sagen:grimmds2-540
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| Flamländ. Volksbuch | Flamländ. Volksbuch | ||
| - | Zu [[region:flandern|Flandern]] war vor Alters ein Königreich Lillefort, da wo jetzt die Städte Ryßel und Doway liegen; in demselben herrschte Pyrion mit Matabruna seiner Gemahlin. Sie zeugten einen Sohn, Namens Oriant. Dieser jagte eines Tages im Walde einen [[typ:Hirsch]], der Hirsch entsprang ihm, aber in ein Wasser, und Oriant setzte sich müde an einen schönen | + | Zu [[region: |
| - | Als er so allein saß, kam eine edle [[typ:Jungfrau]] gegangen, die seine Hunde sah und ihn fragte: mit wessen Urlaub er in ihrem Wald jage? Diese Jungfrau hieß Beatrix, und Oriant wurde von ihrer wunderbaren Schönheit so getroffen, daß er ihr die Liebe erklärte und seine Hand auf der Stelle bot. Beatrix willigte ein, und der junge König nahm sie mit aus dem Wald nach Lillefort, um eine fröhliche Hochzeit zu feiern. | + | Als er so allein saß, kam eine edle Jungfrau gegangen, die seine Hunde sah und ihn fragte: mit wessen Urlaub er in ihrem Wald jage? Diese Jungfrau hieß Beatrix, und Oriant wurde von ihrer wunderbaren Schönheit so getroffen, daß er ihr die Liebe erklärte und seine Hand auf der Stelle bot. Beatrix willigte ein, und der junge König nahm sie mit aus dem Wald nach Lillefort, um eine fröhliche Hochzeit zu feiern. |
| Matabrun seine Mutter ging ihm aber entgegen, und war der jungen Braut gram; darum, daß er sie nackt und bloß heimgeführt hatte, und niemand wußte, woher sie stammte. Nach einiger Zeit nun wurde die Königin schwanger; während dessen geschah’s, | Matabrun seine Mutter ging ihm aber entgegen, und war der jungen Braut gram; darum, daß er sie nackt und bloß heimgeführt hatte, und niemand wußte, woher sie stammte. Nach einiger Zeit nun wurde die Königin schwanger; während dessen geschah’s, | ||
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| Als nun ihre Zeit heran rückte, ward Beatrix von sechs Söhnen und einer Tochter entbunden, und jedem Kindlein lag um seinen Hals eine silberne Kette. Matabruna schaffte sogleich die Kinder weg, und legte sieben Wölpe hin; die Wehfrau aber rief: ach Königin, was ist euch geschehen! ihr habt sieben scheußliche Wölpe geboren, thut sie weg und laßt sie unter die Erde graben, daß dem Könige seine Ehre bewahrt bleibe. | Als nun ihre Zeit heran rückte, ward Beatrix von sechs Söhnen und einer Tochter entbunden, und jedem Kindlein lag um seinen Hals eine silberne Kette. Matabruna schaffte sogleich die Kinder weg, und legte sieben Wölpe hin; die Wehfrau aber rief: ach Königin, was ist euch geschehen! ihr habt sieben scheußliche Wölpe geboren, thut sie weg und laßt sie unter die Erde graben, daß dem Könige seine Ehre bewahrt bleibe. | ||
| - | Beatrix weinte und rang die Hände, daß es einen erbarmen mußte; die alte Königin aber hub an, sie heftig zu schelten und des schändlichsten Ehebruchs zu zeihen. Darauf ging Matabruna weg, rief einen vertrauten Diener, dem sie die sieben Kindlein übergab und sprach: die silbernen Ketten an dieser Brut bedeuten, daß sie dereinst | + | Beatrix weinte und rang die Hände, daß es einen erbarmen mußte; die alte Königin aber hub an, sie heftig zu schelten und des schändlichsten Ehebruchs zu zeihen. Darauf ging Matabruna weg, rief einen vertrauten Diener, dem sie die sieben Kindlein übergab und sprach: die silbernen Ketten an dieser Brut bedeuten, daß sie dereinst Räuber und Mörder werden, darum muß man eilen, sie aus der Welt zu schaffen. Der Knecht nahm sie in seinen Mantel, ritt in den Wald und wollte sie tödten; als sie ihn aber anlachten, wurde er mitleidig, legte sie hin und empfahl sie der Barmherzigkeit Gottes. |
