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sagen:grimmds1-313

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-====== Die Tut-Osel ======+====== Die schwarzen Reuter und das Handpferd ======
  
-    Otmar S. 241 ff.+    Hanauer Landcalender vom Jahr 1730. 
 +    Hilscher vom wüthenden Heer. Dresden 1702. S. 31. 32.
  
-Mitternachts wann in Sturm und Regen der [[vip:hannshackelberg|Hackelnberg]] "fatscht"((fatschen braucht manwenn die Füße der Pferde im zähen Koth und Moor schnalzen.)) und auf dem Wagen mit Pferd und Hunden durch den Thüringerwald, den [[region:Harz]] und am liebsten durch den Hackel ziehtpflegt ihm eine [[typ:eule|Nachteule]] voranzufliegenwelche das Volk: die Tut-Osel nennt. [[typ:Wanderer]], denen sie aufstößt, werfen sich still auf den Bauch und lassen den [[typ:wilderjäger|wilden Jäger]] über sich wegfahren; und bald hören sie Hundebellen und den Waidruf: hu hu! +Es soll vorzeiten der Rechenbergerein Raub- und Diebsritter, mit seinem Knecht eines Nachts auf Beute ausgeritten seynDa begegnete ihnen ein Heer schwarzer Reuter; er wich aus, konnte sich aber nicht enthalten, den letzten im Zugder ein schön gesattelt, leeres Handpferd führte, zu fragenwer diese wären, die da vorübergeritten? 
  
-In einem fernen Kloster zu [[land:Thüringen]] lebte, vorzeiten eine Nonne, Ursel geheißen, die störte mit ihrem heulenden Gesang noch bei Lebzeiten den Chor; daher nannte man sie Tut-Ursel. Noch ärger wurde es nach ihrem Todedenn von elf Uhr Abends steckte sie den Kopf durch ein Loch des Kirchthurms und tutete kläglich und alle Morgen um vier Uhr stimmte sie ungerufen in den Gesang der Schwestern +Der Reuter versetzte: „[[wesen:wuetendesheer|das wütende Heer.]]“ Drauf hielt auch der Knecht an und frug: wem doch das schöne Handpferd wäre? Dem wurde zur Antwort: „seines Herrn treustem Knechtwelcher übers Jahr todt seyn und auf diesem Pferd reiten werde.“ Dieses Rechenbergers Knecht wollte sich nun bekehren und dingte sich zu einem Abt als Stallknecht. Binnen Jahresfrist wurde er mit seinem Nebenknecht uneinsder ihn erstach
- +
-Einige Tage ertrugen sie es; den dritten Morgen aber sagte eine voll Angst leise zu ihrer Nachbarin: „das ist gewiß die Ursel!“ Da schwieg plötzlich aller Gesang, ihre Haare sträubten sich zu Berge und die Nonnen stürzten aus der Kirche, laut schreiend: „Tut-Ursel, Tut-Ursel!“ Und keine [[typ:Strafe]] konnte eine [[typ:Nonne]] bewegen, die Kirche zu betreten, bis endlich ein berühmter [[typ:Teufelsbanner]] aus einem Capucinerkloster an der [[region:Donau]] gehohlt wurde.  +
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-Der bannte Tut-Ursel in Gestalt einer [[typ:eule|Ohreule]] in die Dummburg auf den [[region:Harz]]. Hier traf sie den [[vip:hannshackelberg|Hackelnberg]] und fand an seinem huhu! so groß Gefallenals er an ihrem uhu! und so ziehen sie beide zusammen auf die Luftjagd.+
  
 //Quellen: // //Quellen: //
-  * //[[autor:grimm|Brüder Grimm]], [[buch:grimmds|Deutsche Sagen]], Band 1, S. 400401, 1816// +  * //[[autor:grimm|Brüder Grimm]], [[buch:grimmds|Deutsche Sagen]], Band 1, S. 401402, 1816//
-  * //[[http://www.zeno.org/Literatur/M/Grimm,+Jacob+und+Wilhelm/Sagen/Deutsche+Sagen|www.Zeno.org]]// +
-  * //[[https://de.wikisource.org/wiki/Deutsche_Sagen_(Br%C3%BCder_Grimm,_Band_1)|Wikisource]]//+
  
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-{{tag>sagen grimm deutschesagen1 thüringen eule kloster singen hackelberg nonne wilderjäger teufelsbanner spuk dummburg harz bann}}+{{tag>sagen grimm deutschesagen1 raubritter wuetendesheer rechenberger mord weissagung knecht erstechen bekehrung v2}}
sagen/grimmds1-313.1701176364.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)