sagen:grimmds2-528
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| Nach dem altdeutschen Gedicht Erkenbolds aus dem 14. Jahrh. | Nach dem altdeutschen Gedicht Erkenbolds aus dem 14. Jahrh. | ||
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| Da stund Peter vom Pferde, sie bot ihm ihre Hände und er hob sie vom Steine auf, mit Armen umfing er sie; sie setzten sich beide ins Gras und redeten, was ihr Wille war. „Gnade, schöne Fraue, darf ich fragen was mir zu Herzen liegt, so sagt mir: warum ihr hier so einsam sitzet und niemand bei euch ist?“ – Das sag ich dir Freund auf meine Treue: „weil ich hier dein warten wollte; ich liebe dich, seit du je Pferd überschrittest; | Da stund Peter vom Pferde, sie bot ihm ihre Hände und er hob sie vom Steine auf, mit Armen umfing er sie; sie setzten sich beide ins Gras und redeten, was ihr Wille war. „Gnade, schöne Fraue, darf ich fragen was mir zu Herzen liegt, so sagt mir: warum ihr hier so einsam sitzet und niemand bei euch ist?“ – Das sag ich dir Freund auf meine Treue: „weil ich hier dein warten wollte; ich liebe dich, seit du je Pferd überschrittest; | ||
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| Endlich kehrte er wieder heim in seine Heimath. Da lagen ihm seine Brüder und Freunde an, daß er ein ehelich Weib nehmen sollte; er erschrak und suchte es auszureden. Sie ließen ihm aber härter zusetzen durch einen weisen Mann, auch aus seiner Sippe. Herr Peter antwortete: eh will ich meinen Leib in Riemen schneiden lassen, als ich mich vereheliche. Abends nun, wie er allein war, wußte es seine Frau schon, was sie mit ihm vor hatten, und er sagte ihr von neuem sein Wort zu. | Endlich kehrte er wieder heim in seine Heimath. Da lagen ihm seine Brüder und Freunde an, daß er ein ehelich Weib nehmen sollte; er erschrak und suchte es auszureden. Sie ließen ihm aber härter zusetzen durch einen weisen Mann, auch aus seiner Sippe. Herr Peter antwortete: eh will ich meinen Leib in Riemen schneiden lassen, als ich mich vereheliche. Abends nun, wie er allein war, wußte es seine Frau schon, was sie mit ihm vor hatten, und er sagte ihr von neuem sein Wort zu. | ||
| - | Es sollte aber zu damal der deutsche König in Frankfurt gewählt werden; dahin zog auch der Staufenberger unter viel andern Dienstmännern und Edelleuten. Da that er sich so heraus im Ritterspiel, | + | Es sollte aber zu damal der deutsche König in [[geo: |
| - | Da sagte der Bischof: Herr, laßt mich die Frau sehen. Da sprach er: sie läßt sich vor niemand, denn vor mir sehen. So ist sie kein rechtes Weib – redeten sie alle – sondern vom Teufel; und daß ihr die Teufelin minnet mehr denn reine Frauen, das verdirbt euren Namen und eure Ehre vor aller Welt.“ Verwirrt durch diese Reden sagte der Staufenberger „er wollte alles thun, was dem König gefalle;“ und alsobald ward ihm die Jungfrau verlobet unter kostbaren königlichen Geschenken. | + | Da sagte der Bischof: Herr, laßt mich die Frau sehen. Da sprach er: sie läßt sich vor niemand, denn vor mir sehen. So ist sie kein rechtes Weib – redeten sie alle – sondern vom [[wesen:Teufel]]; und daß ihr die Teufelin minnet mehr denn reine Frauen, das verdirbt euren Namen und eure Ehre vor aller Welt.“ Verwirrt durch diese Reden sagte der Staufenberger „er wollte alles thun, was dem König gefalle;“ und alsobald ward ihm die Jungfrau verlobet unter kostbaren königlichen Geschenken. |
| Die Hochzeit sollte nach Peters Willen in der Ortenau gehalten werden. Als er seine Frau wieder das erste Mal bei sich hatte, that sie ihm klägliche Vorwürfe, daß er ihr Verbot und seine Zusage dennoch übertreten hätte, so sey nun sein junges Leben verloren „und zum Zeichen will ich dir Folgendes geben; wenn du meinen Fuß erblicken wirst und ihn alle andere sehen, Frauen und Männer, auf deiner Hochzeit, dann sollst du nicht säumen, sondern beichten und dich zum Tod bereiten.“ Da dachte aber Peter an der Pfaffen Worte, daß sie ihn vielleicht nur mit solchen Drohungen berücken wolle, und es eitel Lüge wäre. | Die Hochzeit sollte nach Peters Willen in der Ortenau gehalten werden. Als er seine Frau wieder das erste Mal bei sich hatte, that sie ihm klägliche Vorwürfe, daß er ihr Verbot und seine Zusage dennoch übertreten hätte, so sey nun sein junges Leben verloren „und zum Zeichen will ich dir Folgendes geben; wenn du meinen Fuß erblicken wirst und ihn alle andere sehen, Frauen und Männer, auf deiner Hochzeit, dann sollst du nicht säumen, sondern beichten und dich zum Tod bereiten.“ Da dachte aber Peter an der Pfaffen Worte, daß sie ihn vielleicht nur mit solchen Drohungen berücken wolle, und es eitel Lüge wäre. | ||
| - | Als nun bald die junge Braut nach Staufenburg | + | Als nun bald die junge Braut nach Staufenberg |
| Im 16. Jahrh. nach Fischarts Zeugniß, wußte das Volk der ganzen Gegend noch die Geschichte von Peter dem Staufenberger und der schönen Meerfei, wie man sie damals nannte. Noch jetzt ist der Zwölfstein zwischen Staufenberg, | Im 16. Jahrh. nach Fischarts Zeugniß, wußte das Volk der ganzen Gegend noch die Geschichte von Peter dem Staufenberger und der schönen Meerfei, wie man sie damals nannte. Noch jetzt ist der Zwölfstein zwischen Staufenberg, | ||
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