sagen:grimmds2-442
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| Alsbald baute Taland ein kostbares Frauengemach, | Alsbald baute Taland ein kostbares Frauengemach, | ||
| - | In diesem | + | In diesem Gefängniß blieb Taland eine Zeit lang eingeschlossen, |
| - | Der König betrübte sich heftig über diese Nachricht, und befahl im [[typ:Zorn]] seinen | + | Der König betrübte sich heftig über diese Nachricht, und befahl im Zorn seinen Dienern, Hildegard zu ertränken. Sie floh und barg sich heimlich bei einer ihrer Freundinnen; |
| - | Was geschah? Als sie die Diener ausführten, | + | Was geschah? Als sie die Diener ausführten, |
| - | Mittlerweile strafte Gott den gottlosen Taland mit Blindheit und Aussatz. Niemand vermochte ihn zu heilen, und endlich hörte er, zu Rom lebe eine berühmte Heilfrau, die diesem Siechthum abhelfen könne. Als Carl nun nach [[geo:Rom]] zog, war Taland auch im Gefolg, erkundigte der Frauen Wohnung, nannte ihr seinen Namen, und begehrte | + | Mittlerweile strafte Gott den gottlosen Taland mit Blindheit und Aussatz. Niemand vermochte ihn zu heilen, und endlich hörte er, zu Rom lebe eine berühmte Heilfrau, die diesem Siechthum abhelfen könne. Als Carl nun nach Rom zog, war Taland auch im Gefolg, erkundigte der Frauen Wohnung, nannte ihr seinen Namen, und begehrte Arzenei und Hülfe für seine Krankheit; er wußte aber nicht, daß sie die Königin wäre. |
| - | Hildegard gab ihm auf, daß er seine Sünden dem [[typ:Priester]] beichten und Buße und Besserung geloben müsse; dann wollte sie ihre Kunst erweisen. Taland that es und beichtete; darauf kam er wieder zur Frauen hin, die ihn frisch und gesund machte. Ueber diese [[typ:Heilung]] wunderten sich Pabst und König aus der Maßen, und wünschten die Aerztin zu sehen und besandten sie. Allein sie erbot sich, daß sie Tags darauf in das Münster St. Petri gehen wollte. | + | Hildegard gab ihm auf, daß er seine Sünden dem Priester beichten und Buße und Besserung geloben müsse; dann wollte sie ihre Kunst erweisen. Taland that es und beichtete; darauf kam er wieder zur Frauen hin, die ihn frisch und gesund machte. Ueber diese Heilung wunderten sich Pabst und König aus der Maßen, und wünschten die Aerztin zu sehen und besandten sie. Allein sie erbot sich, daß sie Tags darauf in das Münster St. Petri gehen wollte. |
| Da kam sie hin, und berichtete dem König ihrem Herrn alsbald die ganze Geschichte, wie man sie verrathen hatte. Carl erkannte sie mit Freuden, und nahm sie wieder zu seiner Gemahlin; aber seinen Stiefbruder verurtheilte er Todes. Doch bat die Königin sich sein Leben aus, und er wurde blos in das Elend verwiesen. | Da kam sie hin, und berichtete dem König ihrem Herrn alsbald die ganze Geschichte, wie man sie verrathen hatte. Carl erkannte sie mit Freuden, und nahm sie wieder zu seiner Gemahlin; aber seinen Stiefbruder verurtheilte er Todes. Doch bat die Königin sich sein Leben aus, und er wurde blos in das Elend verwiesen. | ||
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