sagen:hamburgsagen019
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| Graf Adolf III. war noch ein Kind, als sein Vater, der zweite Adolf, starb. Als er zu seinen mündigen Jahren gekommen war, offenbarte er sich als seiner guten Vorfahren würdiger Sohn. Auch ihm verdankt Hamburg große Dinge. Denn er erkannte früh, daß die Stadt einmal groß und mächtig werden könne und müsse durch Welthandel und Schifffahrt. Deswegen opferte er sein Castell, die Reueburg, für Hamburgs künftiges Wohl. Unter der Aufsicht des Bürgermeisters Wirad ließ er die Burg gänzlich schleifen, und die Plätze daselbst mit großen Handelshäusern und Speichern bebauen, eine Kapelle, dem heiligen Nicolaus, dem Patron der Schiffer, geweiht, stiften, und den angrenzenden Elbarm zu einem Hafen einrichten. So entstand das St. Nicolai-Kirchspiel, | Graf Adolf III. war noch ein Kind, als sein Vater, der zweite Adolf, starb. Als er zu seinen mündigen Jahren gekommen war, offenbarte er sich als seiner guten Vorfahren würdiger Sohn. Auch ihm verdankt Hamburg große Dinge. Denn er erkannte früh, daß die Stadt einmal groß und mächtig werden könne und müsse durch Welthandel und Schifffahrt. Deswegen opferte er sein Castell, die Reueburg, für Hamburgs künftiges Wohl. Unter der Aufsicht des Bürgermeisters Wirad ließ er die Burg gänzlich schleifen, und die Plätze daselbst mit großen Handelshäusern und Speichern bebauen, eine Kapelle, dem heiligen Nicolaus, dem Patron der Schiffer, geweiht, stiften, und den angrenzenden Elbarm zu einem Hafen einrichten. So entstand das St. Nicolai-Kirchspiel, | ||
| - | Zu diesen Zeiten gab es noch mehr Kriegsunruhe als zuvor; und Graf Adolf, der sich als ein tapferer Fürst und Ritter dabei bewährte, hat mehr Unglück als Glück erfahren, und mußte vor Heinrichs des Löwen Uebermacht von Land und Leuten weichen, bis dessen Stern sank (1180). Dann erwirkte Adolf bei dem Kaiser Friedrich Rothbart ein wichtiges Privilegium für seine gute Stadt Hamburg, welches von jeher hochtheuer und werth ist gehalten worden und annoch auf dem Stadt-Archive aufbewahrt wird. In diesem Gnadenbriefe, | + | Zu diesen Zeiten gab es noch mehr Kriegsunruhe als zuvor; und Graf Adolf, der sich als ein tapferer Fürst und Ritter dabei bewährte, hat mehr Unglück als Glück erfahren, und mußte vor Heinrichs des Löwen Uebermacht von Land und Leuten weichen, bis dessen Stern sank (1180). Dann erwirkte Adolf bei dem Kaiser Friedrich Rothbart ein wichtiges Privilegium für seine gute Stadt [[geo:Hamburg]], welches von jeher hochtheuer und werth ist gehalten worden und annoch auf dem Stadt-Archive aufbewahrt wird. In diesem Gnadenbriefe, |
| Man erkennt leicht, daß diese Rechte den hauptsächlichen Zweck hatten, Hamburgs Handel und Schifffahrt von hemmenden Lasten zu befreien, und zu dem großartigen Aufschwunge des Weltverkehrs zu erheben. Graf Adolf III. wie Kaiser Friedrich I. sind also hoch zu preisen, daß sie Hamburgs Beruf und Zukunft mit klarem Auge so zeitig und so richtig erkannt und begründet haben. Und deshalb auch ist Kaiser Friedrich in Hamburg stets hoch verehrt gewesen, und in Betrachtung seiner Verdienste um die Stadt hat unser Senat vor etwa zwölf Jahren, in Gemeinschaft mit dem zu Lübeck, das ihm eben so viel verdankt, des großen Kaisers Bild von der Meisterhand Karl Friedrich Lessing’s malen und im Kaisersaal des Römers zu Frankfurt a. M. aufhängen lassen. | Man erkennt leicht, daß diese Rechte den hauptsächlichen Zweck hatten, Hamburgs Handel und Schifffahrt von hemmenden Lasten zu befreien, und zu dem großartigen Aufschwunge des Weltverkehrs zu erheben. Graf Adolf III. wie Kaiser Friedrich I. sind also hoch zu preisen, daß sie Hamburgs Beruf und Zukunft mit klarem Auge so zeitig und so richtig erkannt und begründet haben. Und deshalb auch ist Kaiser Friedrich in Hamburg stets hoch verehrt gewesen, und in Betrachtung seiner Verdienste um die Stadt hat unser Senat vor etwa zwölf Jahren, in Gemeinschaft mit dem zu Lübeck, das ihm eben so viel verdankt, des großen Kaisers Bild von der Meisterhand Karl Friedrich Lessing’s malen und im Kaisersaal des Römers zu Frankfurt a. M. aufhängen lassen. | ||
| - | Die Hamburger erwiesen sich für so viele Wohlthaten auch erkenntlich, | + | Die Hamburger erwiesen sich für so viele Wohlthaten auch erkenntlich, |
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