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sagen:hamburgsagen015

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     erklärt sehr gezwungen blootlos für blüthenlos.      erklärt sehr gezwungen blootlos für blüthenlos. 
  
-Um die Zeit, als [[geo:Hamburg]] von den heidnischen [[volk:sorben|Wenden]] erobert war und unter ihrer Zwingherrschaft litt, da hielt einer ihrer Fürsten aus der kaiseriichen Burg sein Hoflager, der hieß Baruth. Er war ein Feind der Christen, aber seine Frau haßte das Evangelium noch mehr, und verfolgte mit teuflischer Bosheit und Grausamkeit das Christenthums und sonderlich trieb sie ein ruchloses Gespötte über die [[vip:vlgmaria|Jungfrau Maria]], die reine Mutter unsres Heilandes, von der sie nur in den lästerlichsten Ausdrücken gesprochen.+Um die Zeit, als [[geo:Hamburg]] von den heidnischen [[volk:sorben|Wenden]] erobert war und unter ihrer Zwingherrschaft litt, da hielt einer ihrer Fürsten aus der kaiseriichen Burg sein Hoflager, der hieß Baruth. Er war ein Feind der Christen, aber seine Frau haßte das Evangelium noch mehr, und verfolgte mit teuflischer Bosheit und Grausamkeit das Christenthums und sonderlich trieb sie ein ruchloses Gespötte über die [[vip:hlgmaria|Jungfrau Maria]], die reine Mutter unsres Heilandes, von der sie nur in den lästerlichsten Ausdrücken gesprochen.
  
 Und zur gerechten Strafe für solche Frevel hat es sich begeben, daß diese Wendische Tyrannin, nachdem sie zwei Jahre lang ihre nahe Entbindung vergebens erwartet, eine abscheuliche Mißgeburt mit zwei Köpfen, Eselsohren und Bärentatzen zur Welt gebracht hat, und während der Geburt Todes verfahren ist. Das erschreckliche Kind aber hat zu Aller Entsetzen zu reden begonnen, und, gleichsam als Leichen-Sermon für die Mutter geschrieen: meine Mutter ist todt, dem [[wesen:Teufel]] ist sie übergeben, in der Hölle begraben, der ewigen Verdammniß verfallen. Darnach ist der gräuliche [[wesen:Wechselbalg]] auch verschieden. Und das ist gewesen am Tage vor der heiligen Weihenacht. Und zur gerechten Strafe für solche Frevel hat es sich begeben, daß diese Wendische Tyrannin, nachdem sie zwei Jahre lang ihre nahe Entbindung vergebens erwartet, eine abscheuliche Mißgeburt mit zwei Köpfen, Eselsohren und Bärentatzen zur Welt gebracht hat, und während der Geburt Todes verfahren ist. Das erschreckliche Kind aber hat zu Aller Entsetzen zu reden begonnen, und, gleichsam als Leichen-Sermon für die Mutter geschrieen: meine Mutter ist todt, dem [[wesen:Teufel]] ist sie übergeben, in der Hölle begraben, der ewigen Verdammniß verfallen. Darnach ist der gräuliche [[wesen:Wechselbalg]] auch verschieden. Und das ist gewesen am Tage vor der heiligen Weihenacht.
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 Und als es nun Abend geworden und die heilige Weihenacht angebrochen war, und tiefes Schweigen und Finsterniß das entsetzliche Blutbad und die zerstörte Stadt voller verstümmelter Leichen umhüllte, und die Heiden von ihrer Mordarbeit ruheten, da ist hoch am Himmel ein hellklarer Glanz erschienen und die Stimmen vieler Engel haben sich hören lassen, wie damals aus dem Felde bei Bethlehem: „Ehre sei Gott in der Höhe.“ Und als es nun Abend geworden und die heilige Weihenacht angebrochen war, und tiefes Schweigen und Finsterniß das entsetzliche Blutbad und die zerstörte Stadt voller verstümmelter Leichen umhüllte, und die Heiden von ihrer Mordarbeit ruheten, da ist hoch am Himmel ein hellklarer Glanz erschienen und die Stimmen vieler Engel haben sich hören lassen, wie damals aus dem Felde bei Bethlehem: „Ehre sei Gott in der Höhe.“
  
