sagen:grimmds1-010
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende ÜberarbeitungNächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:grimmds1-010 [2023/05/02 11:24] – ewusch | sagen:grimmds1-010 [2025/01/30 17:52] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| [[sagen: | [[sagen: | ||
| - | [[capitel: | + | **[[capitel: |
| [[sagen: | [[sagen: | ||
| Zeile 7: | Zeile 7: | ||
| Mündlich, aus Hessen. | Mündlich, aus Hessen. | ||
| - | Auf eine Zeit lebten auf der [[burg: | + | Auf eine Zeit lebten auf der [[burg: |
| - | Als nun das [[typ:Feuer]] von allen Seiten herabfiel, sagte die älteste: „ich will Gottes Willen gehorchen, denn mir ist der Tod bestimmt“, | + | Als nun das Feuer von allen Seiten herabfiel, sagte die älteste: „ich will Gottes Willen gehorchen, denn mir ist der Tod bestimmt“, |
| - | Da sprach die dritte am dritten Tage: „nun seh ich Gottes Willen: daß ich sterben soll“, da ließ sie den [[typ:Pfarrer]] holen, der ihr das Abendmahl reichen mußte, dann machte sie auch ihr Testament und stiftete, daß an ihrem Todestage die ganze Gemeinde gespeist und beschenkt werden sollte. Nachdem das geschehen war, ging sie getrost hinunter und setzte sich nieder und nach wenigen Augenblicken fuhr auch ein [[typ:Blitz]] auf sie herab und tödtete sie. | + | Da sprach die dritte am dritten Tage: „nun seh ich Gottes Willen: daß ich sterben soll“, da ließ sie den Pfarrer holen, der ihr das Abendmahl reichen mußte, dann machte sie auch ihr Testament und stiftete, daß an ihrem Todestage die ganze Gemeinde gespeist und beschenkt werden sollte. Nachdem das geschehen war, ging sie getrost hinunter und setzte sich nieder und nach wenigen Augenblicken fuhr auch ein Blitz auf sie herab und tödtete sie. |
| - | Hernach als das Schloß nicht mehr bewohnt war, ist sie oft als ein guter Geist gesehen worden. Ein armer [[typ:Schäfer]], der all sein Hab und Gut verloren hatte und dem am andern Tage sein letztes sollte ausgepfändet werden, weidete an der [[burg:Boyneburg]], da sah er im Sonnenschein an der Schloßthüre eine schneeweiße | + | Hernach als das Schloß nicht mehr bewohnt war, ist sie oft als ein guter Geist gesehen worden. Ein armer Schäfer, der all sein Hab und Gut verloren hatte und dem am andern Tage sein letztes sollte ausgepfändet werden, weidete an der Boyneburg, da sah er im Sonnenschein an der Schloßthüre eine [[wesen:weissefrau|schneeweiße |
| - | Der [[typ:Schäfer]] verwunderte sich, an dem einsamen Ort eine [[typ:Jungfrau]] zu finden, trat zu ihr hin und sprach: „ei was schone Knotten!“ nahm ein paar in die Hand, besah sie und legte sie wieder hin. Sie sah ihn freundlich und doch traurig an, antwortete aber nichts, da ward dem [[typ:Schäfer]] angst, daß er fort ging, ohne sich umzusehen und die Heerde nach Haus trieb. Es waren ihm aber ein paar Knotten, als er darin gestanden, neben in die Schuhe gefallen, die drückten ihn auf dem Heimweg, da setzte er sich, zog den Schuh ab und wollte sie herauswerfen, | + | Der Schäfer verwunderte sich, an dem einsamen Ort eine Jungfrau zu finden, trat zu ihr hin und sprach: „ei was schone Knotten!“ nahm ein paar in die Hand, besah sie und legte sie wieder hin. Sie sah ihn freundlich und doch traurig an, antwortete aber nichts, da ward dem Schäfer angst, daß er fort ging, ohne sich umzusehen und die Heerde nach Haus trieb. Es waren ihm aber ein paar Knotten, als er darin gestanden, neben in die Schuhe gefallen, die drückten ihn auf dem Heimweg, da setzte er sich, zog den Schuh ab und wollte sie herauswerfen, |
| - | Der [[typ:Schäfer]] eilte zur [[burg:Boyneburg]] zurück, aber die weiße | + | Der Schäfer eilte zur Boyneburg zurück, aber die weiße Jungfrau war sammt den Knotten verschwunden; |
| - | Viele Schätze sollen in der Burg noch verborgen liegen. Ein Mann war glücklich und sah in der Mauer ein Schubfach; als er es aufzog, war es ganz voll [[typ:Gold]]. Eine [[typ: | + | Viele Schätze sollen in der Burg noch verborgen liegen. Ein Mann war glücklich und sah in der Mauer ein Schubfach; als er es aufzog, war es ganz voll Gold. Eine Wittwe hatte nur eine Kuh und Ziege und weil an der Boyneburg schöne Heiternesseln wachsen, wollte sie davon zum Futter abschneiden, |
| Sie schrie und rief nach Hilfe, es war aber niemand mehr in der einsamen Gegend, bis Abends ihre Kinder, denen Angst geworden war, herbei kamen und ihre Stimme hörten. Sie zogen sie an Stricken herauf und nun erzählte sie ihnen, tief da unten sey sie vor ein Gitter gefallen, dahinter habe sie einen Tisch gesehen der mit Reichthümern und Silberzeug ganz beladen gewesen. | Sie schrie und rief nach Hilfe, es war aber niemand mehr in der einsamen Gegend, bis Abends ihre Kinder, denen Angst geworden war, herbei kamen und ihre Stimme hörten. Sie zogen sie an Stricken herauf und nun erzählte sie ihnen, tief da unten sey sie vor ein Gitter gefallen, dahinter habe sie einen Tisch gesehen der mit Reichthümern und Silberzeug ganz beladen gewesen. | ||
| Zeile 25: | Zeile 25: | ||
| //Quellen: // | //Quellen: // | ||
| * // | * // | ||
| - | * // | ||
| - | * // | ||
| ---- | ---- | ||
| - | {{tag> | + | {{tag> |
sagen/grimmds1-010.1683019442.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
