sagen:grimmds2-542
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| Da sie sich standhaft weigerte, klagte Friedrich bei dem Kaiser, [[vip: | Da sie sich standhaft weigerte, klagte Friedrich bei dem Kaiser, [[vip: | ||
| - | Da erscholl weit davon zu Montsalvatsch beim Gral der Laut der Glocke, zum Zeichen, daß jemand dringender Hülfe bedürfe: alsobald beschloß der Gral, den Sohn Parcifals [[vip: | + | Da erscholl weit davon zu Montsalvatsch beim Gral der Laut der Glocke, zum Zeichen, daß jemand dringender Hülfe bedürfe: alsobald beschloß der Gral, den Sohn Parcifals [[wesen: |
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| Kaiser Heinrich, der sich zu Frankfurt aufhielt, kam nach Mainz entgegen; und in dieser Stadt wurde das Gestühl errichtet, wo Lohengrin und Friedrich kämpfen sollten. Der Held vom Gral überwand; Friedrich gestand, die Herzogin angelogen zu haben, und wurde mit Schlägel und Barte (Beil) gerichtet. Elsam fiel nun dem Lohengrin zu Theile, die sich längst einander liebten; doch behielt er sich insgeheim voraus, daß ihr Mund alle Fragen nach seiner Herkunft zu vermeiden habe: denn sonst müsse er sie augenblicklich verlassen. | Kaiser Heinrich, der sich zu Frankfurt aufhielt, kam nach Mainz entgegen; und in dieser Stadt wurde das Gestühl errichtet, wo Lohengrin und Friedrich kämpfen sollten. Der Held vom Gral überwand; Friedrich gestand, die Herzogin angelogen zu haben, und wurde mit Schlägel und Barte (Beil) gerichtet. Elsam fiel nun dem Lohengrin zu Theile, die sich längst einander liebten; doch behielt er sich insgeheim voraus, daß ihr Mund alle Fragen nach seiner Herkunft zu vermeiden habe: denn sonst müsse er sie augenblicklich verlassen. | ||
| - | Eine Zeitlang verlebten die Eheleute in ungestörtem Glück, und Lohengrin beherrschte das Land weise und mächtig; auch dem Kaiser leistete er, auf den Zügen gegen die Hunnen und Heiden, große Dienste. Es trug sich aber zu, daß er ein Mal im Speerwechsel den Herzog von [[region:Cleve]] herunter stach, und dieser den Arm zerbrach; neidisch redete da die Clever Herzogin laut unter den Frauen: „ein kühner Held mag Lohengrin seyn, und Christenglauben scheint er zu haben; schade, daß Adels halben sein Ruhm gering ist; denn niemand weiß, woher er ans Land geschwommen kam.“ | + | Eine Zeitlang verlebten die Eheleute in ungestörtem Glück, und Lohengrin beherrschte das Land weise und mächtig; auch dem Kaiser leistete er, auf den Zügen gegen die Hunnen und Heiden, große Dienste. Es trug sich aber zu, daß er ein Mal im Speerwechsel den Herzog von [[familie:voncleve|Cleve]] herunter stach, und dieser den Arm zerbrach; neidisch redete da die Clever Herzogin laut unter den Frauen: „ein kühner Held mag Lohengrin seyn, und Christenglauben scheint er zu haben; schade, daß Adels halben sein Ruhm gering ist; denn niemand weiß, woher er ans Land geschwommen kam.“ |
| Dies Wort ging der Herzogin von Brabant durch das Herz, sie erröthete und erblich. Nachts im Bette, als ihr Gemahl sie in Armen hielt, weinte sie; er sprach: „Lieb, was wirret dir?“ Sie antwortete „die Clever Herzogin hat mich zu tiefem Seufzen gebracht“; | Dies Wort ging der Herzogin von Brabant durch das Herz, sie erröthete und erblich. Nachts im Bette, als ihr Gemahl sie in Armen hielt, weinte sie; er sprach: „Lieb, was wirret dir?“ Sie antwortete „die Clever Herzogin hat mich zu tiefem Seufzen gebracht“; | ||
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sagen/grimmds2-542.1709326669.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
