sagen:grimmds2-534
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| + | ====== Freiherr Albrecht von Simmern ====== | ||
| + | Der vielförmige Hinzelmann 111 - 120. | ||
| + | Crusius ann. suev. dod. II. p. 361. 362. | ||
| + | Bräuners Curiosit. 339 - 335. | ||
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| + | Albrecht Freiherr von Simmern war bei seinem Landesherrn Herzog [[vip: | ||
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| + | Nahe an dem Schlosse lag ein lustiges Gehölz, der Stromberg genannt; darin lief seit langer Zeit ein ansehnlicher großer Hirsch, den weder die Jäger noch Hofbediente je hatten fahen können. Als er sich eben jetzt wieder sehen ließ, freuten sich alle, besonders der Graf Erchinger, welcher die übrige Gesellschaft aufmahnte, sich mit dem gewöhnlichen Jäger-Zeuge dahin zu begeben. Unter dem Jagen kam der Freiherr Albrecht von den andern ab in eine besondere Gegend des Waldes, wo er eines großen und schönen Hirsches ansichtig ward, wie er noch nie glaubte einen gesehen zu haben. Er setzte ihm lange durch den Wald nach, bis er ihn ganz aus dem Gesicht verlor, und er nicht wußte, wo das Thier hingerathen war. | ||
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| + | Indem trat ein Mann schrecklicher Gestalt vor ihn, und ob er gleich sonst beherzt und tapfer war, so entsetzte er sich doch heftig, und wahrte sich wider ihn mit dem Zeichen des Kreuzes. Der Mann aber sprach: „Fürchte dich nicht! ich bin von Gott gesandt, dir etwas zu offenbaren. Folge mir nach, so sollst du wunderbare Dinge sehen; wie sie deine Augen noch nie erblickt haben, und soll dir kein Haar dabei gekrümmt werden.“ Der Freiherr willigte ein, und folgte seinem Führer, der ihn aus dem Walde leitete. | ||
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| + | Als sie heraustraten, | ||
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| + | Nun traten sie ein, und Herr Albrecht ward in einen großen, schönen Saal geführt, wo ein Fürst mit den Seinigen zu Tische saß. Alle standen auf, und neigten sich ehrerbietig, | ||
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| + | Alles dieses geschah mit großem Stillschweigen; | ||
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| + | Darauf ward Herr Albrecht von seinem Führer zu der Schloßpforte gebracht. Hier stellten diejenigen, welche bisher sein Pferd gehalten, ihm selbes wieder zu, legten ihm aber dabei Stillschweigen auf; worauf sie ins Schloß zurückkehrten. Nun gürtete Herr Albrecht sein Schwert wieder an, und ward von seinem Gefährten auf dem vorigen Wege nach dem Stromberger Walde gebracht. Er fragte ihn, was das für ein Schloß, und wer dessen Einwohner wären, die darin zur Tafel gesessen? der Geist antwortete: „der Herr, welchen du gesehen, ist deines Vaters Bruder gewesen, ein gottesfürchtiger Mann, welcher vielmals wider die Unglaubigen gefochten. Ich aber und die andern, die du gesehen, waren bei Leibes Leben seine Diener, und müssen nun unaussprechlich harte Pein leiden. | ||
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| + | Er hat bei Lebzeiten seine Unterthanen mit unbilligen Auflagen sehr gedrückt, und das Geld zum Krieg gegen die Unglaubigen angewendet: wir andern aber haben ihm dazu Rath und Anschläge gegeben, und werden jetzt solcher Ungerechtigkeit willen hart gestraft. Dieses ist deiner Tugenden wegen offenbart, damit du vor solchen und ähnlichen Dingen dich hüten und dein Leben bessern mögest. | ||
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| + | Siehe, da ist der Weg, welcher dich wiederum durch den Wald an deinen vorigen Ort bringen wird; doch kannst du noch ein Mal zurückkehren, | ||
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| + | Als er anlangte, kam er allen so verändert und verstellet vor, daß sie ihn fast nicht erkannten. Denn ungeachtet er noch ein junger und frischer Mann war, hatte ihn doch Schrecken und Bestürzung zu einem eisgrauen umgestaltet; | ||
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| + | Der Freiherr von Simmern beschloß an dem Orte, wo sich das zugetragen, zur Ehre Gottes eine Kirche zu erbauen. Graf Erchinger, auf dessen Gebiet er lag, gab gern seine Einwilligung, | ||
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