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sagen:grimmds2-554

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 Die Brüder und Freunde [[vip:friedrichiiivongoseck|Markgraf Friedrichs]], klagten [[vip:ludwigderspringer|Landgraf Ludwigen zu Thüringen und Hessen]] vor dem Kaiser an, von wegen der frevelen That, die er um des schönen Weibes willen begangen hatte. Sie brachten auch so viel beim Kaiser aus, daß sie den Landgrafen, wo sie ihn bekommen könnten, fahen sollten.  Die Brüder und Freunde [[vip:friedrichiiivongoseck|Markgraf Friedrichs]], klagten [[vip:ludwigderspringer|Landgraf Ludwigen zu Thüringen und Hessen]] vor dem Kaiser an, von wegen der frevelen That, die er um des schönen Weibes willen begangen hatte. Sie brachten auch so viel beim Kaiser aus, daß sie den Landgrafen, wo sie ihn bekommen könnten, fahen sollten. 
  
-Also ward er im Stift [[geo:magdeburg|Magdeburg]] getroffen, und auf den Gibichenstein bei [[geo:hallesaale|Halle an der Saal]] geführet, wo sie ihn über zwei Jahre gefangen hielten in einer Kemnaten (Steinstube) ohne Fessel. Wie er nun vernahm „daß er mit dem Leben nicht davon kommen möchte“ rief er Gott an, und verhieß und gelobte eine Kirche zu bauen in St. Ulrichs Ehr, in seine neulich erkaufte Stadt [[geo:sangerhausen|Sangerhausen]], so ihm aus der Noth geholfen würde. +Also ward er im Stift [[geo:magdeburg|Magdeburg]] getroffen, und auf den Gibichenstein bei [[geo:hallesaale|Halle an der Saal]] geführet, wo sie ihn über zwei Jahre gefangen hielten in einer Kemnaten (Steinstube) ohne Fessel. Wie er nun vernahm „daß er mit dem Leben nicht davon kommen möchte“ rief er Gott an, und verhieß und gelobte eine Kirche zu bauen in [[vip:ulrichvonaugsburg|St. Ulrichs]] Ehr, in seine neulich erkaufte Stadt [[geo:sangerhausen|Sangerhausen]], so ihm aus der Noth geholfen würde. 
  
 Weil er aber vor schwerem Kummer nicht aß und nicht trank, war er siech geworden; da bat er, man moge ihm sein Seelgeräthe((letzter Willen, Testament.)) setzen, eh’ dann der Kaiser zu Lande käme und ihn tödten ließe. Und ließ beschreiben einen seiner heimlichen Diener, mit dem legte er an: wann er das Seelgeräthe von dannen führete, daß er den anderen Tag um Mittag mit zweien Kleppern unter das Haus an die Saale käme, und seiner wartete. Es saßen aber bei ihm auf der Kemnate sechs ehrbare Männer, die sein hüteten.  Weil er aber vor schwerem Kummer nicht aß und nicht trank, war er siech geworden; da bat er, man moge ihm sein Seelgeräthe((letzter Willen, Testament.)) setzen, eh’ dann der Kaiser zu Lande käme und ihn tödten ließe. Und ließ beschreiben einen seiner heimlichen Diener, mit dem legte er an: wann er das Seelgeräthe von dannen führete, daß er den anderen Tag um Mittag mit zweien Kleppern unter das Haus an die Saale käme, und seiner wartete. Es saßen aber bei ihm auf der Kemnate sechs ehrbare Männer, die sein hüteten. 
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 Der Wind führte ihn, daß er nicht hart ins Wasser fiel, da schwemmte der Diener mit dem ledigen Hengst zu ihm. Der Landgraf schwang sich zu Pferd, warf der nassen Kleider ein Theil von sich, und rennte auf seinem weißen Hengst, den er den Schwan hieß, bis gen Sangerhausen. Der Wind führte ihn, daß er nicht hart ins Wasser fiel, da schwemmte der Diener mit dem ledigen Hengst zu ihm. Der Landgraf schwang sich zu Pferd, warf der nassen Kleider ein Theil von sich, und rennte auf seinem weißen Hengst, den er den Schwan hieß, bis gen Sangerhausen.
  
-Von diesem Sprunge heißt er Ludwig der Springer; dankte Gott und baute eine schöne [[kirche:klosterreinhardsbrunn|Kirche]], wie er gelobet hatte. Gott gab ihm und seiner Gemahlin Gnad in ihr Herz, daß sie Reu und Leid ob ihrer Sünde hatten.+Von diesem Sprunge heißt er Ludwig der Springer; dankte Gott und baute eine schöne Kirche, wie er gelobet hatte. Gott gab ihm und seiner Gemahlin Gnad in ihr Herz, daß sie Reu und Leid ob ihrer Sünde hatten.
  
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sagen/grimmds2-554.1716448124.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)