sagen:graessesachsena020
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| + | ====== Marie Sophie, Herzogin von Eisenberg als Wollespinnerin und die Quarkbemme im Schlosse zu Eisenberg ====== | ||
| + | S. Back a. a. O. S. 362 fgg. | ||
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| + | In einer Kammer neben dem sogenannten Trompeterstübchen im herzogl. Schlosse stand bis zum J. 1805, wo die verwittwete Herzogin Amalia von Gotha das hiesige Schloß als ihren Wittwensitz bezog, ein Spinnrad alter Form, künstlich mit Elfenbein ausgelegt und mit eben solchen Glocken und glockenähnlichen kleinen Zierathen behangen, das [[vip: | ||
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| + | Die Herzogin war eine sehr fleißige Hausfrau, die, wenn sie sonst nichts zu thun wußte, Wolle spann, wie viele andere Frauen damaliger Zeit. Besonderes Vergnügen machte es ihr, wenn sie bald bei dem, bald bei jenem Zeugmachermeister sich selbst Wolle holen oder das Garn hintragen konnte. Sie wählte zu diesen Gängen stets die Abendstunden und kleidete sich dann in das Gewand einer armen Bäuerin oder Bürgerin. | ||
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| + | Eines Abends im Herbst, wo sie auch ihre Wolle aufgesponnen hatte, beschloß sie eine ähnliche Wanderung zu unternehmen, | ||
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| + | Des andern Tages wunderte sich Meister Langebach, als er aufs Schloß beschieden wurde und noch mehr, als er in der Herzogin Zimmer eingeführt, | ||
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| + | Die Sage schweigt nun aber, auf welche Weise das edle Fürstenpaar dem Meister seine Wohlthat zugewendet hat, allein geschehen muß es sein, denn von seinen Söhnen hieß der eine der goldene, und der andere der silberne Langenbach. | ||
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| + | Das Quarkbrod aber blieb zum immerwährenden Andenken auf dem Spinnrade liegen, das unter dem fürstlichen Hausgeräthe im J. 1803 mit versteigert und jetzt wahrscheinlich längst zerfallen und als unnütz auf die Seite geschafft worden ist. | ||
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