sagen:grimmds1-132
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| Dem Grafen aber fielen nach dem Genuß alsbald alle je begangenen Sünden und Frevel aufs Herz und standen so hell vor ihm, daß die Gedanken sich nicht davon abwenden konnten und er vor Angst sich nicht zu lassen wußte. „Mir ist, so heiß, sprach er, als wenn ich die Hölle angeblasen hätte!" | Dem Grafen aber fielen nach dem Genuß alsbald alle je begangenen Sünden und Frevel aufs Herz und standen so hell vor ihm, daß die Gedanken sich nicht davon abwenden konnten und er vor Angst sich nicht zu lassen wußte. „Mir ist, so heiß, sprach er, als wenn ich die Hölle angeblasen hätte!" | ||
| - | Der Graf wendete sich in seiner Angst nach dem Schloßhof zurück, aber da ging alles Gethier, das darin war: die Hühner, Enten, Gänse, auf und ab und sprachen untereinander von seinem ruchlosen Leben und entsetzlichen Frevel, den er all vollbracht, und die Sperlinge und die [[typ: | + | Der Graf wendete sich in seiner Angst nach dem Schloßhof zurück, aber da ging alles Gethier, das darin war: die Hühner, Enten, Gänse, auf und ab und sprachen untereinander von seinem ruchlosen Leben und entsetzlichen Frevel, den er all vollbracht, und die Sperlinge und die Tauben auf dem Dache mengten sich in das Gespräch und riefen Antwort herab. „Nun aber, sagten sie, haben die Sünden ihr volles Maas und das Ende ist gekommen: in kurzer Stunde werden die prächtigen Thürme umfallen und die ganze Burg wird versunken seyn.“ |
| Eben als der Hahn gewaltig auf dem Dache krähte, trat der Diener, der von der Schlange gegessen hatte, herzu und der Graf, der ihn versuchen wollte, fragte: „was ruft der Hahn?“ Der Diener, der in der Angst sich vergaß und es wohl verstand, antwortete: „er ruft: eil! eil! eh die Sonne untergeht, willst du dein Leben retten, eil eil! aber zieh allein!“ „O du Verräther, sprach der Graf, so hast du doch von der Schlange gegessen, packe zusammen, was du hast, wir wollen entfliehen.“ Der Diener lief hastig ins Schloß, aber der Graf sattelte sich selbst sein Pferd und schon war er aufgesessen und wollte hinaus, als der Diener zurückkam, leichen-blaß und athemlos ihm in die Zügel fiel und flehentlich bat, ihn mitzunehmen. | Eben als der Hahn gewaltig auf dem Dache krähte, trat der Diener, der von der Schlange gegessen hatte, herzu und der Graf, der ihn versuchen wollte, fragte: „was ruft der Hahn?“ Der Diener, der in der Angst sich vergaß und es wohl verstand, antwortete: „er ruft: eil! eil! eh die Sonne untergeht, willst du dein Leben retten, eil eil! aber zieh allein!“ „O du Verräther, sprach der Graf, so hast du doch von der Schlange gegessen, packe zusammen, was du hast, wir wollen entfliehen.“ Der Diener lief hastig ins Schloß, aber der Graf sattelte sich selbst sein Pferd und schon war er aufgesessen und wollte hinaus, als der Diener zurückkam, leichen-blaß und athemlos ihm in die Zügel fiel und flehentlich bat, ihn mitzunehmen. | ||
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