| - | Darauf kehrte er an den Hof zurück und sagte der Alten, daß er ihren Befehl ausgerichtet, | + | Darauf kehrte er an den Hof zurück und sagte der Alten, daß er ihren Befehl ausgerichtet, |
| Diese Geiß stellte sich nun von Tag zu Tage ein, bis daß die Kinder wuchsen und größer wurden. Der Einsiedel machte ihnen dann kleine Röcklein von Blättern, sie gingen spielen im Gesträuch und suchten sich wilde Beeren, die sie aßen, und wurden auferzogen in Gottes Furcht und Gnade. | Diese Geiß stellte sich nun von Tag zu Tage ein, bis daß die Kinder wuchsen und größer wurden. Der Einsiedel machte ihnen dann kleine Röcklein von Blättern, sie gingen spielen im Gesträuch und suchten sich wilde Beeren, die sie aßen, und wurden auferzogen in Gottes Furcht und Gnade. | ||
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| Der König, nachdem er den Feind besiegt hatte, kehrte heim und wurde mit Klagen empfangen: daß sein Gemahl von einem schändlichen Hunde sieben Wölpe geboren hätte, welche man weggeschafft. Da befiel ihn tiefer Schmerz; er versammelte seinen Rath und fragte, was zu thun wäre? Und einige riethen, die Königin zu verbrennen, andere aber, sie nur gefangen einzuschließen. Dieses Letztere gefiel dem Könige besser, weil er sie noch immer liebte. Also blieb die unschuldige Beatrix eingeschlossen, | Der König, nachdem er den Feind besiegt hatte, kehrte heim und wurde mit Klagen empfangen: daß sein Gemahl von einem schändlichen Hunde sieben Wölpe geboren hätte, welche man weggeschafft. Da befiel ihn tiefer Schmerz; er versammelte seinen Rath und fragte, was zu thun wäre? Und einige riethen, die Königin zu verbrennen, andere aber, sie nur gefangen einzuschließen. Dieses Letztere gefiel dem Könige besser, weil er sie noch immer liebte. Also blieb die unschuldige Beatrix eingeschlossen, | ||
| - | Der [[typ: | + | Der Einsiedel hatte unterdessen die sieben Kinder getauft, und eines, das er besonders liebte, Helias nach seinem Namen geheißen. Die Kinder aber in ihren Blätterröcklein, |
| Der Jäger grüßte sie, da flohen die Kinder zu der Klause, und der Einsiedler bat, daß der Jäger ihnen kein Leid thun möchte. Als dieser Jäger wieder nach Lillefort kam, erzählte er Matabrunen alles, was er gesehen hatte; sie wunderte sich und rieth wohl, daß es Oriants sieben Kinder wären, welche Gott beschirmt hatte. Da sprach sie auf der Stelle: „o guter Gesell, nehmt von euren Leuten und kehret mir eilends zum Wald, daß ihr die sieben Kinder tödtet, und bringt mir die sieben Ketten zum Wahrzeichen mit! Thut ihr das nicht, so ists um euer eigen Leben geschehn, sonst aber sollt ihr großen Lohn haben.“ | Der Jäger grüßte sie, da flohen die Kinder zu der Klause, und der Einsiedler bat, daß der Jäger ihnen kein Leid thun möchte. Als dieser Jäger wieder nach Lillefort kam, erzählte er Matabrunen alles, was er gesehen hatte; sie wunderte sich und rieth wohl, daß es Oriants sieben Kinder wären, welche Gott beschirmt hatte. Da sprach sie auf der Stelle: „o guter Gesell, nehmt von euren Leuten und kehret mir eilends zum Wald, daß ihr die sieben Kinder tödtet, und bringt mir die sieben Ketten zum Wahrzeichen mit! Thut ihr das nicht, so ists um euer eigen Leben geschehn, sonst aber sollt ihr großen Lohn haben.“ | ||
