sagen:hamburgsagen005
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| + | ====== Pabst Benedict V. in Hamburg ====== | ||
| + | Domherr Meyer’s Blick auf die Domkirche S. 61. | ||
| + | Adam von Bremen II. 10; | ||
| + | von Hövelen, Hamburgs Hoheit etc. S. 141. | ||
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| + | Also kam nun der verbannte Pabst nach Hamburg, wo er vom Erzbischof in hohen Ehren gehalten und wohl gepfleget wurde, denn er war ein frommer gelehrter Herr, der des apostolischen Stuhles wohl würdig gewesen wäre, wenn er diese Würde nur in keiner so ordnungswidrigen Weise, vom Volke zu Rom, erlangt hätte. Der arme geistliche Herr konnte wohl unser rauhes Wetter nicht vertragen, da er’s milder gewohnt gewesen war, und manchmal soll er fröstelnd zur Sommerszeit zu seinem Caplan, einem Hamburgischen Bürgerssohne, | ||
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| + | Und in jenen Tagen hat er viel Nachdenkliches geweissagt, nämlich, daß er hieselbst bald sterben und sein Leib begraben werden würde, daß dann eine schreckliche Zerstörung und Verwüstung dem Stifte und der Stadt Hamburg bevorstehe, daß wilde Thiere in deren Trümmern hausen würden und daß auch das ganze Land, so lange sein Leib darin begraben liege, den Frieden nicht sehen würde; daß aber dereinst seine Gebeine in seine theure Heimath nach Rom versetzet, und daß alsdann durch die Fürsorge der päbstlichen Macht die Heiden und sonstigen feindlichen Widersacher Hamburgs völlig besiegt und vertrieben werden würden, worauf Wohlfahrt und Glück wieder einkehren dürfe. | ||
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| + | Und also ist es gekommen. Der fromme Herr Benedict wurde bald so krank, daß er nicht mehr die Kirchen besuchen konnte und am 4. Juli desselben Jahres 965, da er hieher gekommen, entschlief er in dem Herrn sanft und ergeben, und ward begraben von allen Kapitels- und Ordens-Geistlichen mit ernster Pracht im Chore der Domkirche, und ward beweint von allen Frommen und von allen Armen. Man sagt, daß der Kaiser ihn grade habe aus St. Peters-Stuhl zurückrufen wollen, als sein früher Tod dazwischen getreten sei. | ||
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| + | Darnach aber ist eine große Verheerung ins Land gekommen, erst durch die Normannen, oder wie man sie damals nannte, die Askomannen, d. h. die aischen (bösen) Männer; darnach durch die Wenden und Slaven, welche noch schrecklicher wütheten mit Feuer und Schwert und barbarischer Grausamkeit, | ||
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| + | Inzwischen aber waren nach etlichen 30 Jahren die Gebeine des verstorbenen Pabstes mit Erlaubniß Kaisers Otto III. nach Rom gebracht und daselbst feierlich bestattet. Und da begann auch der letzte Theil von Benedict’s Weissagung wahr zu werden, denn vom Kaiser, aus päbstliches Andringen unterstützt, | ||
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| + | Derselbe, den man noch jetzt in der katholischen Christenheit als einen Märtyrer und Heiligen verehrt, hat später in Hamburg ein Denkmal erhalten. Da sein Gedächtniß noch nach Jahrhunderten frisch geblieben, so errichtete die dankbare Nachwelt ihm ein Monument in der Domkirche, an der Stelle, wo vordem seine Gebeine geruhet hatten, ehe sie nach Rom gebracht wurden; es soll ein steinerner Sarcophag mit Bildwerken und Inschriften gewesen sein. Gott weiß, wann und wie er verfiel oder zerstört wurde. Aber darnach wurde er durch ein anderes Denkmal ersetzt, an derselben Stelle, das bestand in einem Grabsteinbild, | ||
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| + | //Quelle: Otto Beneke: Hamburgische Geschichten und Sagen. Hamburg: Perthes-Besser & Mauke, 1854, Seite 11// | ||
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sagen/hamburgsagen005.1711520265.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
