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sagen:grimmds1-065

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 Der half die Wehmutter in Kindsnöthen, unterdessen ging der Mann wieder hinaus. Nach glücklicher Verrichtung ihres Amts, redete mitleidend das Weibchen: „ach liebe Frau, nun jammert mich, daß ihr hier bleiben müßt, bis an den jüngsten Tag, nehmt euch wohl in Acht; mein Mann wird euch jetzt eine ganze Mulde voll [[lex:dukat|Ducaten]] vorsetzen, nehmt nicht mehr, als euch auch andre Leute zu geben pflegen für eure Mühwaltung.  Der half die Wehmutter in Kindsnöthen, unterdessen ging der Mann wieder hinaus. Nach glücklicher Verrichtung ihres Amts, redete mitleidend das Weibchen: „ach liebe Frau, nun jammert mich, daß ihr hier bleiben müßt, bis an den jüngsten Tag, nehmt euch wohl in Acht; mein Mann wird euch jetzt eine ganze Mulde voll [[lex:dukat|Ducaten]] vorsetzen, nehmt nicht mehr, als euch auch andre Leute zu geben pflegen für eure Mühwaltung. 
  
-Weiter, wenn ihr zur Stube hinauskommt und unterwegs seyd, greifet flugs an die Erde, da werdet ihr [[typ:dost|Dosten]]((Origanum vulg. Wohlgemuth.)) und [[typ:Dorant]]((Marrubium vulg. Helfkraut, Gotteshülf.)) erfassen, solches haltet fest und lassets aus der Hand nicht fahren. Dann werdet ihr wieder auf freien Fuß kommen und zu eurer Stelle gerathen.“ Kaum hatte sie ausgeredet, als der Nix, gelbkraus von Haar und bläulich von Augen, in die Stube trat; er hatte eine große Mulde voll Gold und setzte sie in dem schönen hellen Zimmer der Wehfrau vor, sprechend: „sieh da, nimm so viel du willt.“ Drauf nahm sie einen Goldgülden. +Weiter, wenn ihr zur Stube hinauskommt und unterwegs seyd, greifet flugs an die Erde, da werdet ihr [[ding:dost|Dosten]]((Origanum vulg. Wohlgemuth.)) und [[ding:Dorant]]((Marrubium vulg. Helfkraut, Gotteshülf.)) erfassen, solches haltet fest und lassets aus der Hand nicht fahren. Dann werdet ihr wieder auf freien Fuß kommen und zu eurer Stelle gerathen.“ Kaum hatte sie ausgeredet, als der [[wesen:Nix]], gelbkraus von Haar und bläulich von Augen, in die Stube trat; er hatte eine große Mulde voll Gold und setzte sie in dem schönen hellen Zimmer der Wehfrau vor, sprechend: „sieh da, nimm so viel du willt.“ Drauf nahm sie einen Goldgülden. 
  
-Der [[wesen:Nix]] verzog sein Gesicht und machte grausame Augen, und sprach: „das hast du nicht von dir selber, sondern mit eines Weibes Kalbe gepflügt, die soll schon dafür leiden! und nun komm und geh mit mir.“ Drauf war sie aufgestanden und er führte sie hinaus; da bückte sie sich flugs und griff in ihre Hand Dosten und Dorant. Der Führer sagte dazu: „das heißt dich Gott sprechen und das hast du auch von meinem Weibe gelernt. Nun geh nur hin, wo du herkommen bist.“ Hierauf war sie aus dem Fluß ans Ufer gewesen, ging zur Stadt ein, deren Thore noch offen standen, und erreichte glücklich ihr Haus.+Der Nix verzog sein Gesicht und machte grausame Augen, und sprach: „das hast du nicht von dir selber, sondern mit eines Weibes Kalbe gepflügt, die soll schon dafür leiden! und nun komm und geh mit mir.“ Drauf war sie aufgestanden und er führte sie hinaus; da bückte sie sich flugs und griff in ihre Hand Dosten und Dorant. Der Führer sagte dazu: „das heißt dich Gott sprechen und das hast du auch von meinem Weibe gelernt. Nun geh nur hin, wo du herkommen bist.“ Hierauf war sie aus dem Fluß ans Ufer gewesen, ging zur Stadt ein, deren Thore noch offen standen, und erreichte glücklich ihr Haus.
  
 Eine andere Hebamme, bürtig aus Eschätz bei [[geo:Querfurt]], erzählte nachstehendes: in ihrer Heimath war der Ehmann ausgegangen und hatte seine Frau als Kindbetterin zu Haus lassen müssen. Um Mitternacht kam der Nix vors Haus, nahm die Sprache ihres Mannes an und rief zum Gartenfenster hinein: sie solle schnell herauskommen, er habe ihr etwas sonderlichs zu weisen. Dies schien der Frau wunderlich und sie antwortete: „komm du doch herein, aufzustehen mitten in der Nacht schickt sich für mich nicht. Du weißt ja wo der Schlüssel liegt, draußen im Loch über der Hausthür.“ „Das weiß ich wohl, du mußt aber herausgehen“ und plagte sie so lang mit Worten, daß sie sich zuletzt aufmachte und in den Garten trat.  Eine andere Hebamme, bürtig aus Eschätz bei [[geo:Querfurt]], erzählte nachstehendes: in ihrer Heimath war der Ehmann ausgegangen und hatte seine Frau als Kindbetterin zu Haus lassen müssen. Um Mitternacht kam der Nix vors Haus, nahm die Sprache ihres Mannes an und rief zum Gartenfenster hinein: sie solle schnell herauskommen, er habe ihr etwas sonderlichs zu weisen. Dies schien der Frau wunderlich und sie antwortete: „komm du doch herein, aufzustehen mitten in der Nacht schickt sich für mich nicht. Du weißt ja wo der Schlüssel liegt, draußen im Loch über der Hausthür.“ „Das weiß ich wohl, du mußt aber herausgehen“ und plagte sie so lang mit Worten, daß sie sich zuletzt aufmachte und in den Garten trat. 
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 //Quellen: // //Quellen: //
   * //[[autor:grimm|Brüder Grimm]], [[buch:grimmds|Deutsche Sagen]], Band 1, S. 81–84, 1816//   * //[[autor:grimm|Brüder Grimm]], [[buch:grimmds|Deutsche Sagen]], Band 1, S. 81–84, 1816//
-  * //[[http://www.zeno.org/Literatur/M/Grimm,+Jacob+und+Wilhelm/Sagen/Deutsche+Sagen|www.Zeno.org]]// 
-  * //[[https://de.wikisource.org/wiki/Deutsche_Sagen_(Br%C3%BCder_Grimm,_Band_1)|Wikisource]]// 
  
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sagen/grimmds1-065.1706257635.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)