sagen:grimmds2-531
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| - | Wendilgart, die gehört hatte, daß er todt in der [[typ:Schlacht]] geblieben, wollte nicht wieder heurathen, sondern begab sich nach [[geo: | + | Wendilgart, die gehört hatte, daß er todt in der Schlacht geblieben, wollte nicht wieder heurathen, sondern begab sich nach [[geo: |
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| Da erröthete die edle Frau, und that sich hernach Gewalt an, entwöhnte sich aller Süßigkeiten, | Da erröthete die edle Frau, und that sich hernach Gewalt an, entwöhnte sich aller Süßigkeiten, | ||
| - | Udalrich war aber unterdessen glücklich aus der Gefangenschaft entronnen, und hatte sich heimlich unter die übrigen verlumpten | + | Udalrich war aber unterdessen glücklich aus der Gefangenschaft entronnen, und hatte sich heimlich unter die übrigen verlumpten Bettler gestellt. Als Wendilgart hinzutrat, rief er laut um ein Kleid. Sie schalt, daß er ungestüm fordere, gab ihm aber doch das Kleid, als dessen er bedurfte. Er zog die Hand der Geberin mit dem Kleide an sich, umfaßte und küßte sie wider ihren Willen. |
| Da warf er seine langen Haare mit der Hand hinter die Schulter, und sprach – indem einige Umstehende mit Schlägen droheten: verschont mich mit Schlägen, ich habe ihrer genug ausgehalten, | Da warf er seine langen Haare mit der Hand hinter die Schulter, und sprach – indem einige Umstehende mit Schlägen droheten: verschont mich mit Schlägen, ich habe ihrer genug ausgehalten, | ||
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| Wendilgart war, gleichsam beschimpft, zurück getreten: jetzt erst empfinde ich meines Gemahls gewissen Tod, da mir jemand Gewalt zu thun wagt. Er aber reichte ihr die Hand um sie aufzuheben, an der Hand sah sie eine ihr wohlbekannte Wundennarbe. Wie vom Traum erwachend, rief sie: „mein Herr, den ich auf der Welt am liebsten habe, willkommen mein liebster Gemahl!“ Und unter Küssen und Umarmungen „kleidet euern Herrn und bereitet ihm ein Bad zu!“ Als er angezogen war, sagte er: „laß uns zur Kirche gehen.“ | Wendilgart war, gleichsam beschimpft, zurück getreten: jetzt erst empfinde ich meines Gemahls gewissen Tod, da mir jemand Gewalt zu thun wagt. Er aber reichte ihr die Hand um sie aufzuheben, an der Hand sah sie eine ihr wohlbekannte Wundennarbe. Wie vom Traum erwachend, rief sie: „mein Herr, den ich auf der Welt am liebsten habe, willkommen mein liebster Gemahl!“ Und unter Küssen und Umarmungen „kleidet euern Herrn und bereitet ihm ein Bad zu!“ Als er angezogen war, sagte er: „laß uns zur Kirche gehen.“ | ||
| - | Unter dem Gehen sah er ihren Schleier und fragte: wer hat dein Haupt eingeschleiert? | + | Unter dem Gehen sah er ihren Schleier und fragte: wer hat dein Haupt eingeschleiert? |
| - | Vierzehn Tage vor ihrer Niederkunft erkrankte plötzlich Wendilgart, und starb. Das Kind aber wurde lebendig aus dem [[typ: | + | Vierzehn Tage vor ihrer Niederkunft erkrankte plötzlich Wendilgart, und starb. Das Kind aber wurde lebendig aus dem Leichnam geschnitten, |
| Burkard der ungeborne ward mit der Zeit ein gelehrter, tugendhafter Mann. | Burkard der ungeborne ward mit der Zeit ein gelehrter, tugendhafter Mann. | ||
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sagen/grimmds2-531.1697626445.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
