sagen:graessesachsena019
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| ====== Der Mönch und die Nonne zu Eisenberg ====== | ====== Der Mönch und die Nonne zu Eisenberg ====== | ||
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| S. Back a. a. O. Bd. II. S. 363 fgg. | S. Back a. a. O. Bd. II. S. 363 fgg. | ||
| - | Jedermann hat zur Zeit [[vip: | + | Jedermann hat zur Zeit [[vip: |
| - | Dichtbelaubte Obstbäume, einige | + | Dichtbelaubte Obstbäume, einige Eichen, wilde Kastanien, Buchen und Ahorn, untermischt von ein paar Fichten, bildeten fast von der Mitte des Gartens bis an den Bogengang des Lustgartens einen kleinen Wald, während oben am Bergabhange hin, von dem Pförtchen in der Schloßhofsmauer an bis zum Laboratorium ein schmaler Fußsteig unter Obstbäumen hinführte. Auf diesem Wege wandelten, sobald die eilfte Stunde vom Thurme ertönte, eine Nonne in grauem Gewande und ein Mönch mit seiner Kutte schweigend und still durch die Nacht; das Mauerpförtchen öffnete sich geräuschlos und nach einigen Schritten nach dem Schlosse zu waren Beide verschwunden, |
| - | Niemand traute sich das Geisterpaar anzureden, Niemand ihm ein Hinderniß in den Weg zu legen. Die [[typ:Wache]] am Portal schlug ein [[typ:Kreuz]], wenn sie die Nachtwanderer kommen sah und drückte sich hinter die hohen steinernen | + | Niemand traute sich das Geisterpaar anzureden, Niemand ihm ein Hinderniß in den Weg zu legen. Die Wache am Portal schlug ein Kreuz, wenn sie die Nachtwanderer kommen sah und drückte sich hinter die hohen steinernen Säulen des Altans oder in die Nische der Mauer. Nie verließ die Nonne den erwähnten Weg, während der Mönch auch zuweilen außerhalb des Schlosses, in dem Gäßchen nach dem Laboratorium hin, in der Wasser- und hintern Schloßgasse, |
| - | Mehrere glaubwürdige Personen haben sie gesehen und es läßt sich an ihrer Identität nicht zweifeln. Gleichwohl zweifelte Dr. Kaiser, des Herzogs geheimer Secretär, gar sehr an ihrer Körperlosigkeit, | + | Mehrere glaubwürdige Personen haben sie gesehen und es läßt sich an ihrer Identität nicht zweifeln. Gleichwohl zweifelte Dr. Kaiser, des Herzogs geheimer Secretär, gar sehr an ihrer Körperlosigkeit, |
| - | Die erwähnten zahmen Hirsche kamen später wieder in den Wald, nahmen ihre ursprüngliche Wildheit wieder an, wurden aber von allen [[typ: | + | Die erwähnten zahmen Hirsche kamen später wieder in den Wald, nahmen ihre ursprüngliche Wildheit wieder an, wurden aber von allen Jägern geschont, nicht allein wegen ihrer Farbe, sondern weil sie die Lieblinge des allgeliebten Fürstenpaares gewesen waren. Ein zu Anfange dieses Jahrhunderts im Mühlgrunde geschossener Hirsch soll das Wappen Christians und die Jahrzahl 1704 eingebrannt geführt haben. |
| Ob diese Sage mit dem unterirdischen Gange, der das Nonnenkloster in der Altstadt mit einigen Gebäuden der neuen Stadt verband, wie man jetzt entdeckt hat (s. Back Bd. II. S. 397 fgg.), zusammenhängt, | Ob diese Sage mit dem unterirdischen Gange, der das Nonnenkloster in der Altstadt mit einigen Gebäuden der neuen Stadt verband, wie man jetzt entdeckt hat (s. Back Bd. II. S. 397 fgg.), zusammenhängt, | ||
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sagen/graessesachsena019.1680084580.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
