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sagen:grimmds2-526

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 Der Held betete und wachte, hatte Tag und Nacht keine Ruh; da erschien ihm der böse [[wesen:Teufel]] und sprach: Herzog, ich bringe dir Botschaft; du schwebst hier in Pein und Noth auf dem offenen Meere, und daheim zu [[geo:Braunschweig]] ist lauter Freude und Hochzeit; heute an diesem Abend hält ein Fürst aus fremden Landen Beilager mit deinem Weibe; denn die gesetzten sieben Jahre seit deiner Ausfahrt sind verstrichen. Traurig versetzte Heinrich: das möge wahr seyn, doch wolle er sich zu Gott lenken, der alles wohl mache. „Du redest noch viel von Gott – sprach der Versucher – der hilft dir nicht aus diesen Wasserwogen; ich aber will dich noch heute zu deiner Gemahlin führen, wofern du mein seyn willst."“  Der Held betete und wachte, hatte Tag und Nacht keine Ruh; da erschien ihm der böse [[wesen:Teufel]] und sprach: Herzog, ich bringe dir Botschaft; du schwebst hier in Pein und Noth auf dem offenen Meere, und daheim zu [[geo:Braunschweig]] ist lauter Freude und Hochzeit; heute an diesem Abend hält ein Fürst aus fremden Landen Beilager mit deinem Weibe; denn die gesetzten sieben Jahre seit deiner Ausfahrt sind verstrichen. Traurig versetzte Heinrich: das möge wahr seyn, doch wolle er sich zu Gott lenken, der alles wohl mache. „Du redest noch viel von Gott – sprach der Versucher – der hilft dir nicht aus diesen Wasserwogen; ich aber will dich noch heute zu deiner Gemahlin führen, wofern du mein seyn willst."“ 
  
-Sie hatten ein lang Gespräche, der Herr wollte sein Gelübde gegen Gott, dem ewigen Licht, nicht brechen; da schlug ihm der Teufel vor: er wolle ihn ohne Schaden sammt dem Löwen noch heut Abend auf den Giersberg vor Braunschweig tragen und hinlegen, da solle er seiner warten; finde er ihn nach der Zurückkunft schlafend, so sey er ihm und seinem Reiche verfallen. Der Herzog, welcher von heißer [[typ:Sehnsucht]] nach seiner geliebten Gemahlin gequält wurde, ging dieses ein, und hoffte auf des Himmels Beistand wider alle Künste des Bösen. +Sie hatten ein lang Gespräche, der Herr wollte sein Gelübde gegen Gott, dem ewigen Licht, nicht brechen; da schlug ihm der Teufel vor: er wolle ihn ohne Schaden sammt dem Löwen noch heut Abend auf den Giersberg vor Braunschweig tragen und hinlegen, da solle er seiner warten; finde er ihn nach der Zurückkunft schlafend, so sey er ihm und seinem Reiche verfallen. Der Herzog, welcher von heißer Sehnsucht nach seiner geliebten Gemahlin gequält wurde, ging dieses ein, und hoffte auf des Himmels Beistand wider alle Künste des Bösen. 
  
 Alsbald ergriff ihn der Teufel, führte ihn schnell durch die Lüfte bis vor Braunschweig, legte ihn auf dem Giersberg nieder und rief: nun wache, Herr! ich kehre bald wieder. Heinrich aber war aufs höchste ermüdet, und der Schlaf setzte ihm mächtig zu. Nun fuhr der Teufel zurück, und wollte den Löwen, wie er verheißen hatte, auch abholen; es währte nicht lange, so kam er mit dem treuen Thiere daher geflogen.  Alsbald ergriff ihn der Teufel, führte ihn schnell durch die Lüfte bis vor Braunschweig, legte ihn auf dem Giersberg nieder und rief: nun wache, Herr! ich kehre bald wieder. Heinrich aber war aufs höchste ermüdet, und der Schlaf setzte ihm mächtig zu. Nun fuhr der Teufel zurück, und wollte den Löwen, wie er verheißen hatte, auch abholen; es währte nicht lange, so kam er mit dem treuen Thiere daher geflogen. 
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 //Quellen: // //Quellen: //
   * //[[autor:grimm|Brüder Grimm]], [[buch:grimmds|Deutsche Sagen]], Band 2, S. 241-247, 1818//   * //[[autor:grimm|Brüder Grimm]], [[buch:grimmds|Deutsche Sagen]], Band 2, S. 241-247, 1818//
-  * //[[https://de.wikisource.org/wiki/Deutsche_Sagen_(Br%C3%BCder_Grimm,_Band_1)|Wikisource]]// 
  
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sagen/grimmds2-526.1706524021.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)