sagen:grimmds2-510
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| + | ====== Die Maultasch-Schutt ====== | ||
| + | Megiser Chronik von Kärnthen II. 974 - 977. | ||
| + | Balvassor Ehre von Crain. B. 15. S. 317. | ||
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| + | Wie das Schloß Dieterichstein von der Frau [[vip: | ||
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| + | Es liegt aber Osterwitz eine Meil Wegs von St. Veit gegen Völkelmarkt werts zu der rechten Hand, auf einem starken und sehr hohen Felsen, der an keinem Ort die Kluft zusammen getragen, und auf den hohen Felsen sich versteckt haben, die wir nicht so leichtlich in unsern Klauen werden fassen können; darum wir sie in ihrem tiefen Nest sitzen und andere gemästete Vögel suchen wollen.“ | ||
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| + | Hat von Stund an darauf ihren Kriegsleuten geboten, daß ein jeder insonderheit seine Sturm-Haube voll Erde fassen und solches auf einem ebenen Felde, gleich gegen Osterwitz über, ausschütten sollte. Welches, als es beschehen, ist aus derselben Erde ein ziemlich groß Berglein worden, das man lange Zeit im Land zu Kärnthen die Maultasch-Schutt genannt hat. | ||
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| + | Noch vor Kurzem, im Jahr 1580 hat Herr Georg Kevenhüller, | ||
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| + | Als auf solche Werbung Herr Reinher Schenk abschläglich antwortete und sagen ließ „er müsse ein Kind seyn, wenn er darauf horchen und nach ihren Drohungen fragen wollte“ also daß die Gesandten mit betrübtem Herzen ins Lager zurück kamen: riethen ihr alle, den Ort, da mit Gewalt nichts auszurichten wäre, auszuhungern, | ||
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| + | Weil dann nun diese Belagerung ziemlich lange gewähret, entstand hiezwischen in dem Schloß zu Osterwitz nicht allein unter den gemeinen Knechten, sondern auch denen von Adel, sonderlich aber bei dem Frauenzimmer ein großer Mangel in allen Sachen, vornehmlich aber an Wasser, daß auch täglich viel umkamen. Dann es waren von den drei Hundert Knechten kaum Hundert überblieben, | ||
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| + | Indem sich nun etliche vornehme Herren, und vom Adel deßwegen mit einander berathschlagten, | ||
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| + | Nun hätten sie eine gute und geschwinde Kriegslist erdacht, damit den grimmen Feind ab ihrem Hals zu bringen. Nämlich, dieweil sie gesehen, daß alle Essens-Speisen und des Leibes Nothdurft nun bereits verzehrt, und nichts mehr in ihrer Gewalt wäre, als ein dürrer Stier und zwei Vierling Roggen: so wäre ihr getreuer Rath, Gutdünken und Meinung, man sollte hierauf den Stier abschlachten, | ||
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| + | Wenn die Feinde dann solches sähen, würde es ihnen Ursache geben zu denken: wir wären mit allerlei Nothdurft und Lebensmittel noch reichlich versehen, und könnten die Belagerung noch eine gute Zeit ausharren. Derowegen sie unzweifelich würden aufbrechen und mit dem ganzen Kriegsheer abziehen.“ Diesem Rath kam Herr Reinher Schenk alsbald nach, ließ den Stier abnehmen, den Roggen darein thun, und solche damit über den Berg abstürzen, dem jedermann mit großer Verwunderung zugesehen. | ||
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| + | Als aber solches Frau Maultasch erfahren, thät sie hierauf einen lauten hellen Schrei und sagte: „ha! das sind die Klaus-Rappen, | ||
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| + | Hat von Stund an darauf ihren Kriegsleuten geboten, daß ein jeder insonderheit seine Sturm-Haube voll Erde fassen und solches auf einem ebenen Felde, gleich gegen Osterwitz über, ausschütten sollte. Welches, als es beschehen, ist aus derselben Erde ein ziemlich groß Berglein worden, das man lange Zeit im Land zu Kärnthen die Maultasch-Schutt genannt hat. | ||
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| + | Noch vor Kurzem, im Jahr 1580 hat Herr Georg Kevenhüller, | ||
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