sagen:grimmds1-029
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| Indem kam auch Heinrich der Told geritten und hörte, daß es der Scherfenberger war, der da lag. „So ist es der, sprach er, welcher seine Treue an meinem Herrn gebrochen, das rächt nun Gott an ihm in dieser Stund.“ Ein Knecht mußte den todtwunden auf ein Pferd legen, aber er starb darauf. Da machte der Told, daß man ihn wieder herab legte, wo er vorher gelegen war. Darnach ward der Scherfenberger beklagt von Männern und Weibern; mit dem Ring aber, den er dem Aufensteiner gegeben, war es auf folgende Weise zugegangen. | Indem kam auch Heinrich der Told geritten und hörte, daß es der Scherfenberger war, der da lag. „So ist es der, sprach er, welcher seine Treue an meinem Herrn gebrochen, das rächt nun Gott an ihm in dieser Stund.“ Ein Knecht mußte den todtwunden auf ein Pferd legen, aber er starb darauf. Da machte der Told, daß man ihn wieder herab legte, wo er vorher gelegen war. Darnach ward der Scherfenberger beklagt von Männern und Weibern; mit dem Ring aber, den er dem Aufensteiner gegeben, war es auf folgende Weise zugegangen. | ||
| - | Eines Tages sah der Scherfenberger von seiner Burg auf dem Feld eine seltsame Augenweide. Auf vier langen vergüldeten Stangen trugen vier Zwerge einen Himmel von klarem und edlem Tuche. Darunter ritt ein Zwerg, eine goldne Krone auf dem Häuptlein, und in allen Gebärden als ein König. Sattel und Zaum des Pferdes war mit Gold beschlagen, Edelsteine lagen darin und so war auch alles Gewand beschaffen. Der Scherfenberger stand und sah es an, endlich ritt er hin und nahm seinen Hut ab. | + | Eines Tages sah der Scherfenberger von seiner Burg auf dem Feld eine seltsame Augenweide. Auf vier langen vergüldeten Stangen trugen vier Zwerge einen Himmel von klarem und edlem Tuche. Darunter ritt ein [[wesen:Zwerg]], eine goldne Krone auf dem Häuptlein, und in allen Gebärden als ein König. Sattel und Zaum des Pferdes war mit Gold beschlagen, Edelsteine lagen darin und so war auch alles Gewand beschaffen. Der Scherfenberger stand und sah es an, endlich ritt er hin und nahm seinen Hut ab. |
| Der Zwerg gab ihm guten Morgen und sprach: „Wilhelm, Gott grüß Euch!“ „Woher kennt Ihr mich?“ antwortete der Scherfenberger. „Laß dir nicht leid seyn, sprach der Zwerg, daß du mir bekannt bist und ich deinen Namen nenne; ich suche deine Mannheit und deine Treue, von der mir so viel gesagt ist. Ein gewaltiger König ist mein Genosse um ein großes Land, darum führen wir Krieg und er will mirs mit List angewinnen. Ueber sechs Wochen ist ein Kampf zwischen uns gesprochen, mein Feind aber ist mir zu groß, da haben alle meine Freunde mir gerathen, dich zu gewinnen. Willst du dich des Kampfes unterwinden, | Der Zwerg gab ihm guten Morgen und sprach: „Wilhelm, Gott grüß Euch!“ „Woher kennt Ihr mich?“ antwortete der Scherfenberger. „Laß dir nicht leid seyn, sprach der Zwerg, daß du mir bekannt bist und ich deinen Namen nenne; ich suche deine Mannheit und deine Treue, von der mir so viel gesagt ist. Ein gewaltiger König ist mein Genosse um ein großes Land, darum führen wir Krieg und er will mirs mit List angewinnen. Ueber sechs Wochen ist ein Kampf zwischen uns gesprochen, mein Feind aber ist mir zu groß, da haben alle meine Freunde mir gerathen, dich zu gewinnen. Willst du dich des Kampfes unterwinden, | ||
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