sagen:grimmds1-235
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| + | ====== Der Kindelsberg ====== | ||
| + | Stilling’s Leben II. 24.–29 | ||
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| + | Hinter dem Geisenberg in [[region: | ||
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| + | Der Uebermuth ging aber noch weiter, denn sie bucken sich großen Kuchen von Semmelmehl, wie Kutschenräder, | ||
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| + | Eines Abends spät kam ein weißes Männchen ins Schloß und sagte an, daß sie alle binnen dreien Tagen sterben müßten und zum Wahrzeichen gab er ihnen, daß diese Nacht eine Kuh zwei Lämmer werfen würde. Das traf auch ein, aber niemand kehrte sich daran, als der jüngste Sohn, der Ritter Siegmund hieß, und eine Tochter, die eine gar schöne Jungfrau war. Diese bäteten Tag und Nacht. Die andern starben an der Pest, aber diese beiden blieben am Leben. | ||
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| + | Nun war aber auf dem Geisenberg ein junger kühner Ritter, der ritt beständig ein großes schwarzes Pferd und hieß darum der Ritter mit dem schwarzen Pferd. Er war ein gottloser Mensch, der immer raubte und mordete. Dieser Ritter gewann die schöne Jungfrau auf dem Kindelsberg lieb und wollte sie zur Ehe haben, sie schlug es ihm aber beständig ab, weil sie einem jungen Grafen von der Mark verlobt war, der mit ihrem Bruder in den Krieg gezogen war und dem sie treu bleiben wollte. | ||
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| + | Als aber der Graf immer nicht aus dem Krieg zurückkam und der Ritter mit dem schwarzen Pferd sehr um sie warb, so sagte sie endlich: „wenn die grüne Linde hier vor meinem Fenster wird dürr seyn, so will ich dir gewogen werden.“ Der Ritter mit dem schwarzen Pferde suchte so lang in dem Lande, bis er eine dürre Linde fand, so groß wie jene grüne, und in einer Nacht bei Mondenschein grub er diese aus und setzte die dürre dafür hin. | ||
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| + | Als nun die schöne Jungfrau aufwachte, so war’s so hell vor ihrem Fenster, da lief sie hin und sah erschrocken, | ||
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| + | Der Bräutigam kam noch denselben Tag zurück, machte ihr ein Grab und setzte eine Linde dabei und einen großen Stein, der noch zu sehen ist. | ||
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