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sagen:grimmds2-544

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 Herzog Gottfried von [[region:Brabant]] war gestorben, ohne männliche Erben zu hinterlassen; er hatte aber in einer Urkunde gestiftet, daß sein Land der Herzogin und seiner Tochter verbleiben sollte. Hieran kehrte sich jedoch Gottfrieds Bruder, der mächtige Herzog von Sachsen wenig: sondern bemächtigte sich, aller Klagen der Witwe und Waise unerachtet, des Landes, das nach, deutschem Rechte auf keine Weiber erben könne. Herzog Gottfried von [[region:Brabant]] war gestorben, ohne männliche Erben zu hinterlassen; er hatte aber in einer Urkunde gestiftet, daß sein Land der Herzogin und seiner Tochter verbleiben sollte. Hieran kehrte sich jedoch Gottfrieds Bruder, der mächtige Herzog von Sachsen wenig: sondern bemächtigte sich, aller Klagen der Witwe und Waise unerachtet, des Landes, das nach, deutschem Rechte auf keine Weiber erben könne.
  
-Die Herzogin beschloß daher, bei dem König zu klagen; und als bald darauf Carl nach [[land:niederlande|Niederland]] zog, und einen Tag zu Neumagen am Rheine halten wollte, kam sie mit ihrer Tochter dahin und begehrte Recht. Dahin war auch der Sachsen Herzog gekommen, und wollte der Klage zu Antwort stehen. Es ereignete sich aber, daß der König durch ein Fenster schaute; da erblickte er einen weißen Schwan, der schwamm den Rhein herdan und zog an einer silbernen Kette, die hell glänzte, ein Schifflein nach sich; in dem Schiff aber ruhte ein schlafender Ritter, sein Schild war sein Hauptkissen, und neben ihm lagen Helm und Halsberg; der Schwan steuerte gleich einem geschickten Seemann, und brachte sein Schiff an das Gestade. +Die Herzogin beschloß daher, bei dem König zu klagen; und als bald darauf [[vip:karlmartell|Carl]] nach [[land:niederlande|Niederland]] zog, und einen Tag zu Neumagen am Rheine halten wollte, kam sie mit ihrer Tochter dahin und begehrte Recht. Dahin war auch der Sachsen Herzog gekommen, und wollte der Klage zu Antwort stehen. Es ereignete sich aber, daß der König durch ein Fenster schaute; da erblickte er einen weißen Schwan, der schwamm den Rhein herdan und zog an einer silbernen Kette, die hell glänzte, ein Schifflein nach sich; in dem Schiff aber ruhte ein schlafender Ritter, sein Schild war sein Hauptkissen, und neben ihm lagen Helm und Halsberg; der Schwan steuerte gleich einem geschickten Seemann, und brachte sein Schiff an das Gestade. 
  
 Carl und der ganze Hof verwunderten sich höchlich ob diesem seltsamen Ereigniß; jedermann vergaß der Klage der Frauen, und lief hinab dem Ufer zu. Unterdessen war der Ritter erwacht und stieg aus der Barke; wohl und herrlich empfing ihn der König, nahm ihn selbst zur Hand, und führte ihn gegen die Burg. Da sprach der junge Held zu dem Vogel: flieg deinen Weg wohl, lieber, Schwan! wann ich dein wieder bedarf, will ich dir schon rufen. Sogleich schwang sich der Schwan, und fuhr mit dem Schifflein aus aller Augen weg. Jedermann schaute den fremden Gast neugierig an; Carl ging wieder ins Gestühl zu seinem Gericht, und wies jenem eine Stelle unter den andern Fürsten an. Carl und der ganze Hof verwunderten sich höchlich ob diesem seltsamen Ereigniß; jedermann vergaß der Klage der Frauen, und lief hinab dem Ufer zu. Unterdessen war der Ritter erwacht und stieg aus der Barke; wohl und herrlich empfing ihn der König, nahm ihn selbst zur Hand, und führte ihn gegen die Burg. Da sprach der junge Held zu dem Vogel: flieg deinen Weg wohl, lieber, Schwan! wann ich dein wieder bedarf, will ich dir schon rufen. Sogleich schwang sich der Schwan, und fuhr mit dem Schifflein aus aller Augen weg. Jedermann schaute den fremden Gast neugierig an; Carl ging wieder ins Gestühl zu seinem Gericht, und wies jenem eine Stelle unter den andern Fürsten an.
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-{{tag>sagen grimm deutschesagen2 lohengrin schwan brabant voncleve vongeldern kleve zweikampf hochzeit geheimnis wappen v2}}+{{tag>sagen grimm deutschesagen2 lohengrin karlmartell schwan brabant voncleve vongeldern kleve zweikampf hochzeit geheimnis wappen v2}}
sagen/grimmds2-544.1720527216.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)