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sagen:grimmds1-203

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     Letzner Dasselische Chronik. Erfurt 1596. Buch V. c. 13. Buch VIII. c. 9     Letzner Dasselische Chronik. Erfurt 1596. Buch V. c. 13. Buch VIII. c. 9
  
-Unweit [[geo:dassel|Dassel]], in einem grundlosen Meerpfuhl, welcher der bedessische oder bessoische heißt, soll eine schöne und wohlklingende [[typ:glocke|Glocke]] liegen, die der leibhaftige [[typ:teufel|Teufel]] aus der Kirche zum [[geo:Portenhagen]] dahin geführt hat, und von der die alten Leute viel wunderbare Dinge erzählen. Sie ist von lauterem Golde und der böse Feind brachte sie aus Neid weg, damit sich die Menschen ihrer nicht mehr zum Gottesdienst bedienen können, weil sie besonders kräftig und heilig gewesen. +Unweit [[geo:dassel|Dassel]], in einem grundlosen Meerpfuhl, welcher der bedessische oder bessoische heißt, soll eine schöne und wohlklingende Glocke liegen, die der leibhaftige [[wesen:Teufel]] aus der Kirche zum [[geo:Portenhagen]] dahin geführt hat, und von der die alten Leute viel wunderbare Dinge erzählen. Sie ist von lauterem Golde und der böse Feind brachte sie aus Neid weg, damit sich die Menschen ihrer nicht mehr zum Gottesdienst bedienen können, weil sie besonders kräftig und heilig gewesen. 
  
-Ein Taucher erbot sich, hinabzufahren und sie mit Stricken zu fassen, dann sollten die Leute oben getrost ziehen und ihrer Glocke wieder mächtig werden. Allein er kam unverrichteter Sachen heraus und sagte, daß unten in der Tiefe des Meerpfuhls eine grüne Wiese wäre, wo die Glocke auf einem Tisch stehe und ein [[typ:schwarzerhund|schwarzer Hund]] dabei liege, welcher nicht gestatten wolle, sie anzurühren. Auch habe sich daneben ein Meerweib ganz erschrecklich sehen und hören lassen, die gesagt: es wäre viel zu früh, diese [[typ:Glocke]] von dannen abzuholen. +Ein Taucher erbot sich, hinabzufahren und sie mit Stricken zu fassen, dann sollten die Leute oben getrost ziehen und ihrer Glocke wieder mächtig werden. Allein er kam unverrichteter Sachen heraus und sagte, daß unten in der Tiefe des Meerpfuhls eine grüne Wiese wäre, wo die Glocke auf einem Tisch stehe und ein [[wesen:schwarzerhund|schwarzer Hund]] dabei liege, welcher nicht gestatten wolle, sie anzurühren. Auch habe sich daneben ein Meerweib ganz erschrecklich sehen und hören lassen, die gesagt: es wäre viel zu früh, diese Glocke von dannen abzuholen. 
  
-Ein achtzigjähriger Mann erzählte von diesem Teufelsbad: einen Sonnabend habe ein Bauer aus [[geo:luethorst|Leuthorst]] unfern des Pfuhls länger als Brauch gewesen, nachdem man schon zur Vesper geläutet, gepflügt, und beides Pferde und Jungen mit [[typ:schimpfen|Fluchen]] und [[typ:prügel|Schlägen]] genothigt. +Ein achtzigjähriger Mann erzählte von diesem Teufelsbad: einen Sonnabend habe ein Bauer aus [[geo:luethorst|Leuthorst]] unfern des Pfuhls länger als Brauch gewesen, nachdem man schon zur Vesper geläutet, gepflügt, und beides Pferde und Jungen mit Fluchen und Schlägen genothigt. 
  
-Da sey ein großer, [[typ:rappen|schwarzer und starker Gaul]] aus dem Wasser ans Land gestiegen. Der gottlose und tobende [[typ:Bauer]] habe ihn genommen und ins Teufels Namen vor die andern Pferde gespannt, in der Meinung, nicht eher Feierabend zu machen, bis der [[typ:Acker]] herumgepflüget wäre. Der Junge hub an zu weinen und wollte lieber nach Haus, aber der Bauer fuhr ihn hart an. Da soll der schwarze Gaul frisch und gewaltig die armen ausgemergelten Pferde, mitsamt [[typ:Pflug]], Jung und Bauer, in das grundlose [[typ:Loch]] und Teufelsbad gezogen haben und nimmermehr von Menschen gesehen worden seyn. +Da sey ein großer, schwarzer und starker Gaul aus dem Wasser ans Land gestiegen. Der gottlose und tobende Bauer habe ihn genommen und ins Teufels Namen vor die andern Pferde gespannt, in der Meinung, nicht eher Feierabend zu machen, bis der Acker herumgepflüget wäre. Der Junge hub an zu weinen und wollte lieber nach Haus, aber der Bauer fuhr ihn hart an. Da soll der schwarze Gaul frisch und gewaltig die armen ausgemergelten Pferde, mitsamt Pflug, Jung und Bauer, in das grundlose Loch und Teufelsbad gezogen haben und nimmermehr von Menschen gesehen worden seyn. 
  
 Wer den Teufel fordert, muß ihm auch Werk schaffen.  Wer den Teufel fordert, muß ihm auch Werk schaffen. 
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 //Quellen: // //Quellen: //
   * //[[autor:grimm|Brüder Grimm]], [[buch:grimmds|Deutsche Sagen]], Band 1, S. 277–278, 1816//   * //[[autor:grimm|Brüder Grimm]], [[buch:grimmds|Deutsche Sagen]], Band 1, S. 277–278, 1816//
-  * //[[http://www.zeno.org/Literatur/M/Grimm,+Jacob+und+Wilhelm/Sagen/Deutsche+Sagen|www.Zeno.org]]// 
-  * //[[https://de.wikisource.org/wiki/Deutsche_Sagen_(Br%C3%BCder_Grimm,_Band_1)|Wikisource]]// 
  
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-{{tag>sagen grimm deutschesagen1 dassel Portenhagen luethorst glocke teufel schimpfen prügel rappen pferd pflug loch schwarzerhund meerweib}}+{{tag>sagen grimm deutschesagen1 dassel Portenhagen luethorst glocke teufel schimpfen prügel rappen pferd pflug loch schwarzerhund meerweib v2}}
sagen/grimmds1-203.1700494903.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)