| - | Der Jäger sagte „euer Wille soll befolgt werden“ nahm sieben Männer, und machten sich auf den Weg nach dem Walde. Unterwegs mußten sie durch ein Dorf, wo ein großer Haufen Menschen versammelt war. Der Jäger fragte nach der Ursache, und erhielt zur Antwort: es soll eine Frau hingerichtet werden; weil sie ihr Kind ermordet hat. Ach – dachte der Jäger – diese Frau wird [[typ: | + | Der Jäger sagte „euer Wille soll befolgt werden“ nahm sieben Männer, und machten sich auf den Weg nach dem Walde. Unterwegs mußten sie durch ein Dorf, wo ein großer Haufen Menschen versammelt war. Der Jäger fragte nach der Ursache, und erhielt zur Antwort: es soll eine Frau hingerichtet werden; weil sie ihr Kind ermordet hat. Ach – dachte der Jäger – diese Frau wird verbrennt, weil sie Ein Kind getödtet hat; und ich gehe darauf aus, sieben Kinder zu morden; verflucht sey die Hand, die dergleichen vollbringt! |
| Da sprachen alle Jäger: „wir wollen den Kindern kein Leid thun, sondern ihnen die Ketten ablösen, und sie der Königin bringen, zum Beweise, daß sie todt seyen.“ Hierauf kamen sie in den Wald, und der Einsiedler war gerade ausgegangen, | Da sprachen alle Jäger: „wir wollen den Kindern kein Leid thun, sondern ihnen die Ketten ablösen, und sie der Königin bringen, zum Beweise, daß sie todt seyen.“ Hierauf kamen sie in den Wald, und der Einsiedler war gerade ausgegangen, | ||
| - | Da nahmen sie die Kinder, und thaten ihnen die Ketten vom Hals; in demselben Augenblick, wo dies geschah, wurden sie zu weißen | + | Da nahmen sie die Kinder, und thaten ihnen die Ketten vom Hals; in demselben Augenblick, wo dies geschah, wurden sie zu weißen Schwänen, und flogen in die Luft. Die Jäger aber erschraken sehr, und zuletzt gingen sie nach Haus, und brachten der alten Königin die sechs Ketten unter dem Vorgeben: die siebente hätten sie verloren. Darüber war Matabruna sehr bös, und entbot einem Goldschmied, |
| - | Der [[typ: | + | Der Goldschmied nahm eine der Ketten, und wollte sie im Feuer prüfen, ob das Silber gut wäre. Da wurde die Kette so schwer, daß sie allein mehr wog, als vorher die sechse zusammen. Der Schmied war verwundert, gab die fünfe seiner Frau, sie aufzuheben; und aus der sechsten, die geschmolzen war, wirkte er zwei Näpfe, jeden so groß, als ihn Matabrun begehrt hatte. Den einen Napf behielt er auch noch zu den Ketten, und den andern trug er der Königin hin, die sehr zufrieden mit seiner Schwere und Größe war. |
| - | Als nun die Kinder in weiße Schwäne verwandelt worden waren, kam der Einsiedler mit dem jungen Helias auch wieder heim, und war erschrocken, | + | Als nun die Kinder in weiße Schwäne verwandelt worden waren, kam der Einsiedler mit dem jungen Helias auch wieder heim, und war erschrocken, |
| - | Während Beatrix gefangen saß, dachte Matabrun auf nichts anders, als sie durch den Tod wegzuräumen. Sie stiftete daher einen falschen Zeugen an, welcher aussagte „den Hund gekannt zu haben, mit dem die Königin Umgang gepflogen hätte.“ Oriant wurde dadurch von neuem erbittert; und als der Zeuge sich erbot, seine Aussage gegen jedermann im [[typ: | + | Während Beatrix gefangen saß, dachte Matabrun auf nichts anders, als sie durch den Tod wegzuräumen. Sie stiftete daher einen falschen Zeugen an, welcher aussagte „den Hund gekannt zu haben, mit dem die Königin Umgang gepflogen hätte.“ Oriant wurde dadurch von neuem erbittert; und als der Zeuge sich erbot, seine Aussage gegen jedermann im Gotteskampf zu bewähren, schwur der König: daß Beatrix sterben solle, wenn kein Kämpfer für sie aufträte. In dieser Noth betete sie zu Gott, der ihr Flehen hörte, und einen Engel zum Einsiedler sandte. Dieser erfuhr nunmehr den ganzen Verlauf: wer die Schwäne wären, und in welcher Gefahr ihre arme Mutter schwebte. |
