sagen:grimmds2-476
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| - | Das Schloß stand auf einem hohen Fels am Wald (unweit Baden in Schwaben), und dritthalb Jahr lang konnte es das kaiserliche Heer immer nicht bezwingen, sowohl der, natürlichen Festigkeit, als der tapfern Vertheidigung der Grafen wegen. Endlich rieth ein kluger Mann dem Kaiser folgende | + | Das Schloß stand auf einem hohen Fels am Wald (unweit Baden in Schwaben), und dritthalb Jahr lang konnte es das kaiserliche Heer immer nicht bezwingen, sowohl der, natürlichen Festigkeit, als der tapfern Vertheidigung der Grafen wegen. Endlich rieth ein kluger Mann dem Kaiser folgende List: „er solle einen Hoftag nach [[geo: |
| - | Der Festtag zu [[geo: | + | Der Festtag zu Speier wurde hierauf verkündigt; |
| - | Darauf kehrten sie zum [[typ:Tanz]], forderten die Edeln und Ritter zum Kampf auf morgen, und hinterlegten Hundert Goldgülden zum Pfand in die Hände der Frauen. Um [[zeit:Mitternacht]] aber schifften sie über [[region: | + | Darauf kehrten sie zum Tanz, forderten die Edeln und Ritter zum Kampf auf morgen, und hinterlegten Hundert Goldgülden zum Pfand in die Hände der Frauen. Um Mitternacht aber schifften sie über [[region: |
| - | [[vip: | + | Otto befahl, aufs schleunigste die Burg zu stürmen; aber die Grafen waren zurückgekehrt und schlugen den Angriff muthig ab. Als mit Gewalt gar nichts auszurichten war, sandte der Kaiser drei Ritter auf die Burg, mit den Grafen zu unterhandeln. Sie wurden eingelassen, |
| Allein die Fässer hatten doppelte Boden oder waren voll Wasser; unter dem Getraide lag Spreu, Kehricht und alte Lumpen. Die Gesandten hinterbrachten dem Kaiser „es sey vergeblich, die Burg länger zu belagern; denn Wein und Korn reiche denen inwendig noch auf dritthalb Jahre aus.“ Da wurde Otto’n gerathen, seine Tochter mit dem jüngsten Grafen Eberhard von Eberstein zu vermählen, und dadurch dieses tapfre Geschlecht auf seine Seite zu bringen. | Allein die Fässer hatten doppelte Boden oder waren voll Wasser; unter dem Getraide lag Spreu, Kehricht und alte Lumpen. Die Gesandten hinterbrachten dem Kaiser „es sey vergeblich, die Burg länger zu belagern; denn Wein und Korn reiche denen inwendig noch auf dritthalb Jahre aus.“ Da wurde Otto’n gerathen, seine Tochter mit dem jüngsten Grafen Eberhard von Eberstein zu vermählen, und dadurch dieses tapfre Geschlecht auf seine Seite zu bringen. | ||
| - | Die [[typ:Hochzeit]] ward in Sachsen gefeiert, und der Sage nach soll es die [[typ:Braut]] selber gewesen seyn, welche an jenem Abend die Grafen gewarnt hatte. Otto sandte seinen Schwiegersohn hernachmals zum Pabst in Geschäfften; | + | Die Hochzeit ward in Sachsen gefeiert, und der Sage nach soll es die Braut selber gewesen seyn, welche an jenem Abend die Grafen gewarnt hatte. Otto sandte seinen Schwiegersohn hernachmals zum Pabst in Geschäfften; |
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