sagen:grimmds1-289
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| - | Die Obwaldner und [[entlebuch|Entlebucher]] Hirten stritten sich um einige Weiden, aber die Odwaldner waren im Besitz und trieben ihr Vieh darauf. Weil sie etwa von ihren muthigen Gegnern einen Ueberfall besorgten, stellten sie Wächter zu ihrer Heerde. Die geschwinden und feinen Entlebucher dachten auf einen [[typ:Streich]]; nachdem sie sich eine Zeitlang still und ruhig verhalten hatten und die treuherzigen Obwaldner wenig Böses ahnten, sondern statt Wache zu haben, sich die Langeweile mit Spielen verkürzten, | + | Die Obwaldner und [[entlebuch|Entlebucher]] Hirten stritten sich um einige Weiden, aber die Odwaldner waren im Besitz und trieben ihr Vieh darauf. Weil sie etwa von ihren muthigen Gegnern einen Ueberfall besorgten, stellten sie Wächter zu ihrer Heerde. Die geschwinden und feinen Entlebucher dachten auf einen Streich; nachdem sie sich eine Zeitlang still und ruhig verhalten hatten und die treuherzigen Obwaldner wenig Böses ahnten, sondern statt Wache zu haben, sich die Langeweile mit Spielen verkürzten, |
| Einer aus ihnen mußte zurückbleiben und so lange mit den Kuhglocken läuten, bis die Räuber vor aller Gefahr sicher wären. Er thats, warf dann all den Klumpen von Schellen auf den Boden und sprang unter lautem Hohngelächter mit überflügelnden Schritten fort. Die Obwaldner horchten auf und sahen das Unglück. Sie wollten sich rächen, sammelten bald einen Haufen Volks und überfielen jählings die Entlebucher, | Einer aus ihnen mußte zurückbleiben und so lange mit den Kuhglocken läuten, bis die Räuber vor aller Gefahr sicher wären. Er thats, warf dann all den Klumpen von Schellen auf den Boden und sprang unter lautem Hohngelächter mit überflügelnden Schritten fort. Die Obwaldner horchten auf und sahen das Unglück. Sie wollten sich rächen, sammelten bald einen Haufen Volks und überfielen jählings die Entlebucher, | ||
| Die Obwaldner wetzten ihren Schimpf nicht aus, sondern wurden noch dazu geschlagen; das ihnen damals abgewonnene Fähnlein bewahren die Entlebucher noch heutiges Tags in ihrer Heimlichkeit (einem alten Thurm im Dorfe [[geo: | Die Obwaldner wetzten ihren Schimpf nicht aus, sondern wurden noch dazu geschlagen; das ihnen damals abgewonnene Fähnlein bewahren die Entlebucher noch heutiges Tags in ihrer Heimlichkeit (einem alten Thurm im Dorfe [[geo: | ||
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| - | //Quelle: Brüder Grimm, Deutsche Sagen, Band 1, S. 378–379, 1816// | ||
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