Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:graessesachsena089

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
sagen:graessesachsena089 [2023/04/07 21:36] ewuschsagen:graessesachsena089 [2025/01/30 17:52] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1
Zeile 1: Zeile 1:
 [[sagen:graessesachsena088|<<< zurück ]] |  [[sagen:graessesachsena088|<<< zurück ]] | 
-[[capitel:graessesachsenanhang|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen - Anhang]] | +**[[capitel:graessesachsenanhang|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen - Anhang]]** 
 [[sagen:graessesachsena090| weiter >>>]] [[sagen:graessesachsena090| weiter >>>]]
  
Zeile 7: Zeile 7:
     S. Altenb. Kirchengalerie Abth. II. S. 115.     S. Altenb. Kirchengalerie Abth. II. S. 115.
  
-Im J. 1669 erschien einer [[typ:witwe|Wittfrau]] zu [[geo:Uhlstädt]], einem Marktflecken bei [[geo:Kahla]], bei Nacht der [[typ:Geist]] ihres Mannes und verkündigte ihr unter Anderem, daß sie bald [[typ:sterben]] müsse, sie hat aber gleichwohl noch viele Jahre gelebt.+Im J. 1669 erschien einer Wittfrau zu [[geo:Uhlstädt]], einem Marktflecken bei [[geo:Kahla]], bei Nacht der Geist ihres Mannes und verkündigte ihr unter Anderem, daß sie bald sterben müsse, sie hat aber gleichwohl noch viele Jahre gelebt.
  
-1662 erschien der Geist eines Ertrunkenen seinem Bruder G. Geilfuß von [[zeit:Mitternacht]] an bis gegen Morgen und sprach Vieles mit ihm.+1662 erschien der Geist eines Ertrunkenen seinem Bruder G. Geilfuß von Mitternacht an bis gegen Morgen und sprach Vieles mit ihm.
  
-1681 den 21. Novbr. [[typ:ertrinken|ertrank]] Gell’s Weib in der [[region:Saale]] und erschien als [[typ:Gespenst]] 8 Tage darauf ihrem Manne, als er sich eben Abends 8 Uhr niedergelegt hatte, sprach und stöhnte wie bei ihren Lebzeiten, wo sie an Engbrüstigkeit gelitten hatte. Auf Befragen, warum sie käme, antwortete sie, sie habe auf dem Grunde der Saale einen goldenen [[typ:Ring]] gefunden, den sie ihm geben wolle. Er weigerte sich, ihn aus ihrer Hand zu empfangen, sie solle ihn aufs Deckbett werfen, was sie auch that. Er versicherte, dies gesehen, gehört und gefühlt, allein freilich am Morgen den [[typ:Ring]] nicht gefunden zu haben. Seine Aeltern, welche neben ihm schliefen, wachten darüber auf, hörten ihn reden, standen auf ihn zu fragen, was ihm fehle oder mit wem er rede, aber das Gespenst hörten und sahen sie nicht. Um 5 Uhr Morgens verließ es ihn.+1681 den 21. Novbr. ertrank Gell’s Weib in der [[region:Saale]] und erschien als Gespenst 8 Tage darauf ihrem Manne, als er sich eben Abends 8 Uhr niedergelegt hatte, sprach und stöhnte wie bei ihren Lebzeiten, wo sie an Engbrüstigkeit gelitten hatte. Auf Befragen, warum sie käme, antwortete sie, sie habe auf dem Grunde der Saale einen goldenen Ring gefunden, den sie ihm geben wolle. Er weigerte sich, ihn aus ihrer Hand zu empfangen, sie solle ihn aufs Deckbett werfen, was sie auch that. Er versicherte, dies gesehen, gehört und gefühlt, allein freilich am Morgen den Ring nicht gefunden zu haben. Seine Aeltern, welche neben ihm schliefen, wachten darüber auf, hörten ihn reden, standen auf ihn zu fragen, was ihm fehle oder mit wem er rede, aber das Gespenst hörten und sahen sie nicht. Um 5 Uhr Morgens verließ es ihn.
  
