sagen:graessesachsena023
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| + | ====== Herzog Christian von Sachsen-Eisenberg und seine Unterhaltungen mit den Geistern ====== | ||
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| + | S. Vulpius, Curiositäten (Weimar 1811.) Bd. I. S. 124 fg. S. 449. 491 fgg. | ||
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| + | Als die Söhne des Herzogs Ernst’s des Frommen zu S. Gotha die ererbten Länder vertheilten, | ||
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| + | Er legte zu Betreibung seines Lieblingsgeschäftes ein schönes Laboratorium an, stand mit den berühmtesten [[lex: | ||
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| + | Viele haben hermetische Embleme und eine davon, ein [[lex: | ||
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| + | Es ging die Sage, in den unterirdischen Gängen und Gewölben des ehemaligen, unweit Eisenberg gelegenen [[kirche: | ||
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| + | Mit ihrem Tode war für Viele, doch nicht für Alle die Hoffnung zur Entdeckung der Geheimnisse verschwunden. Es war ja noch zu versuchen, ob man nicht durch Abgeschiedene erfahren könne, was man durch Lebende zu erfahren vernachlässigt hatte. Dies bestimmte den Herzog Christian die Sache zu untersuchen und die vergrabenen Schätze durch den Bergrath Bose und andere((Zu diesen gehörte auch der berüchtigte Baron von Hellwig, welcher dem Herzog weißgemacht hatte, er habe als Knabe zu Erfurt 1664 durch einen Zufall die ächten Schriften des Adepten Basilius Valentinus in die Hände bekommen (s. Motschmann, Erfordia literata III. Samml. S. II. S. 392 fgg.) )) dazu erlesene Personen ausgraben zu lassen. Vorher hatte derselbe schon Untersuchungen der Locale wegen angestellt und Andere mit ihm und der Herzog hat getreulich die Nachrichten, | ||
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| + | Vollkomene Laußnitzer Acta und Registranda de Annis 1696. 97. 98. 99, 1700. 1. 2. 3. 4. Sambt denen Extractis und anderen urkundlichen Nachrichten. Der Posterität zum Preis Gottes in diesem Volumine hinterlassen. Bei Gott ist kein Ding unmöglich. Lucae I. Cap. v. 37. Post. Nubila Phoebus. | ||
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| + | Den 2. April 1696. Anno 1656 sind sie das erstemal drinnen gewesen und eingegangen durch die Thüre, da die runden Stufen sind. Dann wären sie durch die daran befindlichen Kreuzgänge eingegangen und zur Thüre rechter Hand wieder hinaus. Da hätten sie eine Platte aufgehoben zur rechten Hand, worunter eine eiserne Thüre und unter derselben eine verborgene Treppe gewesen. Ueber diese wären sie gekommen in ein kleines Gewölbe, welches die Mönche ihren Kofent-Keller genannt. Von da wären sie wieder etliche Stufen unterwärts gegangen in die unterirdischen Kreutzgänge, | ||
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| + | Auf diese Relationen beschließt der Herzog das Werk zu beginnen und schloß mit dem Bergrath Bose, der übrigens selbst sicher überzeugt war, daß obgedachte Schätze gefunden werden würden, am 2. April 1696 einen nach vorhandenen vom Kloster Laußnitz aus datirten Contract zur Untersuchung jener geheimen Gänge ab. | ||
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| + | Die Geister treten nun vom 6. April angefangen mit dem Herzog in förmlichen Verkehr. Sie sagen, wer sie sind, z. B. „wir sind sechs Nonnen,“ „ich bin ein Kapuziner, | ||
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| + | Im Monat Mai tritt nun eine Art von Seherin, eine Frau, Namens Maria geborne Schubertin, die denn aber auch wieder unter dem Namen Maria Glaserin oder Maria Schumannin vorkommt, als eine Art Mittelsfrau zwischen dem Herzog und den Geistern auf, die des Herzogs Briefe an dieselben vermittelt und umgekehrt von ihnen Briefe an den Herzog übernimmt. Durch sie erfährt der Herzog, der König von Waldeck liege in einem goldenen Sarge, welcher in einem kupfernen stehe, habe eine goldene Krone auf dem Haupte und auf dem Leibe ein goldenes Kreuz liegen, welches ihm von der Herzgrube bis zu den Füßen gehe. In Bezug auf die Hebung der Schätze ging es aber nicht so schnell, denn am 31. Mai 1697 ließ der Herzog die Geister noch durch jene Maria fragen: „ob es nicht möglich sei, um Lebens und Sterbens willen und wegen der großen Geldnoth, in welcher er stecke, die Hebungszeit der Schätze abzukürzen? | ||
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| + | In Bezug auf die ihm auch versprochenen im [[kirche: | ||
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| + | Nun tritt im Jahre 1701 eine neue Person auf, Gottfried Loffler Mekkomet, der sehr viel von sich redet und endlich sagt, er werde an den Herzog seine 600jährigen Prophezeihungen abgeben, theilt ihm auch weiterhin mit, daß die bewußten Schätze ohne Donner und Blitz nicht gehoben werden könnten und daß dies wahrscheinlich zwischen den Jahren 1701 und 1702 geschehen werde, die Anzahl der Geister wäre früher um 1500 stark gewesen, nun aber auf 150 herabgeschmolzen, | ||
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| + | Gleichzeitig tritt auch eine Frau von Unruh, ein gebornes Fräulein von Metzsch, Hoffräulein der Herzogin, die aber schon 1698 ihre Träume von den Geistern hatte deuten lassen, auf; ihr waren von dem baaren Gelde, welches der Herzog bekommen sollte, 130,000 Thaler zugedacht gewesen, allein als dieselbe sich in Wiesenbad bei [[geo: | ||
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| + | Im Jahre 1704 wurde dem Herzog zugesagt, er solle nun seine entbehrlichen Kammern und Zimmern leer machen, in welche das Versprochene durch die Pfaffen nach und nach eingetragen werden solle. Hunderte von Säcken mußte er herbeischaffen und die Schlüssel zu den Zimmern abgeben. Wären dieselben gefüllt, hieß es, wolle ihn der König von Waldeck hineinführen und ihm Alles was darin sei, feierlich übergeben. Dies war aber sehr viel, wie er denn selbst in einer „Specification, | ||
| + | Am 11. Januar des 1704. Jahres“ sagt, haben ihn vom 7/17. April 1696 bis zum 4. Januar 1704 in 12 Terminen an baarem Gelde die V (Geister), wenn er Geduld habe, zu bringen versprochen 5,388,885 Rth. Davon solle bekommen seine Gemahlin 130000 Thlr., seine Tochter 600000 Thlr., die Frau von Unruhe, geborene Metsch, 130000 Thlr. Das übrige Geld ein Geheimer Rath von Pflugk, Canzler von Pflugk, Hausmarschall von Bose, Bergrath von Bose, Hofmeister von Uffel, Oberschenk von Metsch, Leibpage von Lischwitz, die Watzdorf’schen Waisen H. G. und er selbst (der Herzog) 2,467,000 Thlr. Die auszutheilenden Kleinodien, das geschmolzene Gold und Silber, Perlen und andere Kostbarkeiten ungerechnet, | ||
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