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sagen:grimmds2-534

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 Albrecht Freiherr von Simmern war bei seinem Landesherrn Herzog [[vip:friedrichiischwaben|Friedrich von Schwaben]], der ihn auferzogen hatte, wohlgelitten, und stand in besonderer Gnade. Einstmals that dieser in der Begleitung seiner Grafen und Ritter, unter welchen sich auch der Freiherr Albrecht befand, einen Lustritt zu dem Grafen Erchinger, bei dem er schon öfter gewesen, und dessen Schloß Mogenheim im Zabergau lag. Der Graf war ein Mann von fröhlichem Gemüthe, der Jagd und andern ehrlichen Uebungen ergeben. Mit seiner Frau, Maria von Tübing, hatte er nur zwei Töchter und keinen Sohn erzeugt, und sein gräflicher Stamm drohte zu erlöschen. Albrecht Freiherr von Simmern war bei seinem Landesherrn Herzog [[vip:friedrichiischwaben|Friedrich von Schwaben]], der ihn auferzogen hatte, wohlgelitten, und stand in besonderer Gnade. Einstmals that dieser in der Begleitung seiner Grafen und Ritter, unter welchen sich auch der Freiherr Albrecht befand, einen Lustritt zu dem Grafen Erchinger, bei dem er schon öfter gewesen, und dessen Schloß Mogenheim im Zabergau lag. Der Graf war ein Mann von fröhlichem Gemüthe, der Jagd und andern ehrlichen Uebungen ergeben. Mit seiner Frau, Maria von Tübing, hatte er nur zwei Töchter und keinen Sohn erzeugt, und sein gräflicher Stamm drohte zu erlöschen.
  
-Nahe an dem Schlosse lag ein lustiges Gehölz, der Stromberg genannt; darin lief seit langer Zeit ein ansehnlicher großer [[typ:Hirsch]], den weder die [[typ:Jäger]] noch Hofbediente je hatten fahen können. Als er sich eben jetzt wieder sehen ließ, freuten sich alle, besonders der Graf Erchinger, welcher die übrige Gesellschaft aufmahnte, sich mit dem gewöhnlichen Jäger-Zeuge dahin zu begeben. Unter dem Jagen kam der Freiherr Albrecht von den andern ab in eine besondere Gegend des Waldes, wo er eines großen und schönen Hirsches ansichtig ward, wie er noch nie glaubte einen gesehen zu haben. Er setzte ihm lange durch den Wald nach, bis er ihn ganz aus dem Gesicht verlor, und er nicht wußte, wo das Thier hingerathen war.+Nahe an dem Schlosse lag ein lustiges Gehölz, der Stromberg genannt; darin lief seit langer Zeit ein ansehnlicher großer Hirsch, den weder die Jäger noch Hofbediente je hatten fahen können. Als er sich eben jetzt wieder sehen ließ, freuten sich alle, besonders der Graf Erchinger, welcher die übrige Gesellschaft aufmahnte, sich mit dem gewöhnlichen Jäger-Zeuge dahin zu begeben. Unter dem Jagen kam der Freiherr Albrecht von den andern ab in eine besondere Gegend des Waldes, wo er eines großen und schönen Hirsches ansichtig ward, wie er noch nie glaubte einen gesehen zu haben. Er setzte ihm lange durch den Wald nach, bis er ihn ganz aus dem Gesicht verlor, und er nicht wußte, wo das Thier hingerathen war.
  
 Indem trat ein Mann schrecklicher Gestalt vor ihn, und ob er gleich sonst beherzt und tapfer war, so entsetzte er sich doch heftig, und wahrte sich wider ihn mit dem Zeichen des Kreuzes. Der Mann aber sprach: „Fürchte dich nicht! ich bin von Gott gesandt, dir etwas zu offenbaren. Folge mir nach, so sollst du wunderbare Dinge sehen; wie sie deine Augen noch nie erblickt haben, und soll dir kein Haar dabei gekrümmt werden.“ Der Freiherr willigte ein, und folgte seinem Führer, der ihn aus dem Walde leitete.  Indem trat ein Mann schrecklicher Gestalt vor ihn, und ob er gleich sonst beherzt und tapfer war, so entsetzte er sich doch heftig, und wahrte sich wider ihn mit dem Zeichen des Kreuzes. Der Mann aber sprach: „Fürchte dich nicht! ich bin von Gott gesandt, dir etwas zu offenbaren. Folge mir nach, so sollst du wunderbare Dinge sehen; wie sie deine Augen noch nie erblickt haben, und soll dir kein Haar dabei gekrümmt werden.“ Der Freiherr willigte ein, und folgte seinem Führer, der ihn aus dem Walde leitete. 
  