-Von Werfen, einem Filialdorfe von [[geo:Uhlstädt]], wird berichtet, daß der [[typ:teufel|Satan]] vom 23. Novbr. 1702 bis zum 2. [[zeit:weihnachten|Weihnachtsfeiertag]] nach Johann Anders und dessen Hause mit gebranntem Lehm und mit Steinen oft von 3–4 Pf. Schwere geworfen habe und zwar meistens von Morgens 6–8 und des Abends von 8–9 Uhr, auch nach andern Leuten warf er, aber beschädigte Niemanden, wiewohl er alle [[typ:Fenster]] und vieles Andere zertrümmerte. Am schlimmsten trieb er es den 26. Decbr.; nun hielt aber der [[typ:Pfarrer]] kirchliche Fürbitten und da hörte es auf.+Von Werfen, einem Filialdorfe von Uhlstädt, wird berichtet, daß der [[wesen:teufel|Satan]] vom 23. Novbr. 1702 bis zum 2. [[zeit:weihnachten|Weihnachtsfeiertag]] nach Johann Anders und dessen Hause mit gebranntem Lehm und mit Steinen oft von 3–4 Pf. Schwere geworfen habe und zwar meistens von Morgens 6–8 und des Abends von 8–9 Uhr, auch nach andern Leuten warf er, aber beschädigte Niemanden, wiewohl er alle Fenster und vieles Andere zertrümmerte. Am schlimmsten trieb er es den 26. Decbr.; nun hielt aber der Pfarrer kirchliche Fürbitten und da hörte es auf.
  
-Zu [[geo:oberkrossen|Obercrossen]], einem andern Filial von [[geo:Uhlstädt]], zeigte sich der Geist im Hause Georg Kennert’s 1695 von Januar bis zum Johannisfeste in Gestalt einer [[typ:Taube]], aber nicht körperlich, sondern wie ein halber [[typ:Nebel]], der vor den Augen vorüberzieht. Bald setzte er die leere [[typ:Wiege]] in Bewegung, bald gab er seine Gegenwart durch Pochen an der Thüre und andern Orten zu erkennen. Er brachte nichts hervor, was gegen das Wort Gottes gewesen wäre, ermahnte vielmehr, die [[typ:Predigt]] zu hören und Buße zu thun. Bei Erwähnung Gottes unterschied er genau die drei Personen, führte schöne [[typ:spruch|Sprüche]] und [[typ:gebet|Gebete]] an und schärfte moralische Vorschriften ein. Die Sache wurde offenkundig und gerichtlich untersucht, sowie in mehreren Schriften((Angeführt in meiner Biblioth. Magica Lpzg. 1852. S. 95.)) verhandelt, nach dem Johannisfest ist nichts mehr erschienen, allein aufgeklärt ward es auch nicht.+Zu [[geo:oberkrossen|Obercrossen]], einem andern Filial von Uhlstädt, zeigte sich der Geist im Hause Georg Kennert’s 1695 von Januar bis zum Johannisfeste in Gestalt einer Taube, aber nicht körperlich, sondern wie ein halber Nebel, der vor den Augen vorüberzieht. Bald setzte er die leere Wiege in Bewegung, bald gab er seine Gegenwart durch Pochen an der Thüre und andern Orten zu erkennen. Er brachte nichts hervor, was gegen das Wort Gottes gewesen wäre, ermahnte vielmehr, die Predigt zu hören und Buße zu thun. Bei Erwähnung Gottes unterschied er genau die drei Personen, führte schöne Sprüche und Gebete an und schärfte moralische Vorschriften ein. Die Sache wurde offenkundig und gerichtlich untersucht, sowie in mehreren Schriften((Angeführt in meiner Biblioth. Magica Lpzg. 1852. S. 95.)) verhandelt, nach dem Johannisfest ist nichts mehr erschienen, allein aufgeklärt ward es auch nicht.
  
-Im J. 1684 curirte eine [[typ:Hexe]], Namens Katharine Deiner, kranke Menschen und Thiere durch den Spruch:+Im J. 1684 curirte eine [[wesen:Hexe]], Namens Katharine Deiner, kranke Menschen und Thiere durch den Spruch:
  
 Verschwind Du böses Gesichte\\ Verschwind Du böses Gesichte\\
Zeile 31: Zeile 31:
 Im Namen des Vaters, Sohnes und Heiligen Geistes. Amen!\\ Im Namen des Vaters, Sohnes und Heiligen Geistes. Amen!\\
  
-//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 2. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 394; [[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Graesse_Sagenschatz_Sachsens_II_394.jpg&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]//+//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 2. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 394//
 ---- ----
-{{tag>sagen grässe sagenschatzsachsen2 1669 1681 1684 1695 1702 uhlstadt oberkrossen werfen geist gespenst prophezeiung ertrinken saale ring witwe sterben ertrinken taube wiege gebet hexe}}+{{tag>sagen grässe sagenschatzsachsen2 1669 1681 1684 1695 1702 uhlstadt oberkrossen geist gespenst prophezeiung ertrinken saale ring witwe sterben ertrinken taube wiege gebet hexe v2}}
sagen/graessesachsena089.1680896218.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)