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sagen:grimmds1-337

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-====== Die drei Jungfern aus dem See ======+====== Teufels-Brücke ======
  
-    Badische Wochenschrift 1806. St. 21. Sp. 342.+    Mündlich
  
-Zu [[geo:Epfenbach]] bei [[geo:Sinzheim]] traten seit der Leute Gedenken jeden Abend drei wunderschöneweißgekleidete [[typ:jungfrau|Jungfrauen]] in die [[typ:Spinnstube]] des Dorfs. Sie brachten immer neue Lieder und Weisen mit, wußten hübsche Märchen und Spiele, auch ihre Rocken und Spindeln hatten etwas eignes und keine Spinnerin konnte so fein und behend den Faden drehen. Aber mit dem Schlag elf standen sie auf, packten ihre Rocken zusammen und ließen sich durch keine Bitte einen Augenblick länger halten+Ein Schweizer-Hirte, der öfters sein Mädchen besuchtemußte sich immer durch die Reuß mühsam durcharbeiten, um hinüber zu gelangen, oder einen großen Umweg nehmen. Es trug sich zu, daß er einmal auf einer außerordentlichen Höhe stand und ärgerlich sprach„ich wollte der [[wesen:Teufel]] wäre da und baute mir eine Brücke hinüber.“ 
  
-Man wußte nicht, woher sie kamen, noch wohin sie gingen; man nannte sie nur: die Jungfern aus dem See, oder die Schwestern aus dem See. Die Bursche sahen sie gern und verliebten sich in sie, zu allermeist des [[typ:schulmeister|Schulmeisters]] Sohn. Der konnte nicht satt werdensie zu hören und mit ihnen zu sprechenund nichts that ihm leiderals daß sie jeden Abend schon so früh aufbrachen. Da verfiel er einmal auf den [[typ:streich|Gedanken]] und stellte die Dorfuhr eine Stunde zurück und Abends im steten Gespräch und Scherz merkte kein Mensch den Verzug der Stunde +Augenblicklich stand der Teufel bei ihm und sagte„versprichst du mir das erste Lebendigedas darüber gehtso will ich dir eine Brücke dahin bauen, auf welcher du stets hinüber und herüber kannst.“ Der Hirte willigte ein; in wenig Augenblicken war die Brücke fertig, aber jener trieb eine Gemse vor sich her und ging hinten nachDer betrogene Teufel ließ alsbald die Stücke des zerrissenen Thiers aus der Höhe herunter fallen
- +
-Und als die [[typ:Glocke]] eilf schluges aber schon eigentlich zwölf war, standen die drei Jungfern auf, legten die Rocken zusammen und gingen fortDen folgenden Morgen kamen etliche Leute am See vorbei; da hörten sie wimmern und sahen drei blutige Stellen oben auf der Fläche. Seit der Zeit kamen die Schwestern nimmermehr zur Stube. Des Schulmeisters Sohn zehrte ab und starb kurz darnach+
  
 //Quellen: // //Quellen: //
-  * //[[autor:grimm|Brüder Grimm]], [[buch:grimmds|Deutsche Sagen]], Band 1, S. 394–395, 1816// +  * //[[autor:grimm|Brüder Grimm]], [[buch:grimmds|Deutsche Sagen]], Band 1, S. 436-437, 1816//
-  * //[[http://www.zeno.org/Literatur/M/Grimm,+Jacob+und+Wilhelm/Sagen/Deutsche+Sagen|www.Zeno.org]]// +
-  * //[[https://de.wikisource.org/wiki/Deutsche_Sagen_(Br%C3%BCder_Grimm,_Band_1)|Wikisource]]//+
  
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-{{tag>sagen grimm deutschesagen1 jungfrau schulmeister spinnstube list nixe sinzheim epfenbach kraichgau}}+{{tag>sagen grimm deutschesagen1 hirte gemse teufel brücke schweiz list v2}}
sagen/grimmds1-337.1701103072.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)