| - | Helias, der Jüngling, war erfreut über diese Nachricht; und machte sich barfuß, barhaupt, und in seinem Blätterkleid auf, an den Hof des Königs, seines Vaters, zu gehen. Das Gericht war gerade versammelt, und der Verräther stand zum Kampfe bereit. Helias erschien, seine einzige Waffe war eine hölzerne | + | Helias, der Jüngling, war erfreut über diese Nachricht; und machte sich barfuß, barhaupt, und in seinem Blätterkleid auf, an den Hof des Königs, seines Vaters, zu gehen. Das Gericht war gerade versammelt, und der Verräther stand zum Kampfe bereit. Helias erschien, seine einzige Waffe war eine hölzerne Keule. Hierauf überwand der Jüngling seinen Gegner, und that die Unschuld der geliebten Mutter dar, die sogleich befreit, und in ihre vorige Rechte eingesetzt wurde. |
| - | Als sich nun die ganze [[typ: | + | Als sich nun die ganze Verrätherei enthüllt hatte, wurde sogleich der Goldschmied gesandt, der die Schwanketten verschmieden sollte. Er kam, und brachte fünf Ketten und den Napf, der ihm von der sechsten übergeschossen war. Helias nahm nun diese Ketten, und war begierig, seine Geschwister wieder zu erlösen; plötzlich sah man sechs Schwäne zu dem Schloßweiher geflogen kommen. Da gingen Vater und Mutter mit ihm hinaus, und das Volk stand um das Ufer und wollte dem Wunder zusehen. |
| - | Sobald die Schwäne Helias erblickten, schwommen sie hinzu, und er strich ihre Federn und wies ihnen die Ketten. Hierauf legte er einem nach dem andern die Kette um den Hals, augenblicklich standen sie in menschlicher Gestalt vor ihm, vier Söhne und eine Tochter; und die Ältern liefen hinzu, ihre Kinder zu halsen und küssen. Als aber der sechste | + | Sobald die Schwäne Helias erblickten, schwommen sie hinzu, und er strich ihre Federn und wies ihnen die Ketten. Hierauf legte er einem nach dem andern die Kette um den Hals, augenblicklich standen sie in menschlicher Gestalt vor ihm, vier Söhne und eine Tochter; und die Ältern liefen hinzu, ihre Kinder zu halsen und küssen. Als aber der sechste Schwan sah, daß er allein übrig blieb und kein Mensch wurde, war er tief betrübt, und zog sich im Schmerz die Federn aus; Helias weinte und ermahnte ihn tröstend zur Geduld. Der Schwan neigte mit dem Hals, als ob er ihm dankte, und jedermann bemitleidete ihn. Die fünf andern Kinder wurden darauf zur Kirche geführt und getauft; die Tochter empfing den Namen Rose, die vier Brüder wurden hernachmals fromme und tapfere Helden. |
| - | König Oriant nach diesen wunderbaren Begebenheiten gab nun die Regierung des Reichs in seines Sohnes Helias Hände. Der junge König aber beschloß, vor allem das Recht walten zu lassen, eroberte die feste Burg, wohin Matabrun geflohen war, und überlieferte sie dem Gericht, welches die Übelthäterin zum [[typ: | + | König Oriant nach diesen wunderbaren Begebenheiten gab nun die Regierung des Reichs in seines Sohnes Helias Hände. Der junge König aber beschloß, vor allem das Recht walten zu lassen, eroberte die feste Burg, wohin Matabrun geflohen war, und überlieferte sie dem Gericht, welches die Übelthäterin zum Tode des Feuers verdammte. Dieses Urtheil wurde sodann vollstreckt. |
