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sagen:grimmds2-582

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     Annales fuldenses ad ann. 850.     Annales fuldenses ad ann. 850.
  
-Als im [[region:grabfeld|Grabfeld]] große [[typ:hunger|Hungersnoth]] herrschte, wanderte ein Mann mit seiner Frau und einem zarten Kinde nach [[land:thueringen|Thüringen]] aus, um dem Mangel auszuweichen. Unterweges in einem Wald übernahm ihn das Elend, und er sprach zur Frau: „thun wir nicht besser, daß wir unser Kind schlachten und sein Fleisch essen, als daß wir selbst durch die Nahrungslosigkeit verzehrt werden?“ +Als im [[region:grabfeld|Grabfeld]] große Hungersnoth herrschte, wanderte ein Mann mit seiner Frau und einem zarten Kinde nach [[land:thueringen|Thüringen]] aus, um dem Mangel auszuweichen. Unterweges in einem Wald übernahm ihn das Elend, und er sprach zur Frau: „thun wir nicht besser, daß wir unser Kind schlachten und sein Fleisch essen, als daß wir selbst durch die Nahrungslosigkeit verzehrt werden?“ 
  
-Die Frau widersetzte sich einem so großen Verbrechen; zuletzt aber drückte ihn der [[typ:Hunger]] so, daß er das Kind gewaltsam aus den Mutterarmen riß und seinen Willen durch die That ausgeführt hätte: wenn nicht Gottes [[typ:gnade|Erbarmen]] zuvorgekommen wäre. Denn indem er, wie er hernachmals in [[land:thueringen|Thüringen]] oft erzählte, das [[typ:Schwert]] zog, um das Söhnlein zu würgen, sah er in der Ferne zwei [[typ:wolf|Wölfe]] über einer [[typ:hirsch|Hindin]] stehen und sie zerfleischen. +Die Frau widersetzte sich einem so großen Verbrechen; zuletzt aber drückte ihn der Hunger so, daß er das Kind gewaltsam aus den Mutterarmen riß und seinen Willen durch die That ausgeführt hätte: wenn nicht Gottes Erbarmen zuvorgekommen wäre. Denn indem er, wie er hernachmals in [[land:thueringen|Thüringen]] oft erzählte, das Schwert zog, um das Söhnlein zu würgen, sah er in der Ferne zwei Wölfe über einer Hindin stehen und sie zerfleischen. 
  
 Sogleich ließ er von seinem Kinde ab, scheuchte die Wölfe vom Aß weg, das sie kaum gekostet hatten, und kam mit dem lebendigen Sohn und der gefundenen Speise zu seiner Frau wieder.  Sogleich ließ er von seinem Kinde ab, scheuchte die Wölfe vom Aß weg, das sie kaum gekostet hatten, und kam mit dem lebendigen Sohn und der gefundenen Speise zu seiner Frau wieder. 
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 //Quellen: // //Quellen: //
   * //[[autor:grimm|Brüder Grimm]], [[buch:grimmds|Deutsche Sagen]], Band 2, S. 373-374, 1818//   * //[[autor:grimm|Brüder Grimm]], [[buch:grimmds|Deutsche Sagen]], Band 2, S. 373-374, 1818//
-  * //[[https://de.wikisource.org/wiki/Deutsche_Sagen_(Br%C3%BCder_Grimm,_Band_1)|Wikisource]]// 
  
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-{{tag>sagen grimm deutschesagen2 grabfeld thüringen hindin hirsch wolf hunger gnade kindesmord kannibalismus}}+{{tag>sagen grimm deutschesagen2 grabfeld thüringen hindin hirsch wolf hunger gnade kindesmord kannibalismus v2}}
sagen/grimmds2-582.1696938561.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)