sagen:grimmds1-310
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| - | Graf [[vip: | + | Journal |
| + | Prätorius Weltbeschr. II. 69–72 | ||
| - | Plötzlich hörte er ein starkes Brausen und [[typ:lärm|Lärmen]], wie wenn ein Weidmann vorüber käme; erschrack heftig und fragte, nachdem er vom Roß gestanden und auf eines Baumes Tolde getreten war, den [[typ: | + | Man glaubt: wer eine der Enthauptung würdige Unthat verrichte, die bei seinen Lebzeiten nicht herauskomme, der müsse nach dem Tod mit dem Kopf unterm Arm umgehen. |
| - | Mein Wunsch wurde leider erhört und schon fünfthalb hundert Jahre jage ich an einem und demselben Hirsch. Mein Geschlecht und mein Adel sind aber noch niemanden offenbart worden.“ Graf Eberhard sagte: „zeig mir dein Angesicht, ob ich dich etwan erkennen möge?“ Da entblößte sich der [[typ:Geist]], sein Antlitz war kaum faustgroß, verdorrt, wie eine Rübe und gerunzelt, als ein Schwamm. Darauf ritt er dem [[typ:Hirsch]] nach und verschwand, der Graf kehrte heim in sein Land zurück. | + | Im Jahr 1644. ging ein Weib aus [[geo:Dresden]] eines Sonntags früh in einen nahen Wald, daselbst Eicheln zu lesen. In der Heide an einem Grund nicht weit von dem Orte, das verlorene Wasser genannt, hörte sie stark mit dem Jägerhorn blasen, darauf that es einen harten Fall, als ob ein Baum fiele. |
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| + | Das Weib erschrack und barg ihr Säcklein Eicheln ins Gestrüpf, bald darauf blies das Horn wieder und als sie umsah, erblickte sie auf einem Grauschimmel in langem grauen Rock einen Mann [[wesen:reiterohnekopf|ohne Kopf]] reiten, er trug Stiefel | ||
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| + | Neun Tage später kam die Frau in gleicher Absicht in dieselbe Gegend und als sie am Försterberg niedersaß, einen Apfel zu schälen, rief hinter ihr eine Stimme: „habt ihr den Sack voll Eicheln und seyd nicht gepfändet worden?“ „Nein, sprach sie, die Förster sind fromm und haben mir nichts gethan, Gott. biß mir Sünder gnädig!“ – mit diesen Worten drehte sie sich um, da stand derselbe Graurock, aber ohne Pferd, wieder und hielt den Kopf mit bräunlichem, | ||
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| + | Die Frau fuhr zusammen, das Gespenst aber sprach: „hieran thut ihr wohl, Gott um Vergebung eurer Sünden zu bitten, mir hats nicht so wohl werden können.“ Darauf erzählte es: vor 130 Jahren habe er gelebt und wie sein Vater Hans Jagenteufel geheißen. Sein Vater habe ihn oft ermahnt, den armen Leuten nicht zu scharf zu seyn, er aber die Lehre in den Wind geschlagen und dem Saufen und Trinken obgelegen und Böses genug gethan. Darum müsse er nun als ein verdammter Geist umwandern. | ||
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