-Der kleine Weg aber, der blutlos geblieben war, hat nachmals, als die Christen die Heiden wieder verjagt und Hamburg wieder neu erbauten, zum Andenken an dies Märtyrerthum der Vorfahren, den Namen „blootloser Weg“ erhalten. Und wie das Nicolai-Kirchspiel entstand und Häuser dahin kamen, blieb die Benennung „blootlose Twiete.“ Darnach wohnten viele Korbmacher dort, die sich einander die Nahrung wegnahmen, so daß Keiner sein Brodt genügend fande die nannten drum ihr Gäßlein „die brodtlose Twiete.“ Und lange Zeit hieß sie so, denn die Nachkommen hatten die Geschichten und Sagen der Vorfahren längst vergessen, und nach der Reformation gab man wenig auf Erinnerungen aus der katholischen Zeit. So hieß sie brodtlose oder Korbmacher-Twiete, bis E. H. Rath ein Einsehen that, und den alten rechten Namen mit großen Buchstaben an die Ecken der Twiete anschreiben ließ. Ao. 1842 aber ist sie abgebrannt und nicht wieder ausgebaut, also für immer verschwunden. Drum wollen wir ihr Gedächtniß und das Andenken der Geschichte, die ihr die Namen gab, auf unsere Nachkommen zu bringen suchen. +Der kleine Weg aber, der blutlos geblieben war, hat nachmals, als die Christen die Heiden wieder verjagt und Hamburg wieder neu erbauten, zum Andenken an dies Märtyrerthum der Vorfahren, den Namen „blootloser Weg“ erhalten. Und wie das Nicolai-Kirchspiel entstand und Häuser dahin kamen, blieb die Benennung „blootlose Twiete.“ Darnach wohnten viele Korbmacher dort, die sich einander die Nahrung wegnahmen, so daß Keiner sein Brodt genügend fande die nannten drum ihr Gäßlein „die brodtlose Twiete.“ Und lange Zeit hieß sie so, denn die Nachkommen hatten die Geschichten und Sagen der Vorfahren längst vergessen, und nach der [[zeit:Reformation]] gab man wenig auf Erinnerungen aus der katholischen Zeit. So hieß sie brodtlose oder Korbmacher-Twiete, bis E. H. Rath ein Einsehen that, und den alten rechten Namen mit großen Buchstaben an die Ecken der Twiete anschreiben ließ. Ao. 1842 aber ist sie abgebrannt und nicht wieder ausgebaut, also für immer verschwunden. Drum wollen wir ihr Gedächtniß und das Andenken der Geschichte, die ihr die Namen gab, auf unsere Nachkommen zu bringen suchen. 
  
 //Quelle: [[autor:beneke|Otto Beneke]]: [[buch:hamburgischesagen|Hamburgische Geschichten und Sagen]]. Hamburg: Perthes-Besser & Mauke, 1854// //Quelle: [[autor:beneke|Otto Beneke]]: [[buch:hamburgischesagen|Hamburgische Geschichten und Sagen]]. Hamburg: Perthes-Besser & Mauke, 1854//
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-{{tag>sagen beneke hamburgischesagen hamburg geschichte 1027 sorben wechselbalg geburt frevel märtyrer zerstörung blutbad leiche heiden 1842 v2}}+{{tag>sagen beneke hamburgischesagen hamburg geschichte 1027 sorben wechselbalg geburt frevel märtyrer zerstörung blutbad leiche heiden 1842 reformation v2}}
sagen/hamburgsagen015.1711528926.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)