-Als sie heraustraten, däuchte ihm, er sehe schöne Wiesen und eine überaus lustige Gegend. Ferner ein Schloß, das mit vielen Thürmen und anderer Zier so prangte, daß dergleichen seine Augen niemals gesehen. Indem sie sich diesem Schlosse nahten, kamen viel Leute, gleich als Hofdiener, entgegen. Keiner aber redete ein Wort; sondern als er bei dem Thor anlangte, nahm einer sein [[typ:Pferd]] ab, als wollte er es unterdessen halten. Sein Führer aber sprach: „laß dich ihr Schweigen nicht befremden; dagegen rede auch nicht mit ihnen, sondern allein mit mir, und thue in allem, wie ich dir sagen werde.“+Als sie heraustraten, däuchte ihm, er sehe schöne Wiesen und eine überaus lustige Gegend. Ferner ein Schloß, das mit vielen Thürmen und anderer Zier so prangte, daß dergleichen seine Augen niemals gesehen. Indem sie sich diesem Schlosse nahten, kamen viel Leute, gleich als Hofdiener, entgegen. Keiner aber redete ein Wort; sondern als er bei dem Thor anlangte, nahm einer sein Pferd ab, als wollte er es unterdessen halten. Sein Führer aber sprach: „laß dich ihr Schweigen nicht befremden; dagegen rede auch nicht mit ihnen, sondern allein mit mir, und thue in allem, wie ich dir sagen werde.“
  
-Nun traten sie ein, und Herr Albrecht ward in einen großen, schönen Saal geführt, wo ein Fürst mit den Seinigen zu Tische saß. Alle standen auf, und neigten sich ehrerbietig, gleich als wollten sie ihn willkommen heißen. Darauf setzten sie sich wieder, und thaten, als wenn sie äßen und tränken. Herr Albrecht blieb stehen, hielt sein [[typ:Schwert]] in der Hand, und wollte es nicht von sich lassen: indessen betrachtete er das wunderköstliche, silberne Tafel- Geschirr, darin die Speisen auf- und abgetragen wurden, sammt den andern vorhandenen Gefäßen. +Nun traten sie ein, und Herr Albrecht ward in einen großen, schönen Saal geführt, wo ein Fürst mit den Seinigen zu Tische saß. Alle standen auf, und neigten sich ehrerbietig, gleich als wollten sie ihn willkommen heißen. Darauf setzten sie sich wieder, und thaten, als wenn sie äßen und tränken. Herr Albrecht blieb stehen, hielt sein Schwert in der Hand, und wollte es nicht von sich lassen: indessen betrachtete er das wunderköstliche, silberne Tafel- Geschirr, darin die Speisen auf- und abgetragen wurden, sammt den andern vorhandenen Gefäßen. 
  
 Alles dieses geschah mit großem Stillschweigen; auch der Herr und seine Leute aßen für sich, und bekümmerten sich nicht um ihn. Nachdem er also lange gestanden, und alles angeschaut, erinnerte ihn der, welcher ihn hergeführt, daß er sich vor dem Herrn neigen, und dessen Leute grüßen solle; dann wolle er ihn wieder heraus geleiten. Als er es gethan, stand der Herr mit allen seinen Leuten wiederum höflich auf, und sie neigten gleichfalls ihre Häupter gegen ihn.  Alles dieses geschah mit großem Stillschweigen; auch der Herr und seine Leute aßen für sich, und bekümmerten sich nicht um ihn. Nachdem er also lange gestanden, und alles angeschaut, erinnerte ihn der, welcher ihn hergeführt, daß er sich vor dem Herrn neigen, und dessen Leute grüßen solle; dann wolle er ihn wieder heraus geleiten. Als er es gethan, stand der Herr mit allen seinen Leuten wiederum höflich auf, und sie neigten gleichfalls ihre Häupter gegen ihn. 
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   * //[[autor:grimm|Brüder Grimm]], [[buch:grimmds|Deutsche Sagen]], Band 2, S. 266-270, 1818//   * //[[autor:grimm|Brüder Grimm]], [[buch:grimmds|Deutsche Sagen]], Band 2, S. 266-270, 1818//
-  * //[[https://de.wikisource.org/wiki/Deutsche_Sagen_(Br%C3%BCder_Grimm,_Band_1)|Wikisource]]// 
  
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