sagen:grimmds2-521
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| - | Das nächste Jahr wurde die Gräfin selbst schwanger, und gebar, als der Graf eben ausgezogen war, zwölf Kindlein, eitel Knaben. Zitternd und zagend, daß man sie nun gewiß, ihren eigenen Reden nach, Ehbruchs zeihen würde, befahl sie der Kellnerin, die andern elfe (denn das zwölfte behielt sie) in den nächsten Bach zu tragen, und zu ersäufen. Indem nun die Alte diese elf unschuldigen Knäblein in ein großes Becken gefaßt, in den vorfließenden Bach, die Scherz genannt, tragen wollte: schickte es Gott, daß der Isenbart selber heim kam, und die Alte frug, was sie da trüge? Welche antwortete: es wären | + | Das nächste Jahr wurde die Gräfin selbst schwanger, und gebar, als der Graf eben ausgezogen war, zwölf Kindlein, eitel Knaben. Zitternd und zagend, daß man sie nun gewiß, ihren eigenen Reden nach, Ehbruchs zeihen würde, befahl sie der Kellnerin, die andern elfe (denn das zwölfte behielt sie) in den nächsten Bach zu tragen, und zu ersäufen. Indem nun die Alte diese elf unschuldigen Knäblein in ein großes Becken gefaßt, in den vorfließenden Bach, die Scherz genannt, tragen wollte: schickte es Gott, daß der Isenbart selber heim kam, und die Alte frug, was sie da trüge? Welche antwortete: es wären Welfe oder junge Hündlein. Laß schauen – sprach der Graf – ob mir einige zur Zucht gefallen, die ich zu meiner Nothdurft hernach gebrauchen will. |
| Ei, ihr habt Hunde genug – sagte die Alte und weigerte sich – ihr möchtet ein Grauen nehmen, sähet ihr einen solchen Wust und Unlust von Hunden. Allein der Graf ließ nicht ab, und zwang sie hart, die Kinder zu blößen und zu zeigen. Da er nun die elf Kindlein erblickte, wiewohl klein, doch von adlicher, schöner Gestalt und Art, fragte er heftig und geschwind: weß die Kinder waren. | Ei, ihr habt Hunde genug – sagte die Alte und weigerte sich – ihr möchtet ein Grauen nehmen, sähet ihr einen solchen Wust und Unlust von Hunden. Allein der Graf ließ nicht ab, und zwang sie hart, die Kinder zu blößen und zu zeigen. Da er nun die elf Kindlein erblickte, wiewohl klein, doch von adlicher, schöner Gestalt und Art, fragte er heftig und geschwind: weß die Kinder waren. | ||
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| Unterdessen stand der Graf auf, und frug feierlich seine gesammte Freundschaft: | Unterdessen stand der Graf auf, und frug feierlich seine gesammte Freundschaft: | ||
| - | Zum ewigen Gedächtniß der wunderbaren Geschichte, begehrte und verordnete in seiner Freunde Gegenwart der Graf: daß seine Nachkommen sich fürder nicht mehr Grafen zu Altorf, sondern Welfen, und sein Stamm der Welfen Stamm heißen sollten. | + | Zum ewigen Gedächtniß der wunderbaren Geschichte, begehrte und verordnete in seiner Freunde Gegenwart der Graf: daß seine Nachkommen sich fürder nicht mehr Grafen zu Altorf, sondern |
| Andere berichten des Namens Entstehung auf folgende verschiedene Art: | Andere berichten des Namens Entstehung auf folgende verschiedene Art: | ||
| - | Der Vorfahre dieses Geschlechtes habe sich an des Kaisers Hof aufgehalten, | + | Der Vorfahre dieses Geschlechtes habe sich an des Kaisers Hof aufgehalten, |
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sagen/grimmds2-521.1697553371.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
