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sagen:graessesachsena013

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-====== Der dreibeinige Hase ======+====== Drei Kreuzsteine bei Altenburg ======
  
-    S. Eisel a. a. O. Nr384.+    S. Meyner a. a. O. S379 fg.
  
-Am frühen [[zeit:pfingsten|Pfingstmorgen]] ging ein Ronneburger mit seinem Söhnchen ins Johannisthal Maiblumen zu suchen. Wie sie an die sogenannten Schlachteichen kommensiehe da sitzt mitten auf dem Wege ein [[typ:Hase]], auf den unser Hündchen zuspringtaber gar bald heulend umkehrt und sich ängstlich zwischen den Füßen seines Herrn verkriechtWährend nun den [[typ:Hund]] sogar Schläge nicht hervorbringen können, kommt auf einmal der [[typ:Hase]] selbst auf die Drei los und richtig, es ist ein [[typ:dreibeinig|dreibeiniger]]! +Im Altenburgischen Gerichtsamtsbezirk fand man noch zu Ende des vorigen Jahrhunderts drei jener Kreuzsteine aus Sandsteinin der Höhe von ohngefähr zwei [[lex:elle|Ellen]], die ehemals dazu dientengewisse Begebenheiten der Nachwelt zu erhalten.
  
-Jetzt war nun das Davonlaufen an dem Herrn des Hundesdoch kamen sie glücklich durch eine Hecke ins Freie und nach Hause. Nur hat der [[typ:Hund]] nachher triefige Augen bekommen und hat sich so zusammengekrümmt, daß er drei Tage nachher mit einem Stein um den Hals hat ins Wasser getragen werden müssen+Der eine stand an dem gewöhnlichen Dorfwege, der von [[geo:Altenburg]] nach Zschernitzsch führt, auf der Höhe über dem Teutzschen Bache am Rande eines Feldes. Seine Wahrzeichen waren ein paar eingehauene simple Figuren, welche einige Aehnlichkeit mit dreizinkigen Gabeln hatten. Dort haben sich zwei Bauerkerle beim Düngerstreuen entzweit und sich beide erstochen und zwar mit den Mistgabeln, welche sie gerade in den Händen gehabt hatten und mit denen sie auf einander losgegangen waren, und der Kreuzstein ist als Schandzeichen gesetzt worden, weil sie nicht ehrlich begraben worden waren.
  
-An jenen zwei großen [[typ:eiche|Eichen]] aberwelche die Schlachteichen heißenweil die alten [[typ:Heiden]] dort ihr Vieh zu schlachten pflegten, geht Niemand gern vorbei+Ein zweiter derartiger Stein stand sonst an der Zeitzer Straße dicht vor dem Dorfe Rositz in einem kleinen Weidicht zwischen zwei andern unbehauenen Steinen mitten innewodurch er den Vorübergehenden besonders in die Augen fiel. Man erzähltees sei im 30jährigen Kriege ein vornehmer Offizier dort erschossen und begraben worden.
  
-//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 2. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 375; [[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Graesse_Sagenschatz_Sachsens_II_375.jpg&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]//+Den dritten Kreuzstein fand man mitten auf der Feimstätte an der Leipziger Straße, wo die unter Altenburger Amtsgerichtsbarkeit zum Feuer verurtheilten Verbrecher justificirt zu werden pflegten. Man bezeichnete nämlich auf Leichenäckern den abgesonderten Ort, auf welchem die Leichname der mit dem Schwerte hingerichteten Missethäter, die Selbstmörder und dergleichen unwürdige Personen eingegraben wurden, mit einem solchen Kreuze und daher erklärt sich in alten Kirchenbüchern der hin und wieder vorkommende Ausdruck „am oder an das Kreuz hinausgetragen worden“, daß nämlich damit Selbstmörder etc. gemeint sind.  
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 +//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 2. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 315//
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-{{tag>sagen grässe sagenschatzsachsen2 vogtland ronneburg hund hase eiche heiden pfingsten dreibeinig}}+{{tag>sagen grässe sagenschatzsachsen2 altenburg steinkreuz elle wahrzeichen streit erstechen mistgabel offizier erschiessen friedhof leiche hinrichtung schwert suehnekreuz v2}} 
  
  
sagen/graessesachsena013.1680018258.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)