sagen:hamburgsagen029
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| + | ====== Herrn Dirk Wrak’s Großmuth ====== | ||
| + | (1270) | ||
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| + | Diese Sage erzählt eine handschriftl. Raths-Succession auf dem Stadt-Archiv. | ||
| + | Beckendorp’s handschriftl. Chronik datirt sie von 1260 und nennt Wrak Bürgermeister. | ||
| + | Er ist aber urkundlich erst seit 1268 als Rathmann und gar nicht als Bürgermeister bekannt. | ||
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| + | Es geht die Sage von Herrn Dirk oder Ditrich Wrak, dem Aeltesten dieses Namens, der Ao. 1268 in den Rath gekoren ist, daß er ein sehr edler, großmüthiger Mann gewesen sei, der selbst seinen Feinden Böses mit Gutem vergolten habe. Wie’s sich nun ereignet, daß große Männer ihre Widersacher haben, so traf es sich, Gott weiß, aus welchen Ursachen, daß der Herzog von Sachsen dem Herrn Wrak abgünstig wurde. Er aber fürchtete wohl Gott, aber keinen Menschen, that Recht und scheuete Niemand. Darum focht ihn seines fürstlichen Feindes Groll auch gar nicht an. Der aber ergrimmte deshalb nur noch mehr, und schrieb ihm nach damaliger Weise einen Absagebrief, | ||
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| + | Ob nun der Herzog aus dieser kühnen Antwort des beherzten Mannes sich wenig Ersprießliches für seinen Handel versah, oder ob ihm dessen Großmuth, die seinen Strick mit dem Silbergeschmeide vergalt, das Herz rührete, worauf denn Beide ihre Erbietungen für gute harmlose Schwänke passiren ließen: genug, weder Strick noch Kettlein sind gebraucht, sie haben sich Beide ungehängt gelassen, bis an ihr natürlich und will’s Gott selig Ende, das bei Herrn Dirk Wrak Ao. 1301 erfolgte, worauf er zu St. Petri im Leichenhause begraben worden unter dem sogenannten blauen Stein. Und die armen Leute, zumal die im heiligen Geist-Spital, | ||
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| + | Im Wappenschilde hat aber Heer Wrak einen Arm geführt, in dessen bloßer Hand ein lodernd Feuer zu sehen ist, was den kühnen Muth des tapfern Mannes, dessen Hand wohl manch’ heißes Ding angefaßt hat, ohne sich zu verbrennen, genugsam bezeichnet. Man muß brennende Fragen nur keck und fest angreifen, dann thun sie kein Weh, das ist eine alte Wahrheit. | ||
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