts über ihre etwanige Abstammung von Herrn Simon - genug, das Grab wurde an Hinrich Rheder verkauft. Kaum aber erfuhr der Senat diesen Handel, als er seine Aufhebung anordnete, „dewile Herr Simon von Utrecht dar in begraven is, de so veelfaltige Deenste düsser guden Stadt ertöget hett.“ Im Jahre 1661 aber, nachdem in wieder verstrichenen 100 Jahren kein Mensch Ansprüche an das Grab gemacht – der um 1612 vorkommende Adrian von Utrecht, ein heimlicher Tischler, hatte wohl nicht daran gedacht – da ist das Grab an Herrn Jürgen Kellinghusen, | ||
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sagen/hamburgsagen045.1711530124.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
