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sagen:grimmds1-354

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     Gehre’s pforzheimer Chronik S. 18–24.     Gehre’s pforzheimer Chronik S. 18–24.
  
-Im Jahr 1267 war zu [[geo:Pforzheim]] eine alte Frau, die verkaufte den [[volk:Juden]] aus [[typ:geiz|Geitz]] ein unschuldiges, siebenjähriges Mädchen. Die Juden stopften ihm den Mund, daß es nicht schreien konnte, schnitten ihm die Adern auf und umwanden es, um sein [[typ:Blut]] aufzufangen, mit [[typ:tuch|Tüchern]]. Das arme Kind starb bald unter der [[typ:folter|Marter]] und sie warfens in die Enz, eine Last von Steinen oben drauf. +Im Jahr 1267 war zu [[geo:Pforzheim]] eine alte Frau, die verkaufte den [[volk:Juden]] aus Geitz ein unschuldiges, siebenjähriges Mädchen. Die Juden stopften ihm den Mund, daß es nicht schreien konnte, schnitten ihm die Adern auf und umwanden es, um sein Blut aufzufangen, mit Tüchern. Das arme Kind starb bald unter der Marter und sie warfens in die Enz, eine Last von Steinen oben drauf. 
  
-Nach wenig Tagen reckte Margrethchen ihr Händlein über dem fließenden Wasser in die Höhe; das sahen die [[typ:Fischer]] und entsetzten sich; bald lief das Volk zusammen und auch der Markgraf((Anmerkung Sagenwiki.de: Markgraf Rudolf I. von Baden (* um 1230; † 19. November 1288) war von 1243 bis 1288 regierender Markgraf von Baden.)) selbst. Es gelang den Schiffern, das Kind herauszuziehen, das noch lebte, aber nachdem es Rache über seine Mörder gerufen, in den [[typ:tod|Tod]] verschied. Der Argwohn traf die [[volk:Juden]], alle wurden zusammengefodert und wie sie dem Leichnam nahten, floß aus den offenen Wunden stromweise das Blut.((Anmerkung Sagenwiki.de: Margaretha von Pforzheim (* 1252 oder 1253, † 25. Juni 1260 in Pforzheim) wurde als angebliches Opfer eines von Juden verübten Ritualmordes im späten Mittelalter als Märtyrerin verehrt.))+Nach wenig Tagen reckte Margrethchen ihr Händlein über dem fließenden Wasser in die Höhe; das sahen die Fischer und entsetzten sich; bald lief das Volk zusammen und auch der Markgraf((Anmerkung Sagenwiki: Markgraf Rudolf I. von Baden (* um 1230; † 19. November 1288) war von 1243 bis 1288 regierender Markgraf von Baden.)) selbst. Es gelang den Schiffern, das Kind herauszuziehen, das noch lebte, aber nachdem es Rache über seine Mörder gerufen, in den Tod verschied. Der Argwohn traf die Juden, alle wurden zusammengefodert und wie sie dem Leichnam nahten, floß aus den offenen Wunden stromweise das Blut.((Anmerkung Sagenwiki: Margaretha von Pforzheim (* 1252 oder 1253, † 25. Juni 1260 in Pforzheim) wurde als angebliches Opfer eines von Juden verübten Ritualmordes im späten Mittelalter als Märtyrerin verehrt.))
  
-Die Juden und auch das alte Weib bekannten die Unthat und wurden [[typ:hinrichtung|hingerichtet]]. Beim Eingang der Schloßkirche zu [[geo:Pforzheim]], da wo man die Glockenseile zum Geläut ziehet, stehet der [[typ:Sarg]] des Kindes mit einer Inschrift. Unter der Schifferzunft hat sich von Kind zu Kind einstimmig die Sage fortgepflanzt, daß damals der Markgraf ihren Vorfahren zur Belohnung die Wachtfreiheit, „so lang Sonne und Mond leuchten“ in der Stadt [[geo:Pforzheim]] und zugleich das Vorrecht verliehen habe, daß alle Jahre um Fastnachtsmarkt vier und zwanzig Schiffer mit Waffen und klingendem Spiel aufziehen und an diesem Tag Stadt und Markt allein bewachen sollen. +Die Juden und auch das alte Weib bekannten die Unthat und wurden hingerichtet. Beim Eingang der Schloßkirche zu Pforzheim, da wo man die Glockenseile zum Geläut ziehet, stehet der Sarg des Kindes mit einer Inschrift. Unter der Schifferzunft hat sich von Kind zu Kind einstimmig die Sage fortgepflanzt, daß damals der Markgraf ihren Vorfahren zur Belohnung die Wachtfreiheit, „so lang Sonne und Mond leuchten“ in der Stadt Pforzheim und zugleich das Vorrecht verliehen habe, daß alle Jahre um Fastnachtsmarkt vier und zwanzig Schiffer mit Waffen und klingendem Spiel aufziehen und an diesem Tag Stadt und Markt allein bewachen sollen. 
  
 Dies gilt auf den heutigen Tag.  Dies gilt auf den heutigen Tag. 
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   * //[[autor:grimm|Brüder Grimm]], [[buch:grimmds|Deutsche Sagen]], Band 1, S. 456–457, 1816//   * //[[autor:grimm|Brüder Grimm]], [[buch:grimmds|Deutsche Sagen]], Band 1, S. 456–457, 1816//
-  * //[[http://www.zeno.org/Literatur/M/Grimm,+Jacob+und+Wilhelm/Sagen/Deutsche+Sagen|www.Zeno.org]]// 
-  * //[[https://de.wikisource.org/wiki/Deutsche_Sagen_(Br%C3%BCder_Grimm,_Band_1)|Wikisource]]// 
  
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sagen/grimmds1-354.1701426185.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)