sagen:graessesachsena017
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende ÜberarbeitungNächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:graessesachsena017 [2023/03/28 16:36] – ewusch | sagen:graessesachsena017 [2025/01/30 17:52] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| [[sagen: | [[sagen: | ||
| - | [[capitel: | + | **[[capitel: |
| [[sagen: | [[sagen: | ||
| Zeile 11: | Zeile 11: | ||
| Den 6. Juni fährt es ihr ins rechte Bein und nach und nach auch in die übrigen Glieder. Es däucht ihr, als ob etwas darin lebe und sich bewege. Dazu kömmt ein heftiges Reißen, Hals und Arm verdrehen sich und es wirft sie so, daß sie von mehreren Personen kaum gehalten werden kann. Den 29. Juli wird’s mit ihr noch schlimmer. | Den 6. Juni fährt es ihr ins rechte Bein und nach und nach auch in die übrigen Glieder. Es däucht ihr, als ob etwas darin lebe und sich bewege. Dazu kömmt ein heftiges Reißen, Hals und Arm verdrehen sich und es wirft sie so, daß sie von mehreren Personen kaum gehalten werden kann. Den 29. Juli wird’s mit ihr noch schlimmer. | ||
| - | Drei Männer können sie kaum erhalten, sie erschrickt heftig, verliert die Sprache, liegt oft lange wie todt, ißt nichts, behält kein Getränk bei sich, bleibt jedoch, zu Gott betend und geduldig, bei Verstande. Den 4. August ist es mit ihr am schlimmsten. Sie schreit, als ob Zunge und Schlund aus dem Halse gerissen würden. Nachmittags aber fängt sie an sich zu erbrechen und giebt von diesem Tage bis zum 10. Februar 1687 nach und nach 1231 verschiedenartige Dinge durch [[typ:Erbrechen]] von sich, als: Haarbüschel, | + | Drei Männer können sie kaum erhalten, sie erschrickt heftig, verliert die Sprache, liegt oft lange wie todt, ißt nichts, behält kein Getränk bei sich, bleibt jedoch, zu Gott betend und geduldig, bei Verstande. Den 4. August ist es mit ihr am schlimmsten. Sie schreit, als ob Zunge und Schlund aus dem Halse gerissen würden. Nachmittags aber fängt sie an sich zu erbrechen und giebt von diesem Tage bis zum 10. Februar 1687 nach und nach 1231 verschiedenartige Dinge durch Erbrechen von sich, als: Haarbüschel, |
| - | Den 20. August erkrankt auch ihr Bruder, bekommt Herzstöße und erbricht dergleichen Dinge. Im [[typ:Fieber]]-Paroximus schreit das Mädchen einst: „Liese! Liese!“ und bezeichnet eine in [[geo:Eisenberg]] wohnende Tagelöhnersfrau, | + | Den 20. August erkrankt auch ihr Bruder, bekommt Herzstöße und erbricht dergleichen Dinge. Im Fieber-Paroximus schreit das Mädchen einst: „Liese! Liese!“ und bezeichnet eine in Eisenberg wohnende Tagelöhnersfrau, |
| - | Es wird also am 16. Septbr. Elisabeth Papstin, des Tagelöhners Hans Papst’s Eheweib, vom Stadtrath zu [[geo:Eisenberg]] ins Verhör genommen und befragt, ob sie das Heinckesche Mädchen verhext habe. Sie leugnet standhaft. Es werden Zeugen über sie vernommen und Ende Septbr. d. J. erkennt der Schöppenstuhl zu [[geo: | + | Es wird also am 16. Septbr. Elisabeth Papstin, des Tagelöhners Hans Papst’s Eheweib, vom Stadtrath zu Eisenberg ins Verhör genommen und befragt, ob sie das Heinckesche Mädchen verhext habe. Sie leugnet standhaft. Es werden Zeugen über sie vernommen und Ende Septbr. d. J. erkennt der Schöppenstuhl zu [[geo: |
| - | Im Monat Decbr. erkennt, nach anderweitiger Actenversendung der Schöppenstuhl zu Jena, daß Inquisitin in Ermangelung anderer und stärkerer Indicien zu absolviren und zu entbinden sei. Unterdessen kränkelt aber das Mädchen fort. Am 10. Febr. 1687 greift es über sich, schreit: „ich habe sie bei dem Rocke, ich halte sie fest, haltet ein, sie zieht mich aus dem [[typ:bett|Bette]]!“ und wird auch wirklich weit mit fortgezogen, | + | Im Monat Decbr. erkennt, nach anderweitiger Actenversendung der Schöppenstuhl zu Jena, daß Inquisitin in Ermangelung anderer und stärkerer Indicien zu absolviren und zu entbinden sei. Unterdessen kränkelt aber das Mädchen fort. Am 10. Febr. 1687 greift es über sich, schreit: „ich habe sie bei dem Rocke, ich halte sie fest, haltet ein, sie zieht mich aus dem Bette!“ und wird auch wirklich weit mit fortgezogen, |
| Das Mädchen hatte seit dem 14. April 1686 gelegen, nichts gegessen, wenig getrunken (18 Wochen lang nichts als klares Wasser), ihre Stühle aber hatte sie behalten. Auch der Knabe hatte während dieser Zeit mehrere hundert Male sich übergeben und ähnliche Dinge, wie oben genannt sind, von sich gegeben. | Das Mädchen hatte seit dem 14. April 1686 gelegen, nichts gegessen, wenig getrunken (18 Wochen lang nichts als klares Wasser), ihre Stühle aber hatte sie behalten. Auch der Knabe hatte während dieser Zeit mehrere hundert Male sich übergeben und ähnliche Dinge, wie oben genannt sind, von sich gegeben. | ||
| Zeile 23: | Zeile 23: | ||
| Den 11. Febr. 1687 fordert die Landesregierung zu [[geo: | Den 11. Febr. 1687 fordert die Landesregierung zu [[geo: | ||
| - | //Quelle: [[autor: | + | //Quelle: [[autor: |
| ---- | ---- | ||
| - | {{tag> | + | {{tag> |
sagen/graessesachsena017.1680014187.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
