sagen:hamburgsagen043
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| + | ====== Die Köpfe an St. Jacobi-Küsterei ====== | ||
| + | (1390) | ||
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| + | In allen handschriftl. Chroniken. | ||
| + | Auch bei Steltzner I. 321. | ||
| + | Als wirkliche Begebenheit anzunehmen. | ||
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| + | Ao. 1390 hat sich allhier eine abscheuliche Mordgeschichte zugetragen. Einer der Stadtdiener, | ||
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| + | Merke, man muß sich nie betrinken, absonderlich nicht aus Aergerniß und Verdruß, und keinenfalls aus Zureden eines Weibes, das man zuvor tödtlich beleidigt hat. Als nun das Weib ihren Mann schlafen sieht, zieht sie ihm sein eigen Schwert aus der Scheide und haut ihm den Kopf ab. Läuft daraus zu dem Küster zu St. Jacobi, der ihr guter Freund war, erzählt ihm Alles und fordert vom ihm Hülfe, den todten Körper auf die Seite zu bringen. Der dumme Narr, obschon ihm die Haut schaudert bei Vernehmung der Mordthat, ließ sich wirklich durch des schlechten Weibes glatt’ Gesicht und liebliche Worte bethören, daß er mit ihr ging, den Leichnam heraustrug und aus St. Jacobi Kirchhof an der Mauer verscharrte. Als beide aber wieder in des Entleibten Hause die Blutspuren vertilgt harten und ausruhen wollten von der teuflischen Arbeit, kam ihnen Furcht an, das frische Grab möchte andern Tags entdeckt werden und sie verrathen. Graben es also wieder aus, nehmen den Körper heraus, tragen ihn in des Küsters Haus, um ihn aus dem Feuerheerde zu verbrennen. Aber das Feuer wollte nicht hell flammen und den Körper nicht verzehren, verursachte aber soviel Rauch, ein so erschröcklich Prasseln im Schornstein und so pestilenzialischen Gestank, daß die Nachbarn erwachen, eine Feuersbrunst vermuthen und vor der Hausthüre zusammenkommen, | ||
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| + | Zum ewigen Andenken an dieses abscheuliche Verbrechen und zur Warnung und Abschreckung Aller, die aus bösen Wegen wandeln und da vorbeigehen, | ||
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sagen/hamburgsagen043.1711530105.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
