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sagen:grimmds1-308

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-====== Die zwölf Johanneße ======+====== Der todte Bräutigam ======
  
-    Falkenstein thüringChronik I. 218+    Prätorius Weltbeschr. I. 105–109.
  
-Ein fränkischer König hatte zwölf Jünglinge, die wurden die deutschen Schüler genannt, und hieß jeglicher Johannes. Sie fuhren auf einer Glücksscheibe durch alle Länder und konnten binnen vier und zwanzig Stunden erfahren, was in der ganzen Welt geschehen war. Das berichteten sie dann dem Könige+Ein Adlicher verlobte sich zu [[geo:Magdeburg]] mit einer schönen Fräulein. Da geschahsdaß der Bräutigam in die [[region:Elbe]] fielwo man ihn drei Tage suchte und nicht finden konnte
  
-Der [[typ:Teufel]] aber ließ alle Jahre einen von der Scheibe herabfallen und nahm ihn zum Zoll. Den letzten ließ er auf den Petersberg bei [[geo:Erfurt]] fallen, der zuvor der Berbersberg genannt war. Der König bekümmerte sich, wo doch der letzte hingekommen wäre, und als er erfuhr, daß es ein schöner Berg seyauf den er herabgefallen, ließ er eine [[typ:kapelle|Capelle]] daselbst bauen und nannte sie Corpus Christi; setzte auch einen [[typ:Einsiedler]] hinein+Die ganze Verwandtschaft war in tiefer Bekümmerniß, endlich kam ein Schwarzkünstler zu der Liebsten Eltern und sprach: „den ihr suchet, hat die [[wesen:Nixe]] unterm Wasser und wird ihn auch lebendig nicht loslassen, es sey danndaß eure Tochter und ihr Liebster Leib und Seele der Nixe verschwören, oder daß eure Tochter sich flugs an seiner Statt von den Nixen das Leben nehmen lasseoder auch, daß der Bräutigam sich der Nixe versprechewelches er aber jetzund nicht thun will.“ 
  
-Es war aber damals schiffbar Wasser rings umher und nichts angebaut und an der Capelle hing eine Leuchtedarnach sich jeder richtetebis das Wasser an der Sachsenburg abgestochen wurde+Die Braut wollte sich gleich für ihren Liebsten stellen, allein die Eltern bewilligten es nicht, sondern drangen in den [[wesen:Zauberer]], daß er den Bräutigam schaffen solle, lebendig oder todt. Bald darauf fand man seinen Leichnam am Ufer liegen, ganz voll blauer Flecken. 
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 +Ein ähnliches soll sich mit dem Bräutigam einer Fräulein von [[geo:Arnheim]] begeben haben, der auch im Wasser umgekommen war. Weil man aber die Stelle nicht wußtebrachte ein Zauberer durch seine Kunst zuwegedaß der Leichnam dreimal aus dem Wasser hervorsprang, worauf man an dem Ort suchte und den Todten im Grunde des Flusses fand 
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 +//Quellen: // 
 +  * //[[autor:grimm|Brüder Grimm]], [[buch:grimmds|Deutsche Sagen]], Band 1, S. 395-396, 1816//
  
-//Quelle: [[autor:grimm|Brüder Grimm]], Deutsche Sagen, Band 1, S. 437–438, 1816// 
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sagen/grimmds1-308.1701176182.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)