Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:grimmds1-343

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
sagen:grimmds1-343 [2023/11/28 08:15] ewuschsagen:grimmds1-343 [2025/05/13 17:17] (aktuell) ewusch
Zeile 3: Zeile 3:
 [[sagen:grimmds1-344| weiter >>>]] [[sagen:grimmds1-344| weiter >>>]]
  
-====== Die Tut-Osel ======+====== Das weissagende Vöglein ======
  
-    Otmar S241 ff.+    Micrälius PommGesch. Buch IV. S159
  
-Mitternachts wann in Sturm und Regen der [[vip:hannshackelberg|Hackelnberg]] "fatscht"((fatschen braucht manwenn die Füße der Pferde im zähen Koth und Moor schnalzen.)) und auf dem Wagen mit Pferd und Hunden durch den Thüringerwald, den [[region:Harz]] und am liebsten durch den Hackel zieht, pflegt ihm eine [[typ:eule|Nachteule]] voranzufliegen, welche das Volk: die Tut-Osel nennt. [[typ:Wanderer]], denen sie aufstößtwerfen sich still auf den Bauch und lassen den [[typ:wilderjäger|wilden Jäger]] über sich wegfahren; und bald hören sie Hundebellen und den Waidrufhu hu+Im Jahr 1624 hörte man in der Luft rufen: „weh, weh über [[region:pommern|Pommerland]]!“ Am 14. Juli ging des Leinenwebers Frau von Colbatz nach Selowmit Namen Barbara Sellentius, daselbst Fische zu kaufenDa sie auf dem Rückwege nach [[geo:Kolbatz|Colbatz]] unterwegs warhörte sie den Steig herunter am Berge ein Geschrei von Vögeln, und wie sie besser hinankam, schallte ihr die Stimme entgegen„höre, höre!“ 
  
-In einem fernen Kloster zu [[land:Thüringen]] lebtevorzeiten eine NonneUrsel geheißen, die störte mit ihrem heulenden Gesang noch bei Lebzeiten den Chor; daher nannte man sie Tut-Ursel. Noch ärger wurde es nach ihrem Todedenn von elf Uhr Abends steckte sie den Kopf durch ein Loch des Kirchthurms und tutete kläglich und alle Morgen um vier Uhr stimmte sie ungerufen in den Gesang der Schwestern. +Sie sah mittlerweile ein klein weiß Vögelein, einer Schwalben groß, auf einer Eiche sitzend, das redete sie mit deutlichen, klaren Worten an„sage dem Hauptmanndaß er soll dem Fürsten sagendie Anrennung, die er kriegen wirdsoll er in Güte vertragen, oder es wird über ihn ausgehen; und soll also richten, daß ers vor Gott uns der Welt verantworten kann!“ 
  
-Einige Tage ertrugen sie es; den dritten Morgen aber sagte eine voll Angst leise zu ihrer Nachbarin„das ist gewiß die Ursel!“ Da schwieg plötzlich aller Gesangihre Haare sträubten sich zu Berge und die Nonnen stürzten aus der Kirchelaut schreiend: „Tut-UrselTut-Ursel!“ Und keine [[typ:Strafe]] konnte eine [[typ:Nonne]] bewegendie Kirche zu betreten, bis endlich ein berühmter [[typ:Teufelsbanner]] aus einem Capucinerkloster an der [[region:Donau]] gehohlt wurde. +//QuelleBrüder GrimmDeutsche SagenBand 1S. 4431816//
  
-Der bannte Tut-Ursel in Gestalt einer [[typ:eule|Ohreule]] in die Dummburg auf den [[region:Harz]]. Hier traf sie den [[vip:hannshackelberg|Hackelnberg]] und fand an seinem huhu! so groß Gefallen, als er an ihrem uhu! und so ziehen sie beide zusammen auf die Luftjagd. 
  
 //Quellen: // //Quellen: //
-  * //[[autor:grimm|Brüder Grimm]], [[buch:grimmds|Deutsche Sagen]], Band 1, S. 400–401, 1816// +  * //[[autor:grimm|Brüder Grimm]], [[buch:grimmds|Deutsche Sagen]], Band 1, 1816//
-  * //[[http://www.zeno.org/Literatur/M/Grimm,+Jacob+und+Wilhelm/Sagen/Deutsche+Sagen|www.Zeno.org]]// +
-  * //[[https://de.wikisource.org/wiki/Deutsche_Sagen_(Br%C3%BCder_Grimm,_Band_1)|Wikisource]]//+
  
 ---- ----
-{{tag>sagen grimm deutschesagen1 thüringen eule kloster singen hackelberg nonne wilderjäger teufelsbanner spuk dummburg harz bann}}+{{tag>sagen grimm deutschesagen1 pommern kolbatz zelowo schwalbe hauptmann prophezeiung weber 1624 v2}} 
sagen/grimmds1-343.1701155732.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)