sagen:grimmds2-505
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| Ungedruckter Meistersang aus dem 15. Jahrh. | Ungedruckter Meistersang aus dem 15. Jahrh. | ||
| - | Der Brennberger((Als Brennberger kommt möglicherweise der Minnesänger Reinmar von Brennenberg (* um 1210; † 1271) in Frage. Der Dichter aus der Oberpfalz hatte mit seinen Liedern viel begeistern können und war in ganz Deutschland bekannt. Er lernte das Dichten und den Minnegesang an einem Wiener Hofe. Sein Meister und Freund war der bekannte Minnesänger Walther von der Vogelweide.)), | + | Der Brennberger((Als Brennberger kommt möglicherweise der Minnesänger Reinmar von Brennenberg (* um 1210; † 1271) in Frage. Der Dichter aus der Oberpfalz hatte mit seinen Liedern viel begeistern können und war in ganz Deutschland bekannt. Er lernte das Dichten und den Minnegesang an einem Wiener Hofe. Sein Meister und Freund war der bekannte Minnesänger Walther von der Vogelweide.)), |
| Als die Herzogin von diesem Lobe vernahm, ließ sie den Ritter vor sich kommen und sprach: ach Brennberger, | Als die Herzogin von diesem Lobe vernahm, ließ sie den Ritter vor sich kommen und sprach: ach Brennberger, | ||
| - | Da sprach die zarte Frau: Brennberger, | + | Da sprach die zarte Frau: Brennberger, |
| Brennberger aber ließ sich ein Krämlein machen; darein that er, was Frauen gehöret, Gürtel und Spinnzeug, und wollte das als Krämerin feil tragen; und zog über Berg und Thal, im Dienste seiner Frauen, bis er hin gen [[geo: | Brennberger aber ließ sich ein Krämlein machen; darein that er, was Frauen gehöret, Gürtel und Spinnzeug, und wollte das als Krämerin feil tragen; und zog über Berg und Thal, im Dienste seiner Frauen, bis er hin gen [[geo: | ||
| - | Da kleidete sich Brennberger fräulich an, nahm seinen Kram und setzte sich vors Burgthor, hielt Spindel und Seide feil. Endlich kam auch die Königin gegangen, ihr Mund brann wie ein Feuer und elf [[typ: | + | Da kleidete sich Brennberger fräulich an, nahm seinen Kram und setzte sich vors Burgthor, hielt Spindel und Seide feil. Endlich kam auch die Königin gegangen, ihr Mund brann wie ein Feuer und elf Jungfrauen traten ihr nach. Gott grüß dich Krämerin, sprach sie im Vorübergang; |
| Abends spat sprach die edle Königin: nun hat sich die Krämerin vor dem Thore verspätet; laßt sie ein, fürwahr, sie mag heunt bei uns bleiben. Und die Krämerin saß mit den Frauen züchtiglich zu Tisch. Als das Mahl vollbracht war, sagte die Königin: bei wem wollt ihr schlafen. Die Krämerin wär’ gern daheim gewesen, antwortete: Gott Dank euch, edle Königin! geliebt’s euch, so laßt mich allein liegen. Das wäre schlechte Ehre – versetzte sie – wohlan, ich hab zwölf Jungfrauen hier, bei der jüngsten ziemt euch zu liegen, da ist euer Ehre gar wohl bewahrt. | Abends spat sprach die edle Königin: nun hat sich die Krämerin vor dem Thore verspätet; laßt sie ein, fürwahr, sie mag heunt bei uns bleiben. Und die Krämerin saß mit den Frauen züchtiglich zu Tisch. Als das Mahl vollbracht war, sagte die Königin: bei wem wollt ihr schlafen. Die Krämerin wär’ gern daheim gewesen, antwortete: Gott Dank euch, edle Königin! geliebt’s euch, so laßt mich allein liegen. Das wäre schlechte Ehre – versetzte sie – wohlan, ich hab zwölf Jungfrauen hier, bei der jüngsten ziemt euch zu liegen, da ist euer Ehre gar wohl bewahrt. | ||
| - | Also lag die [[typ: | + | Also lag die Krämerin die lange Nacht bei der zarten Jungfrau, und hatte dreizehn Tage feil in der Burg, und jede Nacht schlief sie bei einer andern Jungfrau. Wie nun die letzte Nacht kam, sagte die Königin: hat sie euch allen beigelegen, was sollt ich’s denn entgelten? Da wurde dem Brennberger angst, daß es um sein Leben geschehen wäre, wenn er bei der Königin liegen müßte; und schlich sich des Abends von dannen zu seinem Wirth, setzte sich alsbald zu Pferd und ritt ohn Aufenthalt, bis er in die Stadt zu [[geo: |
| - | Ach Brennberger, | + | Ach Brennberger, |
| Weh mir, Brennberger, | Weh mir, Brennberger, | ||
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