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sagen:grimmds1-346

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-====== Das Fräulein vom Willberg ======+====== Trauer-Weide ======
  
-    Mündlich, aus dem Corvei’schen+    Mündlich
  
-Ein Mann aus Wehren bei [[geo:Höxter]] ging nach der [[typ:mühle|Amelungs-Mühle]], Korn zu malen; auf dem Rückweg wollt er sich ein wenig am Teich im Lau ausruhen. Da kam ein Fräulein von dem Willberg, welcher Godelheim gegenüber liegt, herab, trat zu ihm und sprach: „bringt mir zwei Eimer voll Wasser oben auf die Stolle (Spitze) vom Willberg, dann sollt ihr gute Belohnung haben.“ Er trug ihr das Wasser hinauf; oben aber sprach sie: „Morgen um diese Stunde kommt wieder und bringt den Busch Blumen mit, welchen der [[typ:Schäfer]] vom Osterberge auf seinem Hut trägt.“  +Unser [[vip:jesus|Herr Jesus Christus]] ward bei seiner Kreuzigung mit Ruthen gegeiselt, die von einem Weidenbaume genommen warenSeit dieser Zeit senkt dieser Baum seine Zweige trauernd zur Erde und kann sie nicht mehr himmelwärts aufrichten. Das ist nun der Trauer-Weidenbaum
- +
-Der Mann foderte den andern Tag die Blumen von dem Osterbergs-Schäfer und erhielt sie, doch erst nach vielem BittenDarauf ging er wieder zu der Stolle des Willbergs, da stand das Fräulein, führte ihn zu einer eisernen Thüre und sprach: „halte den Blumen-Busch vors Schloß.“ Wie er das that, sprang die Thüre gleich auf und sie traten hinein; da saß in der Berghöhle ein klein Männlein vor dem Tisch, dessen Bart ganz durch den steinernen Tisch gewachsen war, ringsherum aber standen große, übermächtige [[typ:schatz|Schätze]].  +
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-Der [[typ:Schäfer]] legte vor Freude seinen Blumen-Busch auf den Tisch und fing an, sich die Taschen mit [[typ:Gold]] zu füllen. Das Fräulein aber sprach zu ihm: „vergeßt das Beste nicht!“ Der Mann sah sich um und glaubte, damit wäre ein großer Kronleuchter gemeint, wie er aber darnach griff, kam unter dem Tisch eine Hand hervor und schlug ihm ins Angesicht. Das Fräulein sprach nochmals: „vergeßt das Beste nicht!“ Er hatte aber nichts, als die [[typ:schatz|Schätze]] im Sinn und an den Blumen-Busch dachte er gar nicht.  +
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-Als er seine Taschen gefüllt hatte, wollte er wieder fort, kaum aber war er zur Thüre hinaus, so schlug sie mit entsetzlichem Krachen zu. Nun wollt’ er seine Schätze ausladen, aber er hatte nichts, als [[typ:Papier]] in der [[typ:tasche|Tasche]]; da fiel ihm der Blumen-Busch ein und nun sah er, daß dieser das Beste gewesen und ging traurig den Berg herunter nach Haus+
  
 //Quellen: // //Quellen: //
-  * //[[autor:grimm|Brüder Grimm]], [[buch:grimmds|Deutsche Sagen]], Band 1, S. 403–405, 1816// +  * //[[autor:grimm|Brüder Grimm]], [[buch:grimmds|Deutsche Sagen]], Band 1, S. 445, 1816//
-  * //[[http://www.zeno.org/Literatur/M/Grimm,+Jacob+und+Wilhelm/Sagen/Deutsche+Sagen|www.Zeno.org]]// +
-  * //[[https://de.wikisource.org/wiki/Deutsche_Sagen_(Br%C3%BCder_Grimm,_Band_1)|Wikisource]]//+
  
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-{{tag>sagen grimm deutschesagen1 schäfer schatz gold höxter papier vergissdasbestenicht blume}}+{{tag>sagen grimm deutschesagen1 weide qual trauer jesus v2}} 
sagen/grimmds1-346.1701156198.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)