| - | Helias regierte nun eine Weile zu Lillefort; eines Tages aber, da er den [[typ:Schwan]], seinen Bruder, auf dem Schloßweiher einen Nachen ziehen sah, hatte er keine längre Ruhe: sondern hielt dies für ein Zeichen des Himmels, daß er dem Schwan folgen, und irgendwo Ruhm und Ehre erwerben solle. Er versammelte daher Ältern und Geschwister, | + | Helias regierte nun eine Weile zu Lillefort; eines Tages aber, da er den Schwan, seinen Bruder, auf dem Schloßweiher einen Nachen ziehen sah, hatte er keine längre Ruhe: sondern hielt dies für ein Zeichen des Himmels, daß er dem Schwan folgen, und irgendwo Ruhm und Ehre erwerben solle. Er versammelte daher Ältern und Geschwister, |
| Der Schwan schrie drei oder vier Mal ganz mit seltsamer Stimme; da ging Helias zum Gestade hinab; sogleich schlug der Vogel die Flügel, als ob er ihn fröhlich bewillkommte, | Der Schwan schrie drei oder vier Mal ganz mit seltsamer Stimme; da ging Helias zum Gestade hinab; sogleich schlug der Vogel die Flügel, als ob er ihn fröhlich bewillkommte, | ||
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| Die Herzogin, ihre Mutter, hätte unterdessen gar zu gern Kundschaft von ihrem Gemahl gehabt, wohin er gekommen wäre; und sie sandte Pilger aus, die ihn suchen sollten in allen Landen. Nun kam endlich einer dieser Pilger vor ein Schloß, nach dessen Namen er fragte, und hörte mit Erstaunen, daß es Billon hieße: da er doch wohl wußte, Billon liege noch viel weiter. Die Landleute erzählten ihm aber, warum Helias diesen Bau gestiftet und so benannt habe; und berichteten den Pilgrim der ganzen Geschichte. | Die Herzogin, ihre Mutter, hätte unterdessen gar zu gern Kundschaft von ihrem Gemahl gehabt, wohin er gekommen wäre; und sie sandte Pilger aus, die ihn suchen sollten in allen Landen. Nun kam endlich einer dieser Pilger vor ein Schloß, nach dessen Namen er fragte, und hörte mit Erstaunen, daß es Billon hieße: da er doch wohl wußte, Billon liege noch viel weiter. Die Landleute erzählten ihm aber, warum Helias diesen Bau gestiftet und so benannt habe; und berichteten den Pilgrim der ganzen Geschichte. | ||
| - | Der [[typ: | + | Der Pilgrim dankte Gott, daß er endlich gefunden hatte, was er so lange suchte; ließ sich bei dem König Oriant und seinen Söhnen melden, und erzählte, wie es um die Herzogin in Billon und ihre Tochter stünde. Eßmer brachte dem Helias die frohe Bothschaft in sein Kloster, Helias gab dem Pilgrim seinen Trauring zum Wahrzeichen mit; auch sandten die andern viele Kostbarkeiten ihren Freunden zu Billon. Der Pilgrim fuhr damit in seine Heimath, und bald zogen die Herzogin und die Gräfin hin zu ihrem Gemahl und Vater in sein Kloster. |
| Helias empfing sie fröhlich, starb aber nicht lange darnach; die Herzogin folgte ihm aus Betrübniß. Die Gräfin aber, als ihre Eltern begraben waren, zog wieder heim in ihr Land, und unterwies ihre Söhne in aller Tugend und Gottesfurcht. Diese Söhne gewannen hernachmals den Unglaubigen das heilige Land ab, und Godfried und Baldwin wurden zu Jerusalem als Könige gekrönt. | Helias empfing sie fröhlich, starb aber nicht lange darnach; die Herzogin folgte ihm aus Betrübniß. Die Gräfin aber, als ihre Eltern begraben waren, zog wieder heim in ihr Land, und unterwies ihre Söhne in aller Tugend und Gottesfurcht. Diese Söhne gewannen hernachmals den Unglaubigen das heilige Land ab, und Godfried und Baldwin wurden zu Jerusalem als Könige gekrönt. | ||
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