sagen:hamburgsagen022
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| + | ====== Graf Adolf IV. begründet Hamburgs Freiheit ====== | ||
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| + | Das Bild Adolfs geben die älteren Geschichtsbücher. | ||
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| + | Als nun Graf Adolf die Schiffbecker Veste eingenommen hatte, sandte er Botschaft nach Hamburg, um Rath und Bürgerschaft aufzufordern, | ||
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| + | Nach langen Berathungen, | ||
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| + | Es gingen also kurz vor Weihnacht Abgeordnete der Stadt ins gräfliche Lager vor der Schiffbecker Veste; sie wurden von Adolf im Kreise seiner Räthe, Ritter und Krieger unter freiem Himmel freundlich empfangen, und aufgefordert, | ||
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| + | „Noch Vieles könnten wir anführen, was uns vor den Schranken des Gerichts rechtfertigend zur Seite stünde, was hier aber im Lager des Krieges verhallen würde. Darum wenden wir uns vertrauensvoll an Eure Großmuth und Milde, denn wir wissen, unser Glück liegt Euch am Herzen. Erwägt unsere frühere wie jetzige Lage, setzet Euch an unsere Stelle, und prüfet darnach unsere Bitte: entsagt Eurem strengen Rechte zu Gunsten unsrer von Euren ruhmwürdigen Vorfahren geliebten Stadt, bestätigt uns in unsern wohlerworbenen Rechten und Freiheiten, so werden wie Euch freudig unsre Thore öffnen, Euch als unsern Schirmherrn annehmen, lieben und ehren:, solltet Ihr aber wider Verhoffen ein Mehreres verlangen, so müssen wie offen erklären, daß wie insgesammt entschlossen sind, keine Schmälerung unsrer Rechte zu leiden, sondern für das theure Gut unsrer Freiheit lieber zu sterben.“ | ||
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| + | Und als die Hamburgischen Gesandten diese Worte geredet, ließ der Graf sie in ein Gezelt führen und gut bewirthen, während er ging, seinen Entschluß zu fassen. Und seine Holsteinischen Räthe und Ritter, die Hamburg ungern aus dem Verbande ihres Landes scheiden sahen, wollten dem Grafen zureden, daß er das Begehr abschlüge und sich mit den Waffen ersiege, was seines Rechtes sei. Aber Graf Adolf’s Herz war getroffen von den Worten der Hamburger, und auch sein Geist erwog, wie seines Vaters, Adolf’s III., Liebe für die Stadt ihr schon den Weg der Unabhängigkeit, | ||
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| + | Und als er bald darauf in die Stadt zog, da ist er von Rath und Bürgerschaft mit Freude und Jubel empfangen und willkommen geheißen, und nachdem sie vereint die Dänen-Veste am Eichholz erobert und zerstört, hat der Graf der Stadt eine Urkunde ausgefertigt, | ||
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| + | Darnach haben die Hamburger den Grafen als ihren Schirmherrn und Bundesfreund angenommen und anerkannt, und haben darauf den Deutschen Handschlag mit ihm gewechselt und unter Anrufung des Segens Gottes einen feierlichen Weintrunk mit ihm gehalten. Dann ist der edle Graf weiter gezogen in sein wieder gewonnenes Land. | ||
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| + | Und als vor beinah 40 Jahren Hamburg von Französischer Gewaltherrschaft wieder erlös’t und im Genusse der alten neuerrungenen Freiheit der unschätzbare Werth dieses höchsten Erdengutes in allen Bürgern so recht lebendig geworden war, da gedachte man auch dankbar des trefflichen Fürsten, der vor 600 Jahren so großherzig den Grund zu solchem Glücke gelegt hatte. Und in Folge eines gemeinsamen Beschlusses des Rathes und der Oberalten (vom 9. October 1820) wurde im Namen der „dankbaren Republik“ dem Grafen Adolf IV. ein Denkmal gesetzt auf dem Platze vor dem von ihm gebauten Marien-Magdalenen-Kloster, | ||
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sagen/hamburgsagen022.1